Bahnhofstr. 1
06749 Bitterfeld-Wolfen
Entdeckungen in einer Seenlandschaft
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Es ist ein Kunstwerk, das die Phantasie anregt. Ist es eine Brücke? Ein Schwibbogen? Sind es Schaufeln eines Braunkohlebaggers? Der Künstler Claus Bury schuf mit dem Bauwerk eine Klammer zwischen der Industrie vergangener Tage und einem modernen Chemie-Park, zwischen dem Tagebau von gestern und der daraus entstandenen Seenlandschaft von heute. Der Bogen ist 28 Meter hoch und eine Rampe führt einen halben Kilometer lang im Zickzack nach oben.
Nach der tollen Aussicht kehren Sie auf der Parkstraße zurück in besiedelte Gegenden. Folgen Sie der Parkstraße, bis sie in die Altschloßstraße übergeht, und aus einem Kreisverkehr heraus in die Niemegker Straße. So erreichen Sie an der Blauen Bank den See.
Die 66 Meter lange Bank aus Stahl entstand am Jahrestag der Jahrhundertflut vom 12./13. August 2002. Die Stadt Bitterfeld selbst wurde in den Folgetagen zunehmend überflutet. Im Chemiepark konnte eine Umweltkatastrophe nur durch den massiven Einsatz von Helfern verhindert werden. Die Blaue Bank lädt Passanten ein, Platz zu nehmen und den Blick sowie die Gedanken über den See schweifen zu lassen. Der war zwischen 1949 und 1991 ein Braunkohletagebau, für den sechs Dörfer geopfert wurden. Auf der Rückenlehne der Bank sind etwa 1.500 Namensschilder von Fluthelfern befestigt, die beim Bau und der Sicherung des Sandsackdamms hinter dem nahen Stadion im Einsatz waren.
Nach der Rast auf der Blauen Bank folgen Sie dem Uferweg in nördliche Richtung. Sie kommen vorbei am Badestrand Goitzsche mit Liegewiesen und Sandstrand. Die Seepromenade führt nun zum Stadthafen. Nach einer 90-Grad-Biege in Richtung Osten geht es weiter auf dem Bernsteinweg. Was es in Bitterfeld mit dem Bernstein auf sich hat, werden Sie später erfahren. Doch zunächst ist eine Rast im Kaffeehaus Wundermild angesagt. Hier gibt es einen Kaffee aus der eigenen Rösterei, leckere Torten und von der Dachterrasse den vielleicht besten Blick über den See (www.wundermild-bitterfeld.de). Gleich hinter dem Kaffeehaus biegt ein Weg in Richtung Stadt ab. Er führt nach wenigen Metern zum Wasserzentrum Bitterfeld.
Aus dem 1992 stillgelegten Wasserwerk ist in den letzten Jahren ein Informations- und Bildungszentrum entstanden. Aus dem Gedanken, das Bitterfelder Wasserwerk in die Konzeption der Wasserfront mit einzubeziehen und einer öffentlichen Nutzung zuzuführen, entstand 1996 die Idee für die Nutzung der Anlagen und Gebäude aus den Jahren 1910 bis 1983 durch Umwandlung in ein Wasserzentrum. Seit der Umgestaltung demonstrieren vorhandene Anlagentechnik, ergänzt durch Nachbildungen, Modelle und funktionstüchtige Kleinanlagen, dem Besucher den Weg des Trinkwassers von der Gewinnung bis zur Abwasseraufbereitung unter Einbeziehung der historischen Entwicklung. Ausstellungen informieren über Bedeutung und den Umgang mit der begrenzten Ressource "Wasser", Wasser und Umwelt, die Wechselwirkungen zwischen Wasser und Fauna/Flora, Biologie und Hydrologie der Gewässer und Flüsse der Region - einschließlich des entstandenen Goitzsche-Sees - und die Vielfältigkeit der Wassernutzung. An Experimentierplätzen können sich vor allem Kinder und Jugendliche je nach Alter spielerisch oder im Versuch mit den physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers und der vielschichten Problematik Wasser und Umwelt auseinandersetzen. Wasserbecken mit unterschiedlichem Besatz, Wasserspiele, eine dem Charakter des Wasserzentrums entsprechende Begrünung auf den Freiflächen des ehemaligen Wasserwerksgeländes und eine gastronomische Einrichtung verbinden die Elemente der Information, Bildung und Erholung.
Vom Wasserzentrum aus führt der Weg zurück zum See. Weiter geht es auf dem Bernsteinweg. Da fällt zunächst am Weg eine Elektrolok ins Auge, wie sie einst für die Kohlezüge im Tagebau eingesetzt wurden. Wegen ihrer außergewöhnlichen Zugkraft wurde der Typ EL 2 aus Hennigsdorf auch „Hundert-Tonnen-Lok“ genannt. Gleich hinter der Lok steht unübersehbar die Biermannsche Villa, eine Fabrikantenvilla aus dem Jahr 1896. In der damaligen Mode der Kaiserzeit – Historismus genannt – treffen hier Stilelemente verschiedener Epochen aufeinander. Heute ist das Haus als „Villa am Bernsteinsee“ ein Hotel (www.villa-am-bernsteinsee.com). Es folgt am Uferweg der Marinapark am Bitterfelder Yachthafen. Hier legt das Fahrgastschiff „Vineta“ zu eineinhalbstündigen Rundfahrten ab (www.ms-vineta.de). Eine weitere Sehenswürdigkeit am See ist das 1890 in den Niederlanden gebaute Plattbodenschiff „MS Reudnitz“, das vor allem für Charterfahrten zur Verfügung steht (www.msreudnitz.de). Es folgt am Ufer das Strandbad „Am Pegelturm“ mit mehreren gastronomischen Einrichtungen. Mit dem Pegelturm ist ein weiteres Highlight der Tour erreicht.
Fast scheint es, als ob ein überdimensionaler Bohrer im Grund des Goitzschesees steckt. Aber weit gefehlt: der Pegelturm schwimmt auf der Oberfläche des Wassers. Zwei gegenläufige Treppen erlauben den Aufstieg in 26 Meter Höhe zu einer phantastischen Aussicht auf Bitterfeld und die umliegenden Gemeinden, ja bei guter Fernsicht sogar bis Leipzig.
Nun geht es zurück zum Bahnhof. Aber zuvor soll noch die Frage nach dem allgegenwärtigen Bernstein geklärt werden. Gehen Sie bis zur „Villa am Bernsteinsee“ auf dem Strandweg zurück, auf dem Sie gekommen sind. Dort biegen Sie in die Friedensstraße und gelangen über die Burgstraße und den Ratswall zum Kirchplatz. Hier befindet sich das Kreismuseum Bitterfeld.
Dem Sammler und Forscher Emil Obst, der Ende des 19. Jahrhunderts als Feldvermesser nach Bitterfeld kam, ist der Grundstock für eine umfassende Geschichtssammlung zu verdanken, die sich bis heute um die Themen Mittelalter, Biologie, Geologie und Ballonfahrt erweitert hat. Informatives und Kurzweiliges gibt es in den Dauer- und Sonderausstellungen zu erleben, jüngere Besucher haben besonders in den interaktiven Kinderspielecken ihre Freude. Besonderes Highlight ist der Bernsteinkeller. Hier sind einige Fundstücke der 425 Tonnen Bernsteine zu besichtigen, die im ehemaligen Braunkohletagebau Goitzsche aus den Glimmersanden unter dem Bitterfelder Braunkohleflöz bergmännisch gewonnen wurden.
Vom Museum sind es nur ein paar Schritte zum Markt mit dem Rathaus von Bitterfeld-Wolfen und der Touristinformation. Hier finden sich verschiedene Möglichkeiten für eine abschließende Rast. Bis zum Bahnhof sind es knappe 15 Minuten Fußweg. Die Walther-Rathenau-Straße führt direkt zum Ziel.
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