Lingenthal-Platz
01990 Ortrand
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Mit 201 Metern Höhe ist der Kutschenberg in den Kmehlener Bergen der höchste Berg Brandenburgs. Seit 2011 steht auf der Lichtung im Wald eine Granit-Stele, die die Höhe ausweist. Die Kmehlener Berge, eine hügelige Landschaft zwischen Ortrand und Großthiemig, entstanden in der letzten Eiszeit.
Einen schönen Blick auf die hügelige Landschaft gibt es schließlich doch noch, wenn Sie vom Kutschenberg hinunter Richtung Feld laufen (Wanderweg grüner Punkt und ein kleines Stück roter Strich). Halten Sie sich immer rechts und laufen Sie rings um den Berg. Nun geht es ein Stück durch den Wald zur Blochwitzer Straße. Folgen Sie dieser Richtung Norden und laufen Sie Am Anger entlang. Dabei passieren Sie große, sanierte Gehöfte und den Anger mit einem Wasserlauf. Früher nutzten die Angerdorf-Bewohner das Quellwasser zum Trinken und fürs Vieh. Sie passieren Richters Gasthof Am Anger 15 (Öffnungszeiten: www.richters-gasthof.de) und können überlegen, ob Sie einkehren und sich stärken oder weiterlaufen. Denn am Ende des Angers erwarten Sie gleich zwei Highlights: die St.-Georgs-Kirche mit der Silbermannorgel und das Renaissanceschloss Großkmehlen.
Bereits im Jahre 1205 ist die Rede von einer Kirche in Großkmehlen, die dem Heiligen Georg geweiht ist. Mehrfach aus- und umgebaut, zeigt sie sich heute als kreuzförmiger Bau mit Westturm und barocker Ausstattung. Besondere Merkmale sind die dreiseitige Empore, der Schnitzaltar, der aus dem Jahr 1495 stammen soll, sowie die Sandsteinkanzel von 1620. Bekannt geworden ist die Großkmehlener Kirche vor allem durch ihre Silbermann-Orgel. Gottfried Silbermann baute die Orgel als achte von insgesamt 45 im Jahre 1718 im Auftrag der Witwe des Besitzers von Großkmehlen, Johanna Eleonore von Brause. Das Kirchenarchiv bewahrt noch heute den von Silbermann geschriebenen „Contract“ zum Bau des Instruments, für das die Stifterin 1.000 Taler zahlte. Silbermann gilt als der bedeutendste mitteldeutsche Orgelbauer der Barockzeit. Seine Orgeln waren bereits zu seinen Lebzeiten berühmt. In den 1990er Jahren konnten die Orgel durch eine großzügige private Spende restauriert und verlorene Register rekonstruiert werden.
Gleich neben der Kirche fasziniert das restaurierte Renaissanceschloss.
Schloss Großkmehlen wurde im 16. Jahrhundert als Renaissanceschloss erbaut und rund 100 Jahre später umfangreich umgebaut. Die prächtigen barocken Stukkaturen im ersten Obergeschoss stammen sehr wahrscheinlich von italienischen Künstlern. Das mächtige, dreigeschossige Renaissanceschloss mit dem Park und Teilen des Gutshofes wurde im Jahr 2000 an die Brandenburgische Schlösser GmbH verkauft, die es nach und nach saniert. Rund 3,5 Millionen Euro flossen bereits in den Komplex, zu dem auch das repräsentative Jägerhaus gehört. Vermutlich diente das viel leichter zu beheizende Gebäude der Herrschaft als Winterwohnung.
Der ehemalige Schlossgraben und auch der 4 Hektar große Park mit Fichtenteich und Pavillon sind im Wesentlichen erhalten und laden – zum großen Teil saniert – zum Spazierengehen ein.
Heute haben im Schloss u.a. Künstler und eine Malschule ihr Domizil. Regelmäßig finden auch Veranstaltungen statt wie das Schloss- und Hopfenfest am ersten Septemberwochenende. Im romantischen Ambiente des Schlosses und des Schlossparks können sich Hochzeitspaare das Ja-Wort geben.
Zurück nach Ortrand geht es auf der Elsterwerdaer Straße, die zum großen Teil einen Fußweg hat. Sie unterqueren wieder die Autobahn und laufen vorbei an Wiesen und Feldern, geradewegs in die grüne Stadt Ortrand. Einst war die Stadt ringsherum mit doppeltem Wall-Graben-System besonders geschützt – dem „Haag”. Schauen Sie sich noch auf dem Altmarkt von Ortrand um. Viele klassizistische Gebäude wurden saniert und präsentieren sich heute mit schmucken Fassaden, wie das Rathaus oder die Löwenapotheke. Laufen Sie nun über den Topfmarkt in die Bahnhofstraße und vorbei am Eiscafé, wo Sie sich vor der Rückfahrt mit dem Zug vielleicht noch eine süße Pause gönnen. Die Bahnhofstraße wurde übrigens anno 1870 errichtet, als Ortrand einen Eisenbahnanschluss bekam. Den verdankt die Stadt Dr. Karl Eduard Zacharias von Lingenthal, Herr des einstigen Rittergutes Großkmehlen. Er war von 1869 bis 1876 Direktor der Cottbus-Großenhainer Eisenbahn-Gesellschaft sowie der Oberlausitzer Eisenbahn-Gesellschaft und setzte sich mit ganzer Kraft für die Bahnlinien ein. Die Gedenktafel am Bahnhofsgebäude erinnert an ihn.
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Bahnhof OrtrandLingenthal-Platz
01990 Ortrand