Bahnhofstraße 1
37574 Einbeck
Rundtour in und um Einbeck
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die erste Erwähnung der Heldenburg findet sich in einer Urkunde von 1321. Es waren die Grafen von Dassel, die über einen Salzbrunnen herrschten. Sie wurden bald von den Welfenherzögen des Fürstentums Grubenhagen abgelöst, die hier standesgemäß residierten mit dem Recht der Gerichtsbarkeit und der Münzprägung. Bei Ritterturnieren tauchte hier erstmals das weiße Ross auf, das nach und nach im ganzen Land an Bedeutung gewann und sich heute auf der niedersächsischen Landesflagge wiederfindet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg blieb die Burg weitgehend unbewohnt und verfiel. Bis heute übriggeblieben sind Außenmauern des Pallas und der Burgkapelle sowie ein Turmstumpf. Das Gelände wird gelegentlich für Mittelaltermärkte und Ritterspiele genutzt. Sogar Trauungen finden hier statt.
Öffentliche Führungen auf der Burgruine Heldenburg finden von Mai bis September an jedem ersten Sonntag im Monat um 14:30 Uhr statt. Buchung über:
Tourist-Information Einbeck,
Marktstraße 13, 37574 Einbeck
Telefon 055 61 / 916 - 555
Mail: touristinfo@einbeck.de
www.einbeck.de
Nach dem Besuch der Burg lohnt sich eine Rast in der benachbarten „Burgschänke“. Angeboten werden deftige Speisen der regionalen Küche. In der warmen Jahreszeit bieten zwei Terrassen weite Ausblicke ins Leinetal.
Burgschänke Salzderhelden
Burgplatz 1, 37574 Einbeck
info@burgschaenke-salzderhelden.de
Tel.: 05561 82368
www.burgschaenke-salzderhelden.de
täglich außer Mi: 11:30 – 22.30 Uhr
Nach dem Besuch der Ruine Heldenburg beginnt die längste Wanderung dieser Tour. Sie führt auf der Heldenburger Straße aus dem Ort hinaus in nördlicher Richtung und nutzt vorwiegend Feldwege. Es geht bis nahe an die Ilme und begleitet den kleinen Nebenfluss der Leine bis zur Straßenbrücke der L487. Nun geht es in ein Gewerbegebiet bis zur Otto-Hahn-Straße. Hier befindet sich ein weiteres Etappenziel dieser Tour: die riesige Sammlung von Nutzfahrzeugen.
„PS – Speicher“ ist eine Sammlung von Autos und Motorrädern von so gigantischem Ausmaß, dass sie an fünf Standorten in Einbeck untergebracht ist. Dreh- und Angelpunkt ist die Erlebnisausstellung für die ganze Familie mit einer großen Schau von Modellfahrzeugen. Dies Tour führt nahe heran. Separat untergebracht sind die Sammlungen für Klein- und Kleinstwagen einschließlich Elektrofahrzeuge, Motorräder von den Anfängen bis in die 1990er-Jahre, historische PKW der Nachkriegszeit und die nun erreichte Sammlung von Nutzfahrzeugen.
Diese Sammlung in der Otto-Hahn-Straße ist die weltweit größte ihrer Art. Zu sehen sind historische Nutzfahrzeuge berühmter Hersteller wie Büssing, Hanomag, Krupp, Magirus-Deutz, Borgward oder Ikarus. Sie umfasst Lastkraftwagen verschiedener Leistungsklassen, große und kleine Busse, geländegängige Transporter, Baumaschinen und Motoren aus über 100 Jahren Fahrzeuggeschichte. Viele davon sind noch fahrbereit und werden regelmäßig bewegt.
Besuchsadresse Sammlung Nutzfahrzeuge:
Otto-Hahn-Str. 3-5, 37574 Einbeck
Nun folgt eine längere Stadtwanderung vom Stadtrand in die Innenstadt. Der Weg über Rotdornweg und Köppenweg ist nicht der kürzeste, aber er vermeidet den Autoverkehr auf viel befahrenen Straßen. Über Teichenweg, Ostertor, Neuer Markt geht es zunächst zur Knochenhauerstraße. Hier steht an der Ecke zur Marktstraße das reich verzierte Eickesche Haus. Es beherbergt die städtische Touristinformation (Marktstraße 13, Tel. 05561 916555, touristinfo@einbeck.de). Hier gibt es eine reiche Auswahl an Informationsmaterial über die Stadt, darunter einen Faltplan, in den der Bierpfad eingezeichnet ist, der ab hier die Grundlage für die weitere Tour bildet. Nun gilt es nur noch, den auf dem Pflaster aufgemalten Bierfässern zu folgen.
So wird man wieder ein Stück auf der Knochenhauerstraße zurückgeführt, um dann in den Hallenplan einzubiegen. Der ruhige, von Fachwerkhäusern gesäumte Platz strahlt Ruhe und Geborgenheit aus. Im Schatten der Luthereiche kann man sich hier Ruhe gönnen. Dann sind es nur noch wenige Schritte bis zum Marktplatz.
Beim Betreten des Markplatzes fällt sofort ein besonders geschmücktes Fachwerkhaus ins Auge: das Brodhaus. Das ist das einzige erhaltene Gildehaus in der Stadt. Es diente der Bäckerzunft u.a. als Versammlungsort und Quartier für durchreisende Bäckergesellen. Außerdem ist es eine der ältesten, heute noch aktiven Gaststätten Niedersachsens.
Gegenüber dem Brodhaus steht das Alte Rathaus. Mit seinen drei aus Fassadenvorbauten herausragenden Türmchen ist es ein Wahrzeichen von Einbeck. Vor dem Rathaus steht ein Brunnen mit einer schelmisch grinsenden Brunnenfigur. Das ist kein geringerer als Till Eulenspiegel. Eine Einbecker Legende berichtet, dass sich der Spaßvogel hier als Brauereigeselle verdingte und seinem Meister einen deftigen Streich spielte. Heute noch feiern die Einbecker alljährlich im Oktober das Eulenfest, das sich zum größten Stadtfest in Südniedersachsen gemausert hat.
Zurück zum Brodhaus. Natürlich kann hier das Einbecker Bier vom Fass genossen werden. Bei einer „Bierprobe“ gibt es fünf verschiedene Sorten Einbecker Bier à jeweils 0,1 Liter. Auf den Tisch komme das regionale "Einbecker Senfmühlen-Schnitzel" oder die "Einbecker Senfsuppe". Immerhin ist Einbeck auch für seinen Senf über die Stadtgrenze hinaus bekannt.
Vom Brodhaus aus markieren weiter die auf das Pflaster gemalten Bierfässer den Weg in die Münsterstraße, um am Haspel eine Kehre von Norden nach Süden zu vollführen, die in die Straße Auf dem Steinwege führt. Hier wartet das nächste Etappenziel der Tour – das Stadtmuseum in einem imposanten Patrizierhaus von 1548.
Das Stadtmuseum bietet in seiner Dauerausstellung Einbecker Geschichte in komprimierter Form. Natürlich spielt die Bierbrauerei dabei eine wichtige Rolle, zumal die Stadt im Mittelalter eng mit der Hanse verbunden war. Sehenswerte Abteilungen sind darüber hinaus der für Einbeck wichtige Blaudruck, das Münzkabinett und das Friedrich Wilhelm Sertürner-Zimmer, das den Apotheker ehrt, der aus der Droge Opium das schmerzstillende Medikament Morphin isolierte. Beeindruckend ist der Saal mit barocker Wandbespannung aus der Zeit um 1770 und dem zweigeschossigen Erker.
Das dem Museum angeschlossene RadHaus ist Deutschlands modernste Fahrradausstellung, die die Geschichte des Fahrrades und der Einbecker Fahrradfabrikation anhand vieler historischer Exponate erzählt. Bei gutem Wetter stehen im Museumsinnenhof verschiedene Fahrradtypen wie Laufmaschine und Hochrad zum Ausprobieren bereit.
Schließlich gelangt man die die Tiedexer Straße. Mit einer 200 Meter langen historischen Häuserzeile aus feinstem Fachwerk bietet sie eine besondere Sehenswürdigkeit. An den hohen Toreinfahrten erkennt man die Brauhäuser.
Am Ende der Tiedexer Straße erhebt sich das Hochhaus mit dem Erlebnismuseum „PS Speicher“, siehe dazu POI 2.
Am grünen Streifen der ehemaligen Wallanlage entlang verläuft nun der Bierpfad in Richtung Hullerser Tor. Zwischen Tiedexer und Hullerser Tor ist die mittelalterliche Stadtmauer samt Gräben und Wällen noch vollständig erhalten. Dort befindet sich auch der Bäckerwall mit Minigolfanlage für Familien und Spielplatz für die Kleinen.
An der Hullerser Straße bietet sich eine Abkürzung an. Sie verzichtet darauf, weitere Bauten der Stadtbefestigung anzusehen. Stattdessen führt der Weg nun durch die Altendorfer Straße zur Benser Straße und von dort durch die Papenstraße zum Eingang des Einbecker Brauhauses.
Das imposante Einbecker Brauhaus Ist aus über 700 kleinen Hausbrauereien zwischen dem 14. Und 17. Jahrhundert hervorgegangen. Ihre Tradition geht auf das Jahr 1378 zurück. Das Bier trug den Namen Einbeck in den gesamten Ostseeraum und darüber hinaus. Noch heute hat er bei Bier-Freunden einen guten Klang. Das ist dem Brauhaus zu verdanken, in dem stets an der Vervollkommnung des Gerstensaftes gearbeitet wird, indem handwerkliche Tradition und moderne Technik zusammenwirken.
Das Einbecker Brauhaus bietet verschiedene Führungen an. Der Klassiker beginnt mit einer Einführung in die Geschichte des Einbecker Brauwesens, gefolgt vom Kennenlernen der Zutaten und der Erklärung der Brauverfahren im Zuge einer Tour durch die Produktion – einschließlich Führung durch das Sudhaus sowie den Gär- und Lagerkeller, die Filtration und die Abfüllung. Wer mag, nimmt auch einer Verkostung im Ur-Bock-Keller teil.
Die Teilnahme an einer Führung muss vorab per Internet unter https://www.einbecker.de/echt-erleben/brauerei-tour gebucht werden.
Vom Brauhaus bis zum Bahnhof Einbeck-Mitte ist es ein Fußweg von rund einem Kilometer. Wir empfehlen, den Weg über Marktstraße, Marktplatz und Dr,-Friedrich-Uhde-Straße zu nehmen. Er führt noch einmal durch die Fußgängerzone der Innenstadt und bietet Gelegenheit, nach einem Souvenir Ausschau zu halten – zum Beispiel einer Tischdecke mit Blaudruck. Da hält man immerhin immaterielles Weltkulturerbe in den Händen. Vom Bahnhof Einbeck-Mitte sind es nur wenige Minuten bis zum Halt des RE 2 in Einbeck-Salzderhelden.
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Einbeck-SalzderheldenBahnhofstraße 1
37574 Einbeck