Am Bahnhof 1
54338 Schweich
In der Heimat des Moselweins
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Blumencafé überrascht mit seiner Vielseitigkeit. Es ist zugleich Blumenladen, Geschenkeshop, Wohlfühlzone und natürlich Café/Restaurant. Das gemütliche Blumencafé versprüht den magischen Duft von Kaffee und Kuchen in Verbindung mit frischen Blumen und Pflanzen. Geboten werden feinster Kuchen und zu Mittag wechselnde asiatische Küche mit selbst angerührten Currys.
Weiter geht es auf der Brückenstraße in Richtung Moselufer. Hier zieht der kleine Fährturm die Blicke auf sich.
Der Fährturm von Schweich wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war er durch ein Seil mit einem Turm auf der anderen Moselseite verbunden. Das ermöglichte den Mosel-Fähren das sichere Übersetzen auf die andere Flussseite. Doch bereits 1902 wurde der zweite Fährturm abgerissen, weil er dem Eisenbahnbau im Weg stand. 1906 wurde schließlich der Fährbetrieb ganz eingestellt, da inzwischen eine Brücke den Verkehr über den Fluss übernahm. Heute befindet sich im Fährturm ein maritimes Restaurant. Hier kann man in gemütlicher Atmosphäre hervorragende Speisen der deutschen und internationalen Küche sowie erlesene Weine genießen.
Dort, wo einst die Fähren die Mosel überquerten, bietet heute eine Brück den bequemen Weg auf die andere Uferseite. Der anschließende Weg entlang der Trierer Straße führt durch das Straßengewirr eines Autobahnkreuzes. Ziel ist die Ortsgemeinde Longuich (gesprochen Long-gich), wo die Straße den Namen Weinstraße annimmt und an einem Weinberg entlangführt. Von ihr zweigt der Weg zur schon von Weitem sichtbaren Villa Urbana ab.
Im Jahr 1987 wurden am Südosthang von Longuich-Kirsch die Überreste der Badeanlage einer römischen „Villa Urbana“ aus dem 2. Jahrhundert ausgegraben und rekonstruiert. Es wird angenommen, dass es sich um den Teil einer größeren Anlage handelte, die als Alterssitz für einen höheren Beamten diente. Bei einem Rundgang durch das Badehaus erhält man einen lebendigen Einblick in die römische Badekultur. Der östliche Seitentrakt der ursprünglich rund 100 Meter breiten und 28 Meter tiefen Römervilla beherbergte ein Kaltbad (frigidarium), ein Heißbad (caldarium), ein Warmbecken (tepidarium), ein Schwitzbad (sudatorium) und einen Feuerungsraum (praefurnium). Die Wannen von Kaltbad und Heißbad sind nahezu vollständig erhalten. Darüber hinaus sind noch Reste des Heiz- und Abflusssystems zu erkennen, die den technischen Fortschritt der alten Römer belegen.
Nach dem Besuch des römischen Badehauses geht es bergab in den Ortskern von Longuich. Hier zeigt sich zu beiden Seiten der Maximinstraße mit den Quergassen das Bild eines alten Bauern- und Winzerdorfes. Die historische Bebauung reicht bis in die Zeit vor 1600 zurück. Herausragend ist dabei die Alte Burg Longuich.
Das historische Gemäuer der „Alten Burg“ wurde 1360 erstmals erwähnt. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg erweitert und erhielt ihr heutiges Gesicht. Sie wurde zum Sitz des Rittergeschlechtes der Plate von Longuich. Sie erhielten das Privileg des Kelterrechts. Im 18. Jahrhundert wurde sie zur Abtei und nach der Säkularisation an die heutige Besitzerfamilie verkauft. Die Burg vereint heute den Charme einer Burg und eines Weinguts mit moderner Gastlichkeit. Es stehen unterschiedliche Gästehäuser zur Auswahl, die alle auf dem Burgareal liegen und an ein Schlemmerrestaurant sowie ein Weingut angeschlossen sind.
Über die Moselbrücke von Longuich, die noch über ein Zollhäuschen verfügt, geht es wieder zurück auf die andere Seite der Mosel. Hier beherrschen Weinberge die Landschaft. Während direkt am Fluss eine Landstraße entlangführt, bieten sich weiter oben an den Hängen zwischen den Weingärten Wege in Richtung Schweich an. Immer wieder ergeben sich herrliche Panorama-Blicke aus der Vogelperspektive über die Mosel. Nachdem der Wanderweg die Autobahn unterquert hat, geht es weiter im Stadtgebiet von Schweich, dem Hauptort der Römischen Weinstraße. Die Stadtrechte erhielt Schweich erst im Jahr 1984. Hierher lockt ein Einkaufsbummel.
Entlang der Mathenstraße geht es zu einer weiteren Sehenswürdigkeit, dem Niederprümer Hof.
Der Anfang des 18. Jahrhunderts auf den Resten einer römischen Villa erbaute Niederprümer Hof ist heute das Kulturzentrum von Schweich mit einem Museum. Das Museum im restaurierten Gebäude und vermittelt Einblicke in die Zeit um 1915. Dort erfährt man auch alles über den Dichter Stefan Andres (1906 - 1970), der in den 1950er-Jahren zu den meistgelesenen deutschen Autoren gehörte. Sein Roman „Der Knabe am Brunnen“ spielt in Schweich, wo im Stadtzentrum der Stefan-Andres-Brunnen steht.
Durch die Kirchstraße und die Richtstraße geht es zur Bahnhofstraße und auf bekanntem Weg zum Ausgangspunkt zurück. Wer mag, kann auf dem Rückweg zum Bahnhof noch einmal dem Blumencafé 1884 einen Besuch abstatten oder – ein paar Meter weiter – im Shop des Weingutes Gindorf eine Flasche feinherben Riesling mitnehmen.
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Bahnhof SchweichAm Bahnhof 1
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