Mainzer Str. 24
53179 Bonn
Dem Drachen ins Maul geschaut
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
In einem attraktiven Barockhaus von 1732 wird die Geschichte und Entwicklung des Siebengebirges vom Vulkanismus über die Steinzeit bis in die jüngste Vergangenheit beleuchtet. Ein eigener Ausstellungsbereich zeigt die Geschichte des Tourismus. Souvenirs, Unterhaltungsautomaten oder auch Bilder der Schnellfotografen trugen zu einem bunten Bild vergangener Reisekultur bei. Das Museum zeigt in seiner Galerie Bilder der Rheinromantik.
Vom Museum sind es 500 Meter bis zur Talstation der Drachenfelsbahn am Rand von Königswinter. Eine historische Lok aus der Frühzeit der Drachenfelsbahn stimmt auf die Fahrt ins Gebirge ein.
Die meterspurige Bahn verbindet seit 1883 die Altstadt von Königswinter mit dem Siebengebirge und endet knapp unterhalb des Drachenfels-Gipfels. Die 1520 Meter lange Strecke überwindet dabei 220 Höhenmeter, die maximale Steigung beträgt 20 Prozent. Die Züge verkehren regulär im 30-Minuten-Takt. Die Abfahrt an der Talstation erfolgt dabei immer zur vollen und zur halben Stunde, die an der Bergstation entsprechend um eine Viertelstunde versetzt. Die Fahrtzeit über die Gesamtstrecke beträgt acht Minuten, es gilt ein Sondertarif. Neben der Tal- und der Gipfelstation gibt es eine Mittelstation. Hier ist ein Ausstieg und ein Wiedereinstieg mit gleicher Fahrkarte möglich.
Wer es allerdings sportlich angehen möchte, folgt ab der Talstation der Drachenfelsbahn auf der Drachenfelsstraße und erklimmt die Höhe zu Fuß.
Von der Mittelstation der Drachenfelsbahn besteht der Zugang zum Schloss Drachenburg und zur Nibelungenhalle. Die Bahn hält unmittelbar neben dem Eingang zur Schlossanlage. Bis zur Drachenwelt mit der Nibelungenhalle sind es ca. 400 m bergabwärts auf der Drachenfelsstraße. Nach dem Besuch der beiden Sehenswürdigkeiten geht es von der Mittelstation weiter zur Endstation am Drachenfels.
Das kolossale Schloss Drachenburg wurde 1882 bis 1884 erbaut und ist die jüngste der Burgen und Schlösser am Mittelrhein. Die Anlage geht zurück auf Stephan Sarter, der u. a. bei der Finanzierung des Suezkanals zu großem Reichtum gelangte. Nachdem er 1881 von Herzog Georg von Sachsen-Meiningen geadelt wurde, legte der frischgebackene Baron den Grundstein zu Schloss Drachenburg, einer Mischung aus Villa, Burg und Schloss. Die Innenausstattung ist außergewöhnlich prachtvoll. Man kann hier die gehobene Wohnkultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts erleben. Der große Landschaftspark lädt zum Spazieren ein. Ein Besuch im Museum zur Geschichte des Naturschutzes in der Vorburg rundet den Besuch ab.
Ob der Nibelungen-Held Siegfried den Drachen im Siebengebirge getötet hat, ist ungewiss. Aber hier erwartet die Besucher die Nibelungenhalle von 1913 mit großformatigen Wandgemälden, die Wagners „Ring des Nibelungen“ nacherzählen, sowie eine 40 Meter lange Drachenhöhle, an deren Ende ein 13 Meter großer Steindrache haust. Die Nachfahren der Drachen sind nebenan im Reptilienzoo zu sehen, der mit etwa 100 lebenden Tieren einer der größten privaten Zoos dieser Art in Deutschland ist.
Weiter geht es von der Mittelstation zur Bergstation der Drachenfelsbahn auf dem Drachenfelsplateau.
Die Burgruine Drachenfels ist der Rest einer Höhenburg, die 1138 vom Kölner Erzbischof begonnen und zehn Jahre später vom Propst des Bonner St.-Cassius-Stiftes gekauft und fertiggestellt wurde.
Der Burggraf Godart wurde durch den vulkanischen Trachyt vom Drachenfels, dem wichtigsten Baumaterial für den Kölner Dom, vermögend. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg beschädigt und schließlich geschliffen. Trachyt wurde allerdings weiter abgebaut, bis die
vollständige Zerstörung drohte. 1967 kam es zu größeren Felsabbrüchen, sodass die Bergkuppe durch Stahlanker gesichert werden musste. Wie der hohle Zahn eines Riesen beherrscht der Drachenfels die Landschaft des Rheintals. Es heißt, der Drachenfels sei der meistbestiegene Berg Europas.
Von der Bergstation der Drachenfelsbahn besteht Zugang zum Restaurant und seiner Aussichtsterrasse. Ein Shop bietet einen kleinen Imbiss und allerlei Souvenirartikel. Vom Plateau aus kann man die Schönheit der Rheinlandschaft genießen.
Nun steht die Entscheidung: zurück mit der Bahn nach Königswinter und auf bekanntem Weg zum Bahnhof Bonn-Mehlem oder zu Fuß hinab zum Rhein nach Rhöndorf. Der Weg windet sich 2,5 km lang in Serpentinen hinab zu einem Wohnhaus, das in den 1950er- und 1960er-Jahren immer wieder in den Medien auftauchte. Hier wohnte der erste Bundeskanzler, Konrad Adenauer.
In Rhöndorf, wo Konrad Adenauer von 1937 bis zu seinem Tod 1967 lebte, erinnert die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus an das Leben und Wirken des Staatsmannes. Bei einer Führung kann man das Haus, das 1937 auf einem einstigen Weinberg erbaut wurde, Einblick in das Privatleben des Politikers nehmen. Der malerische Garten mit den von Adenauer gezüchteten edlen Rosen und dem mediterranen Flair umgibt bis heute das Haus. Auf der 1958 angelegten Bocciabahn spielte er regelmäßig, um von der Bonner Politik abzuschalten. Im seinem Gartenpavillon begann Adenauer 1963 seine Memoiren zu schreiben.
Im Museumsneubau, der sich direkt unterhalb des Wohnhauses befindet, kann man dem Staatsmann über Dokumente, Exponate und Multimediastationen näherkommen. Die Dauerausstellung „Konrad Adenauer 1876-1967. Rheinländer, Deutscher, Europäer" richtet den Blick auf das Leben Adenauers. Das Ausstellungszentrum wie auch das Wohngebäude betreibt die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, die seit ihrer Gründung 1967 das Andenken an Konrad Adenauer lebendig hält.
Der Weg vom Adenauer-Haus am hochgelegenen Rand von Rhöndorf hinunter zum Bahnhof führt vorbei an einem Restaurant, das zu einer letzten Rast einlädt.
Als „Nizza am Rhein“ präsentiert sich die Rhöndorfer Gaststätte „Haus im Turm“. Die Küche ist vielseitig mediterran. Die umliegenden Weinberge sowie Rhöndorfs schönste Terrasse mit dem Drachenfels im Hintergrund laden ein, bei einem Glas Wein den Ausklang einer romantischen Tour zu genießen.
Der kurze Weg vom Restaurant zum Bahnhof führt durch die idyllischen Gassen von Rhöndorf, vorbei am Weingut Broel, wo man die Klassiker Riesling und Rivaner sowie weitere Weine vom Mittelrhein probieren und auch mit nach Hause nehmen kann.
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Bahnhof Bonn-MehlemMainzer Str. 24
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