Am Bahnhof
01561 Großenhain OT Zabeltitz
Barock und Renaissance in Zabeltitz
Eine Wandertour für Kulturliebhaber, Entdecker und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im alten Dorfkern, in einem restaurierten Dreiseithof, präsentiert das Bauernmuseum Fundstücke aus der bäuerlichen Vergangenheit der Dörfer rund um Zabeltitz.
Wie lebte eine Mittelbauernfamilie in der Großenhainer Pflege zu Beginn des 20. Jahrhunderts? In deren Lebensumstände können sich die Besucher hineinversetzen und durch die mit original erhaltenen Möbelstücken und Haushaltshelfern eingerichteten Wohnräume spazieren. Im Wirtschaftsbereich sowie der Scheune sind historisches landwirtschaftliches Werkzeug und hauswirtschaftliches Gerät zu sehen.
Zum Bauernhof, der um 1810 errichtet wurde, gehörten das Wohnhaus mit Wohn- und Wirtschaftsbereich, Stall und Scheune sowie das Auszugshaus, in dem die Altbauern wohnten.
Jedes Jahr zum 1. Mai geben sich auf dem Hof regionale Händler ein Stelldichein, dazu gibt es vielfältige Angebote für Familien und Handarbeitsvorführungen. Der Eintritt ist an diesem Tag frei, ebenso zum Internationalen Museumstag Mitte Mai und zum Tag des offenen Denkmals im September. Führungen auf Anfrage, Tel. 03522-304174.
Schlendern Sie auf der Hauptstraße etwa 250 Meter weiter, stehen Sie vor der St. Georgen-Kirche, einer der bemerkenswertesten Dorfkirchen in Sachsen. Werfen Sie unbedingt einen Blick hinein und schauen Sie sich um. Der Sandsteinaltar stammt vom Dresdner Bildhauer Christian Walther II. Ein Gedenkstein am Eingang erinnert an August Christoph Reichsgraf von Wackerbarth, einen Minister August des Starken, der im 18. Jahrhundert das herrschaftliche Anwesen von Zabeltitz umgestalten und in seine heutige Form bringen ließ.
Von Wackerbarth war Oberbefehlshaber der sächsischen Armee, erhielt 1728 von August dem Starken die Gutsherrschaft über Zabeltitz und liegt auf eigenen Wunsch in der Dorfkirche begraben.
Errichtet in den Jahren 1580/81 im Auftrag von Nickel Pflugk, dessen Familie der Ort damals gehörte, zeigt sich die Kirche im spätgotischen Stil mit Einflüssen der Renaissance. Der außergewöhnliche Sandsteinaltar und der Taufstein stammen vom Dresdner Bildhauer Christian Walther II. In dieser kleinen Dorfkirche fand der Reichsgraf August Christoph von Wackerbarth seine letzte Ruhestätte. An der Stelle der heutigen Kirche stand zuvor eine 1495 erbaute Holzkirche. Die heutige St.-Georgen-Kirche ist das älteste erhaltene Bauwerk von Zabeltitz – sie überstand alle Kriege und den Großbrand von 1808 nahezu unbeschadet.
Biegen Sie links ab in die Straße Am Park. Nach wenigen Metern haben Sie das herrschaftliche Palais vor sich, an das sich der Barockgarten anschließt. Reichsgraf von Wackerbarth ließ ihn im 18. Jahrhundert anlegen: mit prächtigen Lindenhecken und Kastanienalleen, Lustwäldchen, Rondellen und Sandsteinskulpturen sowie großzügigen Wasserflächen.
Das Alte Schloss, schräg gegenüber dem Palais, gehört ebenfalls zum Ensemble. Es wurde im 16. Jahrhundert als Stallgebäude und Gästehaus für die kurfürstliche Jagdgesellschaft erbaut. Im Palais sowie im Alten Schloss befindet sich heute ein Standesamt – das „Barockdorf Zabeltitz“ hat sich als romantische Hochzeitslocation einen Namen gemacht.
Näheres zur Geschichte des Palais und den für die Entwicklung des Ortes wichtigen Persönlichkeiten erfahren Sie in der Dauerausstellung im Foyer. Im Barockgarten berichten Ihnen Informationstafeln noch einiges mehr über die Besonderheiten der Anlage.
Der Park ist ganzjährig kostenfrei zugänglich und wirklich sehenswert. Ein außergewöhnliches Naturschauspiel bekommen Sie zur Blütezeit der Buschwindröschen (meist im April) und des Hainwachtelweizens zu sehen, der mit gelben Blüten und blauvioletten Hochblättern erstrahlt (Juni bis Mitte August).
Seine heutige Form erhielt das Palais von Zabeltitz ab 1728 durch Baumeister Johann Christoph Knöffel, der das bestehende Renaissance-Wohnschloss im Auftrag des Reichsgrafen von Wackerbarth umbauen ließ. Die Ursprünge der Anlage gehen auf eine Wasserburg zum Schutz der alten Salzstraße zurück.
Auch den Garten entwarf Johann Christoph Knöffel ab 1728. Die Anlage ist streng symmetrisch angelegt. Alleen und Heckensäume, kleine Wäldchen und Rondelle mit Sandsteinskulpturen laden zum Lustwandeln ein – ganz, wie es einst die sächsischen Kurfürsten und ihre Jagdgesellschaft taten. Sehr hübsch sind auch die vom Wasser der Großen Röder gespeisten Teichanlagen.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellte man im Barockgarten repräsentative Sandsteinskulpturen auf, darunter die Brunnenanlagen Riesenkinder, Diana und Apollon. Später ließ Prinz Xaver von Sachsen den Garten um eine „Wildnis“ im englischen Stil erweitern.
Die Dauerausstellung im Foyer des Palais informiert über die Geschichte des Ortes und der Anlage.
Das Palais-Café öffnet vom 1. Mai bis 30. September sonntags von 14-17 Uhr.
Wandern Sie nach Ihrer fürstlichen Flanierrunde durch den Garten vielleicht auch noch den kleinen Naturlehrpfad ganz in der Nähe entlang. Wenden Sie sich aus dem Palais nach Süden, außen an der Parkmauer nach rechts, und Sie finden bereits die ersten Hinweisschilder.
Auf dem Rundweg erhalten Sie anhand von Informationstafeln einen Einblick in die vielfältige Flora und Fauna der Röderauen, in denen sich Biber und Fischotter, Eisvögel und Störche wohlfühlen.
Das Gebiet lässt sich auch auf gut ausgeschilderten Wanderwegen weiter erkunden, bevor Sie über die Hauptstraße zurück zum Bahnhof gehen.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Bahnhof ZabeltitzAm Bahnhof
01561 Großenhain OT Zabeltitz