Neumarkt 5
01662 Meißen
Auf der Porzellan-Strecke durch Meißens Stadtpark
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die anno 1220 erstmals erwähnte Kirche diente vor allem den Fischern der umliegenden Dörfer und durchreisenden Kaufleuten als Gotteshaus und wurde daher dem Schutzpatron beider Berufsgruppen gewidmet – dem Heiligen Nikolaus. Sie ist das älteste Gebäude der Stadt. 1929 wurde die Kirche durch den Künstler der Porzellan-Manufaktur Meissen, Prof. Paul Emil Börner, zu einer Gedenkstätte für die Toten des Ersten Weltkrieges gestaltet. Wandtafeln aus Porzellan tragen die Namen der 1.815 gefallenen Bürger der Stadt. Die beiden mit 2,50 Metern weltweit größten Figuren, die jemals aus Meissener Porzellan hergestellt wurden, zeigen trauernde Mütter. Die Kirche kann auf Anfrage besichtigt werden.
Kontakt über:
Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Sankt Afra Meißen
Pfarramt Tel. (03521) 453832
kg.meissen_afra@evlks.de
Bevor Sie nun weiter durch den Stadtpark laufen, besuchen Sie die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen – über die Kerstingstraße und links in die Talstraße gelangen Sie hin. Die Schauwerkstatt und das Museum der Meissen Porzellan-Stiftung in der Nummer 9 sind ganzjährig täglich geöffnet.
Seit mehr als 300 Jahren werden in der Manufaktur Meissen exklusive Porzellane gefertigt – vom Service über Kunstwerke und Figuren bis hin zum Schmuck. Das Porzellan-Museum zeigt die einmalige Sammlung Meissener Porzellans von 1710 bis in die Gegenwart. Ein Höhepunkt ist die prächtig gedeckte Tafel von August den Starken. In der Schauwerkstatt können die Besucher an vier Arbeitsplätzen miterleben, wie Meissener Porzellan in filigraner Handarbeit entsteht. Es werden Führungen in der Schauwerkstatt und Kreativworkshops sowie Tablet-Rallyes, Schatzsuche und Meissen-Safaris für Kinder angeboten. Das Besuchercafé lädt zum Verweilen ein und die Boutiquen zum Shoppen.
Nach diesem beeindruckenden Erlebnis Meissener Kunsthandwerks folgen Sie nun weiter der Talstraße und schwenken dann links in die Karl-Niesner-Straße, die Sie über die Triebisch und durch einen Tunnel unter den Gleisen zurück in den Stadtpark bringt. Über die Hirschbergstraße gelangen Sie zum Weg Goldgrund im Landschaftsschutzgebiet Goldgrundwald mit seinen Esskastanien, Winterlinden, Stieleichen und Bergahornen. Folgen Sie dem Weg Richtung Osten, treffen Sie auf die Wilsdrufer Straße, der Sie rechter Hand ein paar Meter folgen, um dann am Hotel Siebeneichen in den Weg Siebeneichener Kirschberg einzuschwenken. Sie erreichen den Siebeneichener Schloßberg und laufen den Waldweg südlich am Schloss Siebeneichen entlang.
Das Renaissanceschloss Siebeneichen ließ der kursächsische Hofmarschall Ernst von Miltitz um 1553 auf einem Bergsporn am linken Elbufer errichten. Die Adelsfamilie war sehr kunstinteressiert und lud führenden Köpfe der Romantik ins Schloss wie Friedrich de la Motte Fouque, E. T. A. Hoffmann, Heinrich von Kleist, Novalis und Johann Gottlieb Fichte. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand in Siebeneichen ein Landschaftspark nach englischem Vorbild, der erste dieser Art in Sachsen, von dem Teile bis heute erhalten blieben.
Bei der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schlossherren enteignet und der Grund und Boden an Neubauern übergeben. Das Schloss selbst wurde als Naturkundemuseum genutzt, später auch als Fachschule für Klubleiter und Volkshochschule für Erwachsenenbildung. Heute beherbergt es die Sächsische Akademie für Lehrerfortbildung.
Im denkmalgeschützten Schlosspark steht eine mächtige, rund 300 Jahre alte Platane mit 38 Metern Höhe und einem stattlichen Umfang von 7,5 Metern. Der majestätische Baum ist die größte Platane Sachsens. Gleich daneben befindet sich der Arita-Hain mit der Nabeshima-Stele. Welch ungewöhnliche Namen für das sächsische Meißen! Doch beide haben viel mit Porzellan zu tun.
Der Arita-Hain mit japanischen Gehölzen und der Nabeshima-Stele erinnert an Dr. Naotsugo Nabeshima (1912–1981), einem japanischer Staatsminister und Erforscher der Geschichte des japanischen Porzellans. Er beschäftigte sich auch mit dem Meissener Porzellan und setzte sich für freundschaftliche Beziehungen zwischen Meißen und Arita ein. Seit 1979 sind Arita und Meißen durch eine Städtepartnerschaft miteinander verbunden. Die japanische Stadt Arita gilt als Ursprungsort der Porzellanherstellung in Japan seit 1616. Im Jahre 1980 verlieh die Technische Universität Dresden Dr. Nabeshima die Ehrendoktorwürde. Nach seinem Tod schenkte dessen Witwe der Uni wertvolle Lackarbeiten und persönliche Gegenstände, die heute im Museum für Völkerkunde Dresden aufbewahrt werden.
Jetzt geht es hinunter an die Elbe! Überqueren Sie die Siebeneichener Straße und laufen Sie auf dem Uferweg am Sportplatz vorbei, bis Sie den Poetenweg mit seinen herrlichen Abschnitten, aber auch einigen Stufen erreichen. Folgen Sie dem Weg hinauf in den Wald, vorbei an schmucken Meißener Villen, zum Aussichtspunkt mit einem schönen Blick auf die Elbe. Sie passieren den Friedhof mit der Martinskapelle und gelangen auf die Obergasse und den Plossenweg. Ein paar Meter auf der Poststraße und Sie haben wieder den Neumarkt mit dem Haltepunkt Meißen Altstadt erreicht. Mit dem stetigen Auf und Ab in den Füßen und viel Neuem über Meissener Porzellan im Kopf geht es nun mit der S-Bahn zurück.
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