Hallesche Straße
04159 Leipzig, Lützschena
Vom Auwald in die Leipziger Innenstadt
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Als der Wollhändler Maximilian Speck von Sternburg Schloss und Gut Lützschena 1822 erwarb, wandelte er den Park nach eigenen Plänen in einen englischen Landschaftsgarten um. Alte Bäume, mehrere Teiche und Gräben sowie verschlungene Wege und Kunstdenkmäler prägen die Anlage.
Anregungen dazu brachte der umtriebige Unternehmer von seinen zahlreichen Geschäftsreisen mit. Viele der einstigen Statuen und Denkmäler sind heute nicht mehr erhalten, wie die Statue der Göttin Diana. Der kleine Tempel, in dem die Figur stand, hat die Zeit jedoch überdauert. Er erhebt sich auf einer Halbinsel im Park. Eine weitere Attraktion ist die mit Baumrinde verkleidete Waldkapelle. Darüber hinaus finden sich in der Anlage weitere Skulpturen, eine künstliche Ruine, Grabmäler und die Auwaldstation.
Die Umwelt-Bildungsstätte ist in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Schlosses untergebracht. Sie informiert über die Parkgeschichte sowie über Tiere und Pflanzen des Auwalds. Vom benachbarten 9 Meter hohen Baumhaus können Besucher die Natur in den Baumkronen beobachten.
Verlassen Sie den Schlosspark in Richtung Polenzfließ. Hinter der Brücke über die Neue Luppe beginnt das Naturschutzgebiet Burgaue. Dieser Teil des Auwalds ist von vielen kleinen Bächen durchzogen. Unter Eichen, Eschen und Ulmen sowie Berg- und Spitzahorn lässt es sich herrlich entspannen.
Wie vielfältig das Leben in den Baumkronen ist, untersucht die Uni Leipzig hier mit einem besonderen Gerät: Als hätte er sich verirrt, ragt zwischen Reit- und Kilometerweg ein Kran aus den Baumwipfeln heraus.
Sie plagt der Hunger, Sie haben aber keine Lust auf Picknick? Dann folgen Sie dem Flusslauf von Nahle und Kleiner Luppe. Nach gut 2 Kilometern gelangen Sie zur Gaststätte Waldluft.
Das kleine Restaurant „Waldluft” mitten im Leipziger Auwald liegt in einer Schrebergartensiedlung, steht jedoch auch Radlern und Wanderern offen.
Geboten wird deftige Hausmannskost wie Bauernfrühstück oder Schnitzel mit Bratkartoffeln. Im Sommer gibt es zudem Steaks und Würstchen vom Grill. Auf der Speisekarte stehen auch vegetarische Gerichte, kleine Snacks, selbstgebackener Kuchen und Eis.
Je nach Jahreszeit kann im gemütlichen Innenraum oder im Biergarten vorm Haus gespeist werden.
Über die Eisenbahnbrücke an der Nahle-Gabelung laufen Sie nun zum nächsten Etappenziel.
Links von Ihnen erhebt sich der 147 Meter hohe Nahleberg, eine ehemalige Deponie. Bevor der Weg südwärts abknickt, lohnt ein Blick in die Freilandgalerie am Blockstellwerk Elsteraue, einem Garten mit zahlreichen Kunstobjekten.
Sie überqueren die Weiße Elster und erreichen das Rosental, eine der beliebtesten Parkanlagen in Leipzig.
Das Rosental gehört zum Leipziger Auwald und ist 118 Hektar groß. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wollte August der Starke hier ein Lustschloss errichten. Mehrere Sichtschneisen und eine große Wiese wurden für den barocken Schlosspark bereits in den Wald geschlagen. Doch Leipzigs Stadtväter wussten Weiteres zu verhindern. Die Anlage wurde in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt.
Anziehungspunkt im Nordteil ist der Rosentalteich, an dem sich im Frühjahr manches Froschkonzert erleben lässt. Es gibt einen Kinderspielplatz und viele schöne Orte zum Verweilen. Etwa 350 Meter entfernt erhebt sich der Rosentalturm auf dem „Scherbelberg“, ein Hügel, der Ende des 19. Jahrhunderts mit Hausmüll aufgeschüttet wurde. Auf ihm stand ein hölzerner Aussichtsturm, der im Krieg ausbrannte. In den 1970er-Jahren ersetzte man ihn durch eine 20 Meter hohe Stahlkonstruktion.
Im Osten grenzt der Park an den Leipziger Zoo. Durch das „Zooschaufenster“ können Spazierende einen Blick auf Giraffen, Kamele und andere exotische Tiere werfen.
Ganz im Süden des Rosentals befindet sich der Historische Eingang zum Park. Er wird durch eine Säule symbolisiert. Von hier ist noch ein knapper Kilometer bis zum Museum in der City zu laufen.
Vorbei geht’s an der „Blechbüchse“. So nennen viele Leipziger die „Höfe am Brühl“, ein Kaufhaus mit metallischer Fassade.
Durch das Wohn- und Geschäftshaus „Blauer und Goldener Stern“ in der Hainstraße führt eine Passage zur Katharinenstraße und damit zum Eingang des Museums.
Das MdBK ist eines der größten Ausstellungsgebäude Deutschlands. Gezeigt werden auf rund 7.000 Quadratmetern mehr als 4.600 Gemälde, 1.800 Plastiken und viele andere Kunstwerke vom späten Mittelalter bis heute. Darunter befinden sich so bedeutende Namen wie Frans Hals, Lucas Cranach d. J. oder Caspar David Friedrich.
Den Anstoß zur Museumsgründung gaben beherzte Leipziger Kaufleute wie Maximilian Speck von Sternburg, die ihre Sammlungen der Stadt schenkten, um sie der Nachwelt zu erhalten.
Das moderne Museumsgebäude wurde 2004 eröffnet. Davor war die Sammlung in verschiedenen Provisorien untergebracht, nachdem das alte Museum am Augustusplatz im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Bevor Sie die Heimreise antreten, sollten Sie noch einen Abstecher zu Specks Hof unternehmen. Er wurde 1815 von Maximilian Speck von Sternburg als Geschäftshaus erworben und im 20. Jahrhundert zum Messehaus mit Verbindung zum Hansahaus umgebaut.
Mehrere Erker, Lichthöfe, Tonnengewölbe und künstlerische Elemente machen das Ensemble zum Schmuckstück. Specks Hof ist die älteste noch erhaltene Ladenpassage der Stadt, in dem sich heute zahlreiche Geschäfte sowie eine Filiale des renommierten Cafés Kandler befinden.
Hier können Sie traditionsreiche Konditoreikunst mit Leipziger Räbchen, Kandler Lerchen und vielen weiteren selbstgemachten Spezialitäten genießen. Süßer kann der Abschied nicht sein.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start
Tram 11 (Schkeuditz), Haltestelle LützschenaHallesche Straße
04159 Leipzig, Lützschena