Am Bahnhof
03253 Doberlug-Kirchhain
Tour durch die Doppelstadt Doberlug-Kirchhain
Eine Wandertour für Familien, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im prachtvoll restaurierten Schloss Doberlug öffneten sich 2023 die Türen zu einem bedeutenden Zeugnis europäischer Adelskultur. Rund 2.000 Inventargegenstände aus Schloss Schlobitten, dem einstigen Stammsitz der Burggrafen und Grafen zu Dohna-Schlobitten, kamen als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nach Doberlug. Der vielfältige Objektkosmos ermöglicht unter dem Titel „Vom Feinsten. Preußische Adelsschätze in sächsischen Mauern“ Einblicke in adelige Erinnerungskultur, Heiratsstrategien oder standesgemäße Selbstinszenierung. Eine weitere Ausstellung stellt die sächsisch-preußische Geschichte von Kloster, Schloss und Planstadt vor.
Die Naturgeschichte des Landstrichs vermittelt das Besucherinformationszentrum "erlebnisREICH Naturpark"des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Ein besonderer Reiz entsteht zudem aus dem Zusammenspiel des Schlosses mit dem benachbarten Refektorium und der Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters.
Gleich neben dem Schloss steht die Klosterkirche Dobrilugk, die vom einst sehr einflussreichen Kloster der Zisterziensermönche erhalten blieb.
Von dem ehemaligen Zisterzienserkloster ist heute vor allem noch die imposante Klosterkirche St. Marien zu bewundern. Die Abtei selbst wurde im Jahr 1165 gestiftet, bis zur Weihe der Kirche im Jahr 1228 dauerte es weitere 68 Jahre. In den Jahren nach der Gründung wuchs der Besitz des Klosters schnell an. So verfügte die Abtei im Jahr 1373 über 40 Dörfer und fünf klösterliche Wirtschaftshöfe.
Das Klosterstift war wesentlich am Ausbau der Region während des Mittelalters beteiligt: Niederungen wurden trocken gelegt, Wälder gerodet, Äcker angelegt und Dörfer gegründet. Zum Ende des 14. Jahrhunderts hin fing jedoch der Niedergang des Klosters an. Die Ordensbrüder konnten keinen Nachwuchs mehr finden und im Jahr 1431 wurde das Kloster von den Hussiten geplündert. Schließlich verließen mit dem Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts viele Mönche das Kloster und wandten sich der neuen Lehre zu. 1541 besetzte der sächsische Kurfürst Johann Friedrich das Kloster, der Konvent zerstreute sich.
Im Jahr 1550 wurde anstelle des Abthauses ein Jagdschloss errichtet. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts kam es zu einer neuen Blütezeit: Ab 1664 wurde unter einer wettinischen Seitenlinie die Stadt Dobrilugk angelegt – zu dieser Zeit erinnerte wie heute nur noch der Kirchenbau an die Vorgeschichte als Kloster. Die Klosterkirche ist heute Ort für zahlreiche Veranstaltungen und Gottesdienste.
Nach Ihrer Erkundung von Doberlug machen Sie sich nun auf in die Schwesterstadt Kirchhain. Die ruhige Grimmerstraße, später Tiergartenstraße, führt Sie entlang von historischer Bausubstanz und viel Grün zum Bahnhof zurück.
Auf der anderen Seite der Gleise folgen Sie der Bahnhofstraße weiter gen Norden, biegen nach einer Weile links in die passend benannte Gerberstraße ein, an der Rathausstraße noch einmal links und gleich wieder rechts in die Lindenstraße. Begleitet werden Sie von der Kleinen Elster, in die früher die Felle zum Wässern gehängt wurden, damit das spätere Leder weich und geschmeidig wurde. Aus diesem Grund finden Sie mancherorts Eisenringe an Brücken und Uferbefestigung.
Mehr über das Handwerk, das Kirchhain berühmt machte, erfahren Sie im Weißgerbermuseum, das unter anderem eine original erhaltene Werkstatt von 1753 zeigt.
Europas einziges Weißgerbermuseum ist eine wahre Schatzkammer für alle Geschichts- und Handwerksbegeisterten. Im Inneren des Museums taucht man in die Welt des Gerberhandwerks ein. Die Ausstellung präsentiert eine beeindruckende Sammlung von Ledern, Fellen, Werkzeugen, Maschinen und Arbeitsgeräten, die die verschiedenen Arbeitsschritte der Lederherstellung veranschaulichen. Von der Gerbung bis zur Veredelung bietet das Museum vielfältige Einblicke in diese komplexen Prozesse. In der technischen Ausstellung des Museums, die sich in einer Gerberei unweit des Haupthauses befindet, wird mit Hilfe einer kompletten Produktionsstrecke die industrielle Herstellung von Leder gezeigt. Aber auch vom bescheidenen Wohlstand der hiesigen Zunft ist hier so einiges zu erfahren. Neben der Dauerausstellung gibt es auch regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu sehen. Zur Geschichte des Hauses: Erbaut im Jahre 1753 als reine Gerberei, wurde im Gebäude noch bis 1947 Glacéleder hergestellt. Seit 1958 steht es unter Denkmalschutz und konnte 1963 als technikhistorisches Museum eröffnet werden.
Nach der Reise in die Blütezeit des Gerberhandwerks können Sie noch einen kleinen Abstecher zur Stadtkirche St. Marien aus dem 12. Jahrhundert machen, die Kirchstraße entlang, praktisch gegenüber dem Museum. Danach folgen Sie der Potsdamer Straße, die später zur Leipziger Straße wird, zurück Richtung Bahnhof. Auf dem Weg sehen Sie den denkmalgeschützten Markt mit Spätrenaissance-Rathaus. Hier wurde schon vor Jahrhunderten fleißig gefeilscht und getauscht. An der Torgauer Straße biegen Sie rechts ab, dann gleich wieder links in den Baumschulenweg, der Teil der Radroute „Fürst-Pückler-Weg“ ist. „Am Krankenhaus“ geht es links, und bald erreichen Sie wieder den Bahnhof.
Dort steigen Sie nach Ihrer unterhaltsamen Zeitreise durch Doberlug und Kirchhain wieder in den Regionalzug – sicherlich ganz froh darum, nicht wie damals Herzog Christian I. auf die schlecht gefederte Pferdekutsche angewiesen zu sein.
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