Am Bahnhof 1
06249 Mücheln (Geiseltal)
Rundwanderung von Mücheln (Geiseltal) durch das Naturschutzgebiet
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Geiseltalsee bietet heute wunderschöne Naturerlebnisse und Raum für Wassersport, Wandertouren, Skate-, Rad- und Badeausflüge. Dabei fuhr der letzte Kohlenzug erst 1993 aus dem Geiseltal – einem der bedeutendsten Bergbaugebiete Deutschlands. Hier wurden in 300 Jahren 1,4 Mrd. Tonnen Braunkohle abgebaut,16 Ortschaften überbaggert und die Kohle zu Briketts gepresst. Der Geiseltalsee war ursprünglich ein knapp 80 Meter tiefes Tagebauloch. Bis 2011 wurde es acht Jahre lang mit Saale- und Geiselwasser geflutet. Entstanden ist ein einzigartiger, in Teilen geschützter Naturraum mit einer beeindruckenden Insekten-, Amphibien-, Fisch- und Vogelwelt. Als Rast- und Überwinterungsgebiet für Zugvögel ist der See auch international bedeutend. Der farbenfrohste Vogel im Geiseltal ist der seltene Bienenfresser. Für ihn sind die Steilwände der ehemaligen Gruben eine hervorragende Brutstätte. Auch Rotmilan, Wachtel und Wendehals brüten am See. Seltenheitswert für Deutschland haben die Bestände verschiedener Armleuchteralgen, die dank des klaren Wassers bis in große Tiefen reichen. Als einer der wertvollsten Gewässer Deutschlands erhielt der Geiseltalsee 2023 die Auszeichnung „Lebendiger See“. Um das junge Ökosystem lebendig zu erhalten, werden verschiedene Artenschutzmaßnahmen umgesetzt: Die Landschaftspflege übernehmen Schafe und Ziegen. Bestimmte Uferbereiche sind für Gäste gesperrt und die Wasserpflanzen werden durch die örtliche Tauchstation erfasst.
In östlicher Richtung geht es am Spielplatz vorbei zum Geisteltal-Irrgarten im Ortsteil Neubiendorf. Hier können Groß und Klein ihren Orientierungssinn testen.
Im letzten Jahrhundert entdeckte man in der Geiseltaler Braunkohle eine große Anzahl tierischer Fossilien. Das bekannteste unter ihnen ist das 1933 ausgegrabene „Geiseltaler Urpferd“, das heute im Geiseltalmuseum in Halle ausgestellt ist. Sein Alter wird auf 50 Millionen Jahre geschätzt. Um dem Urpferdchen ein besonderes Denkmal zu widmen, entstand die Idee eines Irrgartens. So pflanzte man 1998 im Müchelner Ortsteil Neubiendorf Hecken aus Hainbuchen in Form des Pferdchens an.
Seit der Eröffnung des Labyrinths 2017 können entdeckungsfreudige Besucher auf 678 Meter langen Wegen ihren Orientierungssinn testen.
In Krumpa lässt sich an Schnittflächen in der Böschungswand ablesen, wie die Geiseltalkohle entstanden ist und wie sich ein 11.000 Jahre zurückliegender Vulkanausbruch in der Eifel vor Ort verewigt hat. Schautafeln erläutern die geologischen Aufschlüsse. Weiter am Ufer entlang führt der Weg zur Marina Braunsbedra mit Bootsverleih, dem Startpunkt für Rundfahrten mit der MS Geiseltalsee und einer Seebrücke.
Die Seebrücke ist das architektonische Highlight der Marina Braunsbedra. Mit ihren 190 Metern Länge reicht sie weit in den Geiseltalsee hinein und bietet vom Abschlussplateau an ihrer Spitze einen einmaligen Rundumblick. 2017 wurde sie eröffnet, gemeinsam mit der nebenan liegenden Marina. An Wochenenden wird die Seebrücke manchmal von Hochzeitspaaren und deren gut gekleideter Entourage bevölkert, denn die Brückenplattform ist eine Außenstelle des örtlichen Standesamtes und beliebter Trauungsort.
Hier am südlichsten Punkt des Sees lässt sich z.B. in der „Gaststätte Neumark am Geiseltalsee“ speisen und verweilen.
In der familiengeführten „Gaststätte Neumark“ am Südstrand des Geiseltalsees nahe der Seebrücke Braunsbedra werden Gäste mit regionaler und frischer Küche verwöhnt. Die Spezialitäten moderner, gutbürgerlicher Kochkunst können im Sommer auf einem Plätzchen im Biergarten oder an der Strandbar genossen werden. Verschiedene saisonale Veranstaltungen versprechen unterhaltsame Abende mit leckerem Menü.
Die Stadt Braunsbedra lockt mit Industriekultur und regionaler Archäologie in die „Zentralwerkstatt Pfännerhall“.
Die „Zentralwerkstatt Pfännerhall“ ist Museum und beeindruckendes Zeugnis der Industriekultur zugleich. In der einstigen Werkstatthalle der Brikettfabrik Pfännerhall ist anhand von originalen Werkzeugen Spannendes über die 300-jährige Bergbaugeschichte des Geiseltals und über die fossilen Schätze zu erfahren. In der Ausstellung „Fundort Pfännerhall“ können neben fossilen Originalfunden auch ein Nachbau des im Revier Neumark entdeckten Altelefanten „Ele“ und ein Replikat des 50 Mio. Jahre alten Urpferdchens bestaunt werden. Eine Sonderausstellung zeigt bis 2025 „Die Welt der Himmelsscheiben“. Wie Radfahren einst begann, erklärt eine Ausstellung über das Laufrad von Michael Kaßler aus Braunsbedra. Im kleinen Kino läuft ein Film über die Schilfrohrsegelboot-Expeditionen ABORA IV im Mittelmeer und im Nordatlantik.. Wechselnde Kunstausstellungen bereichern das Ausstellungsangebot.
Im Ambiente-Stil des Industriezeitalters verwöhnt das „Geiseltal Café » (Tel. 034633 399828) Gäste mit warmen Speisen, Kaffee- und Kuchenspezialitäten.
Weiter geht es in Frankleben vorbei am feinsandigen Badestrand. An den ehemaligen Steilböschungen können Kolonien der Uferschwalbe und des seltenen Bienenfressers beobachtet werden.
Auf der Klobikauer Höhe geht’s vorbei am Aussichtsturm „Seeblick“ hinauf zum Weinausschank auf dem Weinberg „Goldener Steiger“. Der Ausblick über den See wurde 2020 mit den Publikumspreis „Schönste Weinsicht Saale-Unstrut“ gekürt.
Auf dem Weinberg „Goldener Steiger“ am Geiseltalsee befindet sich die beliebte Straußenwirtschaft der Winzerfamilie Reifert. Im ehemaligem Tagebau hatte 1997 der Hobbywinzer Rolf Reifert die Idee, sich am Weinanbau zu versuchen. Zu jenem Zeitpunkt glich die Halde noch einer Mondlandschaft. Der Winzer erkannte jedoch, dass die Seehanglage die idealen Voraussetzungen für die Trauben darstellt, und wagte das Experiment vom Tagebau zum Weinbau. Damals wurde Reifert noch belächelt, heute zählt der Weinberg zur höchsten Form der Rekultivierung ehemaliger Tagebaugelände. Seit 2000 können Radfahrer und Wanderer bei einem grandiosen Blick über den See Weine wie Dornfelder oder Cabernet genießen. Zudem werden kleine Speisen angeboten. Rund ums Jahr finden Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Wanderungen auf dem Goldenen Steiger statt.
Der Findlingsgarten „Nordisches Plateau“ am Strandbad Stöbnitz zeigt beeindruckende eiszeitliche Findlinge, die während des Bergbaus und der Sanierungsarbeiten im Geiseltal gefunden wurden. Wer vom Rundweg auf die Halbinsel abbiegt, blickt über die Kernzone des Naturschutzgebietes „Bergbaufolgelandschaft Geiseltalsee“ mit Brut- und Rastplätzen zahlreicher Wasservögel.
Zum Abschluss lohnt ein Abstecher in die denkmalgeschützte mittelalterliche Müchelner Altstadt. Wer süße Spezialitäten liebt, findet im traditionsreichen Eiscafé Hesse (Kleine Brunnenstraße 12) eine Auswahl an Kuchen und Eis. Ein Bummel entlang des Baches Geisel führt unweit der Kirche St. Micheln zur Springquelle, die eine der größten Mitteldeutschlands und Namensgeber für die Region ist. Sehenswert sind auch das Wasserschloss St. Ulrich (Schloßstraße 2) mit Barockgarten und Landschaftspark im englischen Stil.
Die Tour endet wieder am Bahnhof Mücheln (Geiseltal).
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Bahnhof Mücheln (Geiseltal)Am Bahnhof 1
06249 Mücheln (Geiseltal)