Schloßallee
01468 Moritzburg
Kultur und Natur auf dem Königsweg in Moritzburg
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Name des Schlosses geht zurück auf Herzog Moritz von Sachsen, der das Gebäude 1542 als Jagdschloss errichten ließ. Seine heutige Gestalt erfuhr es jedoch durch August den Starken. Der Kurfürst ließ den ursprünglichen Renaissancebau unter der Leitung des berühmten Baumeisters Pöppelmann zu einem prächtigen Barockschloss umgestalten. Um hier opulente Jagdgesellschaften abhalten und Seeschlachten inszenieren zu können, wurden Teiche und Wildgehege angelegt.
Heute ist das Schloss ein Museum, in dem mehrere Ausstellungen und historische Räumlichkeiten besichtigt werden können. Ein Muss ist das „Federzimmer“ mit Wandbespannungen aus Millionen von Vogelfedern. Darüber hinaus beherbergt das Schloss eine große Sammlung von barocken Ledertapeten, wertvollem Porzellan und Jagdtrophäen.
Besondere Berühmtheit erlangte Schloss Moritzburg durch die deutsch-tschechische Filmproduktion „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ende des Jahres 1972 und Anfang 1973 wurden hier die Außenaufnahmen für den Märchenklassiker gedreht. Immer in den Wintermonaten wird darum eine Sonderausstellung zum Kultfilm gezeigt.
An die Szene, in der Aschenbrödel seinen Tanzschuh verliert, erinnert heute ein kleiner Bronzeschuh, festgeschraubt an der Außentreppe des Schlosses.
Im Eintritt inbegriffen sind sogenannte HistoPads. Mit diesen interaktivem Tablet-Guides können Besucher:innen auf Zeitreise gehen. Animationen und 3D-Inszenierungen lassen die Schlossgeschichte lebendig werden.
Zurück auf dem Uferweg, kommen Sie nach wenigen Metern am liebevoll sanierten „Rüdenhof“ vorbei. Das barocke Gutshaus war die letzte Wohnstätte der Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz. Es dient heute als Museum (www.kollwitz-moritzburg.de).
Nun verläuft der Weg ein stückweit nördlich. Links rauschen die Bäume, rechts erhebt sich das Schloss. Ein letzter Blick auf die Pracht, dann geht es für mehrere Kilometer durch den Wald. Ein idyllischer Rastplatz mit Blockhütte liegt am Unteren Altenteich. Wer kein Pausenbrot dabei hat, macht am Mittelteich einen Abstecher zum Restaurant Seeblick (www.seeblickmoritzburg.de). Südlich davon, am Rande eines Campingplatzes, lädt ein Hochseilgarten (www.hochseilgarten-moritzburg.de) zum Kletterabenteuer in den Baumkronen.
Nur stillen Beobachtern offenbart sich das muntere Treiben einen Kilometer weiter. Im Naturschutzgebiet Frauenteich leben mehr als 190 Vogelarten. Steigen Sie auf die Aussichtsplattform und lassen Sie sich überraschen, welches Stück das Naturtheater für Sie spielt!
Doch wo sind die Tiere des Waldes? Die gibt es im Wildgehege zu sehen, welches Sie nach weiteren 1,5 Kilometern erreichen.
Das Wildgehege ist ein rund 40 Hektar großer Wildpark. Hier leben rund 30 einheimische Tierarten in naturnahen Gehegen unter artgemäßen Bedingungen. Das sind vor allem Rot- und Damwild, Ziegen, Marder und verschiedene Fuchsarten, aber auch Waschbären, Fischotter und Meerschweinchen.
Die Anfänge des Wildgeheges gehen bis ins Jahr 1580 zurück, als im „Alten Thiergartens” Wild für die kurfürstliche Küche gehalten wurde. Beliebt unter August dem Starken waren vor allem die prunkvollen Hetzjagden, bei denen der Hofstaat in edlen Kostümen und mit wertvollen Jagdutensilien auf die Jagd gingen und anschließend rauschende Feste feierte.
Das Wildgehege Moritzburg gehört heute zum Staatsbetrieb Sachsenforst.
Aus der Ferne lässt sich schon das nächste Ziel erkennen, das Fasanenschlösschen. Der Weg führt geradewegs darauf zu. Es ist das kleinste Schloss Sachsens und wird auch als Paradies in der Nussschale bezeichnet.
Der Name erinnert daran, dass sich nicht weit vom einstigen Jagdschloss Moritzburg eine Fasanerieanlage befand. August der Starke hatte sie bauen lassen, um hier Jagdfasane für die königliche Tafel zu züchten. Im Siebenjährigen Krieg verwüstet, ließ Kurfürst Friedrich August III. die Fasanerie wieder aufbauen. Ein Jugendfreund pachtete schließlich den Garten und beauftragte den Architekten Johann Daniel Schade mit dem Bau eines Sommerschlösschens nach der beliebten China-Mode. Auf knapp 180 m² fanden das Empfangs- und Wartezimmer für Gäste, Arbeitskabinett, Wohnkabinett, Schlafzimmer, Speisesaal und ein Appartement sowie Toiletten- und Vorzimmer Platz.
Das Schlösschen kann im Rahmen einer Führung von Mai bis Oktober besichtigt werden.
Vom Fasanenschlösschen aus lässt sich ein Blick auf die Ostseite von Schloss Moritzburg werfen. Die Gebäude sind durch eine 2,5 Kilometer lange Sichtachse miteinander verbunden. Das Schlösschen ist zudem von einem großzügigen Park umgeben. Ein Spazierweg führt ostwärts zum Großteich, an dem es ein Kuriosum zu entdecken gibt, Sachsens einzigen Leuchtturm.
Der Leuchtturm steht am westlichen Ufer des Niederen Großteichs, der zu den Moritzburger Teichen gehört. Der 21,8 Meter hohe Leuchtturm erhebt sich auf einer etwa 50 Meter langen Mole. Um 1780 erbaut, musste er allerdings nie Schiffe navigieren, sondern sollte vielmehr an die Seeschlacht bei den Dardanellen im Russisch-Türkischen Krieg erinnern. Beeindruckt vom Sieg der russischen Schiffe ließ Friedrich August III. die Schlachtszenerie auf dem Großteich nachbauen – samt Leuchtturm, Hafen, Mole, sogenannten Dardanellen mit Kanonen und Kriegsschiffen.
Restauriert und nun auch mit einer „Befeuerung” ausgestattet, kann der historische Leuchtturm an einigen Tagen im Jahr besichtigt werden. Bitte vorab die aktuellen Termine auf der Webseite prüfen.
Am idyllischen Großteich entlang geht es zurück in Richtung Ortskern von Moritzburg. Ihren Hunger stillen Sie besonders stilvoll in der Churfuerstliche Waldschaenke (www.waldschaenke-moritzburg.de), einem Traditionslokal mit gemütlicher Terrasse.
Nun sind die letzten 2 Kilometer ein Kinderspiel. Sie passieren die Halbinsel im Großteich und gelangen schließlich zum Schwanenteich. Schräg gegenüber erhebt sich wieder die märchenhafte Kulisse von Schloss Moritzburg.
Geben Sie sich noch ein wenig der schönen Aussicht hin, bevor der Bus Sie bequem nach Dresden zurückbringt.
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