Am Bahnberg 9
97286 Winterhausen
Unterwegs auf dem Kulturweg „Sonne, Mond und Steine"
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Von 1510 bis zum Frühjahr 1938 besaß Goßmannsdorf eine jüdische Kultusgemeinde, mit einer 1765 erbauten Synagoge, einem Gemeindehaus mit Schulräumen und einem rituellen Tauchbad, der Mikwe. Die Innenausstattung der Synagoge und die Ritualien wurden 1938 vernichtet. Kurz darauf kaufte die Gemeinde das Gebäude. Die Synagoge in der Zehnthofstraße 29 ist heute in Fragmenten erhalten und befindet sich – zu Wohnzwecken umgebaut – in Privatbesitz. Einige originale Wandteile, Mauerreste und Fenster sind von außen noch sichtbar. Die jüdischen Schriften der Synagoge aus dem 16. bis 19. Jahrhundert befinden sich heute als Dauerleihgabe im Stadtarchiv von Ochsenfurt.
Die Synagoge ist in Privatbesitz und nur von außen zu besichtigen.
Direkt gegenüber der Synagoge, in der Kapellengasse 1, Ecke Zehenthofstraße, steht die Kreuzkapelle – ein Schmuckstück der Gotik.
Seit 1451 ist die Kreuzkapelle nachweisbar, im 17. Jahrhundert wurde sie jedoch verändert und neu ausgestattet. Die Kapelle besteht aus einem Kirchenschiff mit Satteldach und einem eingezogenen Chor mit dreiseitigem Schluss im Osten. Im Chor befinden sich noch Teile der Originalausstattung, wie etwa der um 1400 gefertigte Bilderstock und das gotische Chorgestühl. Überwiegend stammt die Ausstattung jedoch aus dem Barock. Der Hochaltar mit Jesus am Kreuz und Maria Magdalena entstand um 1750, die beiden Seitenaltäre, links mit dem Bild der Muttergottes und rechts dem hl. Valentin, wenig später im Rokoko. Auf dem Boden befinden sich drei sehenswerte Grabsteine aus den Jahren 1519 bis 1707.
Den Schlüssel für die Kapelle verwaltet die Familie Düll, Domherrenviertel 3a.
Ihr überschreitet nun den Main. Bergan auf dem Sommerhäuser Panoramaweg unterwegs, könnt Ihr den Blick über den Main genießen.
Oberhalb von Sommerhausen biegt Ihr ab zum ehemaligen „Residenzdorf“ mit Schloss in der Hauptstraße 25.
In der Ortsmitte liegt das ansehnliche Schloss und Weingut Sommerhausen. Das jetzige Herrenhaus wurde zwischen 1546 und 1575 erbaut. Über dem Eingangsportal zum Schneckenturm und dem Relief mit dem Limpurgischen und Rheingräflichen Wappen sieht man vermutlich die Abbildung von Karl Schenk von Limpurg, dem Erbauer des Schlosses, der mit Adelheid, der Tochter des Wild- und Reingrafen Hans, vermählt war.
Das Weingut wurde allerdings schon 1435 von Schenk Konrad IV von Limpurg (1396–1482) gegründet. Als „Kellerey“ der Erbschenken des Heiligen Römischen Reiches stellte man hier über Jahrhunderte die Krönungsweine deutscher Könige und Kaiser her. Die Familie Steinmann erwarb das alte Schlossgut 1968 und renovierte es originalgetreu. Heute wird der Betrieb in bereits 15. Generation von Martin Steinmann geführt. Rund um Sommerhausen wachsen auf Muschelkalkböden die Weine der Winzerfamilie, im Fokus stehen die klassischen Rebsorten Silvaner, Riesling und die Burgunderfamilie. Im Schloss können Weinliebhaber die guten Tropfen erwerben, bei schönem Wetter lädt der lauschige Schankgarten zur genüsslichen Rast ein.
Ihr überquert abermals den Main und lauft am Mainlände, einem Erholungsgebiet am Fluss, entlang in Richtung Mauritiusplatz.
Es geht durch den Wehrweg vorbei an einem reizvollen Häuserensemble. Dazu gehört das Walmdachhaus eines Kaufmanns aus dem 19. Jahrhundert im Fährweg 3 sowie das zweistöckige Fachwerkhaus von 1747 im Fährweg 14. Ihr folgt dem Wehrweg bis zum Mauritiusplatz.
Die Mauritiuskirche mit romanischen und gotischen Elementen ist um 1300 als Pfarrkirche des Ortes erbaut. Kein Bereich von Winterhausen war in der Geschichte des Ortes so großen Veränderungen ausgesetzt wie sein alter Ortskern rund um den Mauritiusplatz. Direkt am Main gelegen, flankiert von der Pfarrkirche, dem Pfarrhaus und Schulhaus, und als bischöflicher Besitz schutzlos außerhalb der Ortsmauern gelegen, war es besonders dem Hochwasser ausgesetzt und wurde 1463 aufgegeben. Die Pfarreirechte übertrug man auf die Nikolauskapelle, die Glocken blieben aber bis 1737 im Turm der Mauritiuskirche.
Das ehemalige Langhaus wurde um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu einem eingeschossigen, verputztem Wohnhaus mit Mansardkrüppelwalmdach umgestaltet. Das Pfarrhaus wurde zum Wirtshaus; am großzügigen Neubau findet man noch den Namen Zum Goldenen Löwen. Das ehemalige Schulhaus mit Stufengiebel wurde 1493 erbaut, aber schon mit dem Bau des Kantorats beim Rathaus 1510 aufgegeben. Die ehemalige Mauritiuskirche wird derzeit saniert und zu einem Wohn- und Bürogebäude umgebaut.
Vom Mauritiusplatz geht es durch die Altstadt und dann rechts über die Hauptstraße zum Rathausplatz.
Der Rathausplatz bietet eine schöne Kulisse mit Blick auf Rathaus und Kantorat, bewacht vom Kirchturm der erhöht stehenden Nikolauskirche. Nachdem man die Pfarrkirche und Schule vom Mauritiusplatz zum Rathaus verlegte, entstand hier das neue Zentrum. 1738/39 wurde das Rathaus im Barockstil an der Stelle des Vorgängerbaus von 1558 errichtet. Das Kantorat von 1510 mit schmucker Fachwerkfassade diente als Ersatz für das vorherige Schulgebäude am Mauritiusplatz und beherbergte zwei Klassenzimmer im Erdgeschoss. 1542, mit der Einführung der Reformation, wurde die Kirche evangelisch.
Im Innern birgt die St. Nikolaus zahlreiche Schätze: einen spätgotischen Schnitzaltar aus der Schule des bedeutenden fränkischen Bildhauers Tilman Riemenschneider, einen achteckigen Taufstein von 1571 und einen sehenswerten Beichtstuhl des 18. Jahrhunderts.
Über den Bucksweg ein Stück entlang der Gleise erreicht Ihr wieder den Bahnhof.
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Bahnhof Winterhausen,Am Bahnberg 9
97286 Winterhausen