Fürstenwalder Damm 484
12587 Berlin
Eine Wanderung durchs Erpetal
Eine Wandertour für Familien und Naturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Auch im ehemaligen Gutspark in Hoppegarten hat der stilprägende Peter Joseph Lenné seine Spuren hinterlassen. Nach seinen Plänen wurde 1821 der inzwischen nach ihm benannte Park angelegt. Neben dem eigentlichen Park bezog er auch die jenseits der Allee gelegenen Wirtschaftsflächen, Nutzgärten und Feuchtgebiete in seine Planung mit ein. Vor dem Hackeschen Schloss gegenüber den Gutshöfen breitet sich zunächst leicht abfallend das mit Gehölzen ganz sparsam bepflanzte Gelände aus. Fast immer sind es dicht, oft wulstartig lange Gehölzgruppen, die entgegen der sonst so häufigen Verwendung von hainartig gepflanzten Einzelbäumen den Park fast nackt erscheinen lassen. Es gibt vielfältige Sichtbeziehungen, wobei das Schloss nicht der alleinige Ausgangspunkt ist. Die ursprüngliche Gliederung der Parklandschaft durch Wege, Wasserläufe und malerisch gruppierte Gehölze ist teils noch ablesbar.
Im Jahr 1850 erwarb Carl Heinrich von Treskow Schloss und Park von Gräfin Hacke, der Urenkelin Samuel von Marshalls. Heinrich von Treskow wurde als Erbauer von Schloss Dahlwitz und Mitbegründer der Pferderennbahn in Hoppegarten bekannt. 1855/56 errichtete der Berliner Architekt Friedrich Hitzig, einer der bedeutendsten Baumeister der Schülergeneration Schinkels, im Auftrag Treskows einen schlossartigen Herrensitz im Stil der Potsdamer Turmvillen wie sie in Berlin und Brandenburg Mitte des 19. Jahrhunderts häufig gebaut wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Turm aufgestockt sowie ein Anbau an der nördlichen Seite angefügt.
Seit 2004 waren das Schloss und der Park Eigentum der Brandenburgischen Schlösser GmbH. Das denkmalgeschützte Schloss wurde an einen privaten Investor verkauft. Der Park ist in seinem Grundkonzept im Jahr 2005 wiederhergestellt worden und bleibt weiterhin jederzeit öffentlich nutzbar.
Am Schloss vorbei führt der Weg auf die Rudolf-Breitscheid-Straße. Hier geht der Blick hoch zur evangelischen Dorfkirche von Dahlwitz-Hoppegarten gleich gegenüber. Um 1300 als Feldsteinbau errichtet, wurde die Kirche 1732 barock umgebaut. Die heutige Innenausstattung des mittlerweile sanierten sakralen Baus stammt vom Gutsbesitzer Carl-Heinrich von Treskow aus dem Jahre 1907. Laufen Sie ein Stück am Anger entlang und biegen Sie dann direkt vor dem Friedhof rechts in den kleinen Weg, der Sie nun wieder zur Auenlandschaft der Erpe mit seinen saftigen Wiesen führt. Der Wanderweg bringt Sie geradewegs zur Rennbahnallee, die – wie der Name schon verrät – parallel zur berühmten Rennbahn Hoppegarten verläuft. Nun heißt es Abschied nehmen von der Erpe, die nun weiter südlich fröhlich durch die Landschaft mäandert.
Preußenkönig Wilhelm I. und sein Kanzler Otto von Bismarck reisten persönlich an, um am 17. Mai 1868 die Galopprennbahn in Hoppegarten zu eröffnen. Mit einer Geraden von 1.200 Metern Länge vor der Haupttribüne bot sie den Besuchen ein besonders spannendes Rennerlebnis. Bereits zwei Jahre später erhielt sie einen eigenen Bahnanschluss, der bis zu 40.000 Besucher an einem Tag möglich machte. Schnell entwickelte sich Hoppegarten zum Mittelpunkt des Galopprennsports in Deutschland und zugleich zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt am östlichen Rand von Berlin. Nach dem Verlust der meisten Pferde am Ende des Zweiten Weltkrieges bemühte sich der nun „Volkseigene Rennbetrieb Hoppegarten“ um einen Neuanfang. So gab es auch wieder Wetten mit „Großem und Kleinem Einlauf“, auch Damen mit großen Hüten ließen sich nicht nur am Moderenntag sehen. Nach 1990 gelang es, den Glanz vergangener Zeiten wieder nach Hoppegarten zu holen. Die fast 100 Jahre alte Tribüne ist bestens erhalten und dient immer wieder als Kulisse für Konzerte unter freiem Himmel. Die Anlage mit ihrem uralten Baumbestand besitzt den Status des „national wertvollen Kulturdenkmals“. Von April bis Oktober finden hier jährlich circa zehn Rennveranstaltungen statt. So ist Hoppegarten nun ein Ausflugsziel für die ganze Familie geworden.
Vorbei am historischen Eingang der Rennbahn gelangen Sie zum Kreisel und ein paar Meter auf der Lindenallee zur Bahnhofstraße, die Sie direkt zum Bahnhof Hoppegarten bringt. Der Name des Ortes hat übrigens nichts mit Pferden und „Hoppe, hoppe Reiter“ zu tun, sondern kommt schlicht von Hopfen, den man fürs Bierbrauen benötigte. Hier gab es früher also einmal einen Hopfengarten. Nach gut zwei, zweieinhalb Stunden wandern haben Sie nun das schöne Erpetal in den Füßen und herrliche Landschaftsbilder in der Erinnerung.
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S-Bahnhof FriedrichshagenFürstenwalder Damm 484
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