Schloss Doberlug, Foto: Carsten Hoffmann
Ausstellung Vom Feinsten, Foto: LKEE/Andreas Franke, Lizenz: LKEE/Andreas Franke
Zisterzienserklosterkirche Dobrilugk, Foto: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben, Lizenz: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben
Weißgerbermuseum Doberlug-Kirchhain, Foto: LKEE_Andreas Franke, Lizenz: LKEE_Andreas Franke

Herzogträume und Handwerkstradition

Start
Doberlug-Kirchhain
Dauer
5 h
Länge
9 km
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Eckdaten zur Tour
Ein prachtvolles Renaissanceschloss und europaweit einzigartige Einblicke in handwerkliche Traditionen – nichts weniger als das hat die Doppelstadt Doberlug-Kirchhain, schön gelegen im Elbe-Elster-Land, zu bieten. An der Kleinen Elster siedelten sich ab 1156 Zisterziensermönche an und gründeten das Kloster Dobrilugk, von dem bis heute die Klosterkirche und das Refektorium erhalten sind. Auf den Mauern des Abthauses wurde das Schloss Doberlug in sage und schreibe 125 Jahren Bautätigkeit errichtet. Die Fertigstellung fiel mit der Herrschaft von Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg zusammen, der gleich noch eins draufsetzte und drum herum eine barocke Idealstadt anlegen ließ.
Die Schwesterstadt Kirchhain dagegen war im 18. und 19. Jahrhundert eine Hochburg der Gerber. Das hier produzierte Schafleder war weithin begehrt. Mehr über diese Handwerkstradition erfahren Sie im Weißgerbermuseum, dem einzigen seiner Art in Europa.
Eine Wandertour für Familien, Entdecker und Kulturliebhaber

Start- und Endbahnhof

Startbahnhof
Doberlug-Kirchhain
3 Tourstationen
9 km / 5 Stunden
Endbahnhof
Doberlug-Kirchhain

Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.

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Ablaufplan

Tourstart am Doberlug-Kirchhain

Wegbeschreibung

Wenden Sie sich vom Bahnhof aus in die Bahnhofsallee und spazieren Sie 15 Minuten Richtung Süden. So kommen Sie zur einstigen repräsentativen Prachtstraße und Exerziermeile von Dobrilugk, zentraler Bestandteil der am Reißbrett geplanten Idealstadt. Heute heißt sie schlicht und einfach Hauptstraße. Eines der prägenden Gebäude ist noch heute das "Quartier Rautenstock“, 1666 als Kavalierhaus für die Gäste des Schlosses angelegt. Im Hof sind die Stallungen erhalten, in denen die Pferde der Reisenden Platz fanden.
Nun sehen Sie schon bald das weiße Schloss mit prächtig verzierten Giebeln vor sich. In dem vierflügeligen Renaissancegebäude lebte Herzog Christian I. mit seiner Frau, den elf Kindern und dem Hofstaat. Ein Stück davor erinnern zwei Sandsteinobelisken an das ehemalige Stadttor an dieser Stelle, das Soldatentor.
 

Kartenausschnitt Doberlug-Kirchhain

Museum Schloss Doberlug

Im prachtvoll restaurierten Schloss Doberlug öffneten sich 2023 die Türen zu einem bedeutenden Zeugnis europäischer Adelskultur. Rund 2.000 Inventargegenstände aus Schloss Schlobitten, dem einstigen Stammsitz der Burggrafen und Grafen zu Dohna-Schlobitten kamen als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nach Doberlug. Der vielfältige Objektkosmos ermöglicht unter dem Titel „Vom Feinsten. Preußische Adelsschätze in sächsischen Mauern“ Einblicke in adelige Erinnerungskultur, Heiratsstrategien oder standesgemäße Selbstinszenierung. Eine weitere Ausstellung stellt die sächsisch-preußische Geschichte von Kloster, Schloss und Planstadt vor.
Die Naturgeschichte des Landstrichs vermittelt das Besucherinformationszentrum "erlebnisREICH Naturpark"des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Ein besonderer Reiz entsteht zudem aus dem Zusammenspiel des Schlosses mit dem benachbarten Refektorium und der Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters.

Schlossplatz 1
03253
Doberlug-Kirchhain

Telefon: 035322-6888520
E-Mail Adresse: museum-schlossdoberlug@lkee.de


Preisliste
Erwachsene: 8,00 €
tour.contact.prices.category.reduced: 4,00 €
tour.contact.prices.category.other: 16,00 € Erleben Sie vier Museen mit einem Ticket!
tour.contact.prices.category.family: 20,00 €
Museum Schloss Doberlug, Foto: LKEE/Andreas Franke, Lizenz: LKEE/Andreas Franke
Museum Schloss Doberlug, Foto: LKEE/Andreas Franke, Lizenz: LKEE/Andreas Franke
Museum Schloss Doberlug, Foto: LKEE/Kai Hüttner, Lizenz: LKEE/Kai Hüttner
Museum Schloss Doberlug, Foto: LKEE/Kai Hüttner, Lizenz: LKEE/Kai Hüttner

Wegbeschreibung

Gleich neben dem Schloss steht die Klosterkirche Dobrilugk, die vom einst sehr einflussreichen Kloster der Zisterziensermönche erhalten blieb.

Kartenausschnitt Museum Schloss Doberlug

Zisterzienserkloster Dobrilugk

Von dem ehemaligen Zisterzienserkloster ist heute vor allem noch die imposante Klosterkirche St. Marien zu bewundern. Die Abtei selbst wurde im Jahr 1165 gestiftet, bis zur Weihe der Kirche im Jahr 1228 dauerte es weitere 68 Jahre. In den Jahren nach der Gründung wuchs der Besitz des Klosters schnell an. So verfügte die Abtei im Jahr 1373 über 40 Dörfer und fünf klösterliche Wirtschaftshöfe.
Das Klosterstift war wesentlich am Ausbau der Region während des Mittelalters beteiligt: Niederungen wurden trocken gelegt, Wälder gerodet, Äcker angelegt und Dörfer gegründet. Zum Ende des 14. Jahrhunderts hin fing jedoch der Niedergang des Klosters an. Die Ordensbrüder konnten keinen Nachwuchs mehr finden und im Jahr 1431 wurde das Kloster von den Hussiten geplündert. Schließlich verließen mit dem Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts viele Mönche das Kloster und wandten sich der neuen Lehre zu. 1541 besetzte der sächsische Kurfürst Johann Friedrich das Kloster, der Konvent zerstreute sich.
Im Jahr 1550 wurde anstelle des Abthauses ein Jagdschloss errichtet. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts kam es zu einer neuen Blütezeit: Ab 1664 wurde unter einer wettinischen Seitenlinie die Stadt Dobrilugk angelegt – zu dieser Zeit erinnerte wie heute nur noch der Kirchenbau an die Vorgeschichte als Kloster. Die Klosterkirche ist heute Ort für zahlreiche Veranstaltungen und Gottesdienste.

Schlossplatz
03253
Doberlug-Kirchhain

Telefon: 035322-2982
E-Mail Adresse: pfarramt-doberlug@ekbo.de
Gewölbebogen in der Klosterkirche, Foto: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben, Lizenz: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben
Fußboden in der Klosterkirche, Foto: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben, Lizenz: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben
Fürstenloge in der Klosterkirche, Foto: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben, Lizenz: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben
Hoher Chor in der Klosterkirche, Foto: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben, Lizenz: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben
Blick nach Osten, Foto: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben, Lizenz: Eva Kunzmann Evangelische Zisterziensererben

Wegbeschreibung

Nach Ihrer Erkundung von Doberlug machen Sie sich nun auf in die Schwesterstadt Kirchhain. Die ruhige Grimmerstraße, später Tiergartenstraße, führt Sie entlang von historischer Bausubstanz und viel Grün zum Bahnhof zurück.
Auf der anderen Seite der Gleise folgen Sie der Bahnhofstraße weiter gen Norden, biegen nach einer Weile links in die passend benannte Gerberstraße ein, an der Rathausstraße noch einmal links und gleich wieder rechts in die Lindenstraße. Begleitet werden Sie von der Kleinen Elster, in die früher die Felle zum Wässern gehängt wurden, damit das spätere Leder weich und geschmeidig wurde. Aus diesem Grund finden Sie mancherorts Eisenringe an Brücken und Uferbefestigung.
Mehr über das Handwerk, das Kirchhain berühmt machte, erfahren Sie im Weißgerbermuseum, das unter anderem eine original erhaltene Werkstatt von 1753 zeigt.

Kartenausschnitt Zisterzienserkloster Dobrilugk

Weißgerbermuseum

Europas einziges Weißgerbermuseum ist eine wahre Schatzkammer für alle Geschichts- und Handwerksbegeisterte. Im Inneren des Museums taucht man in die Welt des Lederhandwerks ein. Die Ausstellung präsentiert eine beeindruckende Sammlung von Fellen, Werkzeugen, Maschinen und Arbeitsgeräte, die die verschiedenen Schritte der Lederherstellung verdeutlichen. Von der Gerbung bis zur Veredelung bietet das Museum einen Einblick in den komplexen Prozess des Weißgerberhandwerks. In der technischen Ausstellung des Museums, die sich in einer Gerberwerkstatt unweit des Haupthauses befindet, wird mit Hilfe einer kompletten Produktionsstrecke die industrielle Herstellung von Leder veranschaulicht. Aber auch vom bescheidenen Wohlstand der hiesigen Zunft ist hier so einiges zu erfahren.  Neben der Hauptausstellung gibt es auch regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen. Zur Historie des Hauses: Erbaut im Jahre 1753 als reine Gerberei, wurde im Gebäude noch bis 1947 Weiß- und Glacé-Leder hergestellt. Seit 1958 steht es unter Denkmalschutz und konnte 1963 als technikhistorisches Museum eröffnet werden.

Potsdamer Straße 18
03253
Doberlug-Kirchhain

Telefon: 035322-2293
E-Mail Adresse: weissgerbermuseum@doberlug-kirchhain.de
Dienstag: 09:00 - 12:00 und 14:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag: 09:00 - 12:00 und 14:00 - 17:00 Uhr
Freitag: 10:00 - 12:00 und 14:00 - 16:00 Uhr
Sonntag: 14:00 - 16:00 Uhr
Mittwoch: 09:00 - 12:00 und 14:00 - 17:00 Uhr
Weißgerbermuseum Doberlug-Kirchhain, Foto: LKEE_Andreas Franke, Lizenz: LKEE_Andreas Franke
Weißgerbermuseum Doberlug-Kirchhain, Foto: LKEE_Andreas Franke, Lizenz: LKEE_Andreas Franke
Technische Ausstellung, Foto: Stadt Doberlug-Kirchhain, Lizenz: Stadt Doberlug-Kirchhain
Technische Ausstellung, Foto: Stadt Doberlug-Kirchhain, Lizenz: Stadt Doberlug-Kirchhain

Tourende am Doberlug-Kirchhain

Wegbeschreibung

Nach der Reise in die Blütezeit des Gerberhandwerks können Sie noch einen kleinen Abstecher zur Stadtkirche St. Marien aus dem 12. Jahrhundert machen, die Kirchstraße entlang, praktisch gegenüber dem Museum. Danach folgen Sie der Potsdamer Straße, die später zur Leipziger Straße wird, zurück Richtung Bahnhof. Auf dem Weg sehen Sie den denkmalgeschützten Markt mit Spätrenaissance-Rathaus. Hier wurde schon vor Jahrhunderten fleißig gefeilscht und getauscht. An der Torgauer Straße biegen Sie rechts ab, dann gleich wieder links in den Baumschulenweg, der Teil der Radroute „Fürst-Pückler-Weg“ ist. „Am Krankenhaus“ geht es links, und bald erreichen Sie wieder den Bahnhof.
Dort steigen Sie nach Ihrer unterhaltsamen Zeitreise durch Doberlug und Kirchhain wieder in den Regionalzug – sicherlich ganz froh darum, nicht wie damals Herzog Christian I. auf die schlecht gefederte Pferdekutsche angewiesen zu sein.

Tourenkarte

Start/Ende

Doberlug-Kirchhain

Am Bahnhof

03253 Doberlug-Kirchhain

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