14109 Berlin
An der Havel entlang nach Potsdam
Von Berlin hinein ins Weltkulturerbe
Berlin
6 h
15 km
Diese Wanderroute folgt der Havel auf einem Uferweg flussabwärts. Sie verlässt Berlin und führt in die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam. Es geht vorbei an der Villenkolonie „Am Wannsee“, den der legendären Pfaueninsel und hinein ins UNESCO-Welterbe „Potsdamer Kulturlandschaft“. Schloss und Park Glienicke sowie der Park Babelsberg sind Höhepunkte dieser Tour.
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Entdecker
Start- und Endbahnhof
S-Bahn Wannsee
15 km / 6 Stunden
Potsdam Hbf
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Ablaufplan
Tourstart am S-Bahn Wannsee
Wegbeschreibung
Liebermann Villa am Wannsee
Das ehemalige Landhaus des Malers Max Liebermann (1847-1935) am Wannsee ist heutzutage ein Kunstmuseum und lädt mit seinen Ausstellungen zur Entdeckung der Geschichte des Künstlers ein. Die Ausstellung beinhaltet mehr als 200 Werke des deutschen Impressionisten, darunter zahlreiche Gemälde der Landschaftsmalerei. Das einstige Sommerhaus Liebermanns, welches 1910 durch den Architekten Paul Otto Baumgarten fertiggestellt wurde, bietet zudem eine sehenswerte Gartenanlage. Besucher der Liebermann-Villa sind herzlich zum Besuch des Cafés „Max“ eingeladen. Auf der Terrasse und im ehemaligen Speisezimmer der Familie Liebermann kann man während der Öffnungszeiten den Park und den Blick über den Wannsee hinweg genießen.
14109
Berlin Wannsee
- Erwachsene: 12,00 € Regulärer Eintritt
- Reduziert: 6,00 € Schüler*innen über 18 Jahre, Studierende, Arbeitslose, Berlinpass, Menschen mit Schwerbehinderung
- Andere: 0,00 € Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Mitglieder der Max-Liebermann-Gesellschaft, ICOM-Mitglieder, Presse, Begleitpersonen von Menschen mit Schwerbehinderung, die auf eine Begleitperson angewiesen sind (mit Vermerk im Schwerbehindertenausweis)
Wegbeschreibung
Vom Haus des Malers sind es nur wenige Schritte zu einer Gedenkstätte, die ebenso wie die Liebermann-Villa von der Verfolgung der Juden durch die Nazis handelt. Während die Witwe von Max Liebermann gezwungen wurde, ihr Haus weit unter Wert an die Reichspost zu verkaufen, selbst diesen Betrag nie erhielt und in den Freitod gezwungen wurde, war die andere Villa Schauplatz von Verhandlungen über Pläne zur Vernichtung der europäischen Juden.
Haus der Wannsee-Konferenz
Das historisch bedeutende Gebäude wurde 1914 als Landhaus erbaut und 1941 von einer SS-Stiftung erworben und als Gäste- und Tagungshaus umfunktioniert. Knapp ein Jahr später wurde hier am 20. Januar 1942 seitens der Nationalsozialisten die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ besprochen. Gegenwärtig ist das Haus eine Gedenk- und Bildungsstätte. Eine kostenfreie Dauerausstellung mit einem Rundgang durch die Räume des Gebäudes gewährt den Besuchenden einen geschichtlichen Einblick zum detaillierten Ablauf der Wannsee-Konferenz und zur Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten.
14109
Berlin Wannsee
- Andere: 0,00 € Austellung und Garten Eintritt frei
Wegbeschreibung
Der Weg führt nun direkt zum Wannsee-Ufer. Dort steht an einem Aussichtsplateau mit weitem Blick über das Wasser ein riesiger Löwe, der an eine Schlacht in Schleswig-Holstein von 1850 erinnert. Unterhalb des „Flensburger Löwen“ bittet täglich das Restaurant „Seehase“ zu Tisch. Dann geht es am Ufer weiter zu den Badestellen Heckeshorn und Alter Hof bis zur Anlegestelle der Fähre zur Pfaueninsel.
Fähre zur Pfaueninsel
Die Pfaueninsel kann ganzjährig mit der Fähre erreicht werden. Das weiße Schloss ist ein Beispiel für die in Preußen beliebte romantische Ruinenarchitektur. Errichtet wurde es als Lustschloss Mitte der 1790er-Jahre aus heimischen Hölzern. Genutzt wurde es von Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. und seiner Schwiegertochter, der legendären Königin Luise. Von 2021 bis 2025 musste es umfassend saniert werden. Im Inneren fanden Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten vor allem an den Wänden statt. Inzwischen kann es im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Ab 1818 erhielt Peter Joseph Lenné den Auftrag, die Insel zu einem Landschaftsgarten umzugestalten. Dort wurden exotische Tiere gehalten: Lamas, Rentiere, Affen, Löwen, Kängurus, Bären und die unterschiedlichsten Vogelarten. Die meisten Tiere wurden 1842 der neu gegründeten Zoologischen Gesellschaft Berlin übergeben und bildeten den Grundstock des Zoologischen Gartens. Das Areal mit seiner heute noch außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt (u.a. freilaufende Pfaue) gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe.
Die Fähre zur Pfaueninsel besteht bereits seit 1821 und gilt damit als die älteste Fährverbindung in Berlin. Die Fahrzeiten sind nicht fest, sie richten sich nach den Besucherströmen. In der Hochsaison fährt die Fähre etwa alle 15 Minuten. Aufgrund des Tier- und Pflanzenartenschutzes sind Hunde und Fahrräder auf der Insel unzulässig.
14109
Berlin
- Erwachsene: 6,00 € Regulärer Preis
- Reduziert: 5,00 € Ermäßigter Eintritt
Wegbeschreibung
Direkt am Fähranleger befindet sich eine der beliebtesten Ausflugsgaststätten im Südwesten von Berlin – das „Wirtshaus zur Pfaueninsel“. Im Innenhof des U-förmig angelegten Gebäudekomplexes spenden die Bäume des urigen Biergartens kühlenden Schatten.
Gleich hinter dem Wirtshaus führt ein steiler Weg hinauf auf eine Erhebung oberhalb der Havel. Sie führt zu einem russisch anmutenden Gebäudeensemble, dem Nikolskoe (zu deutsch: „dem Nikolai gehörend“).
Das Ensemble Nikolskoe
Der gemeinsame Sieg über Napoleon bewirkte eine tiefgreifende Freundschaft zwischen Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. und dem russischen Zar Alexander I. Zeichen dieser Freundschaft waren neben der Siedlung Alexandrowka in Potsdam die Bauten von Nikolskoe oberhalb der Pfaueninsel am Havelufer. Nach der Verheiratung seiner Tochter Charlotte mit dem Thronfolger Nikolaus I. ließ der Preußenkönig im Jahre 1819 nach Vorbild eines russischen Bauernhauses ein Blockhaus errichten, um das spätere Kaiserpaar Russlands zu erfreuen. Das Blockhaus diente zunächst als Ausflugsdomizil der königlichen Familie, bis es in den 1920er-Jahren zum Restaurant umgestaltet wurde und seither ein beliebtes Ausflugsziel ist.
Gleich neben dem Blockhaus wurde zwischen 1834 und 1837 die Kirche St. Peter und Paul erbaut. Entwurfsskizzen belegen die Mitarbeit von Karl Friedrich Schinkel, der die russischen Elemente am Bau hinzufügte. Der auffällige Zwiebelturm des Gebäudes ist an den russisch-orthodoxen Kirchenstil angelehnt, allerdings werden hier die Gottesdienste nur nach evangelischem Ritus gefeiert. Das Gotteshaus ist von Freitag bis Montag von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
14109
Berlin
- Mittwoch: 12:00 - 18:00 Uhr
- Donnerstag: 12:00 - 18:00 Uhr
- Freitag: 12:00 - 20:00 Uhr
- Samstag: 12:00 - 20:00 Uhr
- Sonntag: 12:00 - 18:00 Uhr
Wegbeschreibung
Von Nikolskoe aus geht es wieder hinunter ans Wasser. Am gegenüberliegenden Ufer der Havel zeigt sich der Potsdamer Ortsteil Sacrow. Dazwischen verlief zu Zeiten der Berliner Mauer die scharf bewachte Grenze. In einer Bucht befindet sich das Wirtshaus „Moorlake“ (Mi – So 11 – 18 Uhr). Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. ließ es zu Ehren seiner aus Bayern stammenden Ehefrau im alpenländischen Stil 1840 errichten. Seit 1860 dient es als Wirtshaus, wobei sich die Hohenzollern bis zum Ende des Ersten Weltkrieges die obere Etage für eigene Besuche vorbehielten.
Weiter führt der Weg am Ufer entlang. Er bietet fantastische Ausblicke auf die Sacrower Heilandskirche, die auf dem Wasser zu schwimmen scheint. Unterwegs gibt es mehrere Möglichkeiten, in den anschließenden Park Glienicke zu gelangen.
Schloss und Park Glienicke
Schloss und Park Glienicke vor den Toren Potsdams bilden einen wichtigen Baustein der Potsdamer Kulturlandschaft. Prinz Carl von Preußen erwarb 1824 das Anwesen für sich und seine spätere Frau Marie von Sachsen-Weimar. Unter dem Eindruck einer Italienreise ließ er die Aus- und Umbauarbeiten 1824 bis 1827 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel vornehmen. Zuerst wurde am hohen Havelufer das alte Billardhaus zu einem auf den Seeblick orientierten Casino ausgebaut. Ihm folgte 1825 bis 1827 die Umgestaltung des Gutshauses zu einer klassizistischen Villa. 1832 wurde das Schloss durch einen Turm ergänzt und 1838 die zur Straße gelegene Ansicht durch die Löwenfontäne aufgewertet. Peter Joseph Lenné, der 1816 unter dem Vorbesitzer Fürst Hardenberg mit der Gestaltung des Pleasuregrounds begonnen hatte, konnte unter dem neuen Herrn seine Pläne vollenden. Eine Besichtigung ist während der Öffnungszeiten nur im Rahmen einer Führung möglich.
14109
Berlin
- Erwachsene: 8,00 €
- Reduziert: 6,00 €
Wegbeschreibung
In der zum Glienicker Schlossensemble gehörenden Remise bietet das zu Lutter & Wegner gehörende Restaurant eine gehobene Landküche (täglich an 11 Uhr geöffnet). Über die Königstraße hinweg führt in Sichtweite der legendären Glienicker Brücke der Weg in Richtung Jagdschloss Glienicke – heute eine Begegnungsstätte – und weiter nach Klein Glienicke.
Das ist ein Ortsteil von Potsdam, der zu DDR-Zeiten komplett von Grenzanlagen umschlossen war. Die einzige Verbindung nach Potsdam war eine schmale Brücke, die nur mit Genehmigung passiert werden durfte. Sehenswert sind die zwischen 1863 und 1867 erbauten pittoresken Schweizerhäuser, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Beim Spaziergang durch Klein Glienicke informieren Stelen über die Geschichte des Ortes. Für eine Rast empfiehlt sich Wartmanns Café (täglich ab 10 Uhr geöffnet).
Die schmale Brücke im Verlauf der Lakestraße führt über einen Kanal zwischen der Havel und dem Griebnitzsee. Auf der anderen Seite des Wassers beginnt der Park Babelsberg. Erstes Gebäude ist das historische Dampfmaschinenhaus, in dem die Pumpen für den Betrieb der Fontänen untergebracht waren. Die Wanderroute führt stets am Ufer entlang mit Blick auf die Berliner Vorstadt von Potsdam mit dem modernen Theaterbau. Die Havel trägt hier den Namen „Tiefer See“.
Park Babelsberg
Der Park, der sich über mehrere Hügel erstreckt, wurde von Peter Joseph Lenné begonnen. Ab 1843 führte Hermann Fürst Pückler-Muskau die Planung des Landschaftsgartens auf der Grundlage des Lennéschen Wegesystems fort. In den Park sind Wasserspiele integriert, die im Jahr 2016 rekonstruiert wurden. Insgesamt gibt es fünf Brunnen, drei Wasserfälle, einen Bachlauf mit Quellfontäne, das Wilhelmbecken sowie das sogenannte Schwarze Meer. Überragt wird der Park vom Flatowturm, der Mitte der 19. Jahrhunderts entstand und dem Eschenheimer Tor in Frankfurt a. M. nachempfunden ist. Vom Park aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Schlosspark Glienicke und die Glienicker Brücke, die durch den Austausch westlicher und östlicher Spione bekannt wurde.
14482
Potsdam
Tourende am Potsdam Hbf
Wegbeschreibung
Seit 2016 erstrahlen die fünf das Schloss umgebenden Terrassenanlagen wieder in altem Glanz. Sie sollen nach dem Bekunden des Gartenarchitekten Hermann Fürst von Pückler-Muskau wie „Schlossräume unter freiem Himmel“ wirken. Seit gut 100 Jahren sind von April bis Oktober die Wasserspiele rund um das Schloss erlebbar.
Das Ende des Parks Babelsberg wird vom Stadtbad markiert. Nach der Unterquerung der Nuthe-Schnellstraße geht es in den Nuthepark. Über eine überdachte Holzbrücke führt der Wanderweg direkt auf den Nordeingang des Potsdamer Hauptbahnhofs zu. Durch die Bahnhofspassagen gelangt man zu den Bahnsteigen von S-Bahn und Regionalverkehr. In den Passagen laden unterschiedliche gastronomische Einrichtungen zu einer abschließenden Rast ein.
Tourenkarte
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S-Bahn Wannsee