Wilmersdorfer Weg
16909 Heiligengrabe
Zisterzienserinnen-Kloster Heiligengrabe
Eine Wandertour für Kurztrip, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im Abteigebäude des Kloster Stift zum Heiligengrabe befinden sich die Arbeitsräume der Äbtissin und die wertvolle Stiftsbibliothek. Sie sind Teile der dreiflügelige Klausur mit dem Kreuzgang und dem Kreuzgarten. An der Nordseite des Gebäudekomplexes befindet sich der Eingang zu den Ausstellungsräumen der Abtei. Die Besucher werden hier in wechselnden Themen mit dem Leben der Stiftsfrauen in verschiedenen Epochen vertraut gemacht. Mit der Restaurierung des Dachgeschosses im West- und Nordflügel der Abtei wurden sechs Gästezimmer mit kleinen Bädern sowie eine kleine Wohnung geschaffen.
Weiter geht es vorbei am Taubenturm und am Rosenhäuschen. Sie sind Zeugen aus jener Zeit, als der Klosterkomplex noch vielerlei Wirtschaftsgebäude umfasste. Der Ostflügel des Klosters, das Nordhaus und ein langgestrecktes, feinfühlig restauriertes Fachwerkhaus, das Putlitz-Haus, sowie das Wulffenhaus umgrenzen den romantischen Damenplatz mit einer knorrigen Linde in der Mitte. Dort halten selbst eilige Besucher andächtig inne. In den Anfang des 18. Jahrhunderts errichteten Häusern lebten ursprünglich Stiftsdamen. Die Gebäude sind heute meist nach der letzten ständigen Bewohnerin benannt und dienen als Gästehäuser. In einem von ihnen ist der Klosterladen untergebracht.
An der Südseite der Klosteranlage im Stift zum Heiligengrabe erhebt sich die Klosterkirche: ein einschiffiger, langgestreckter Saal. Das Süd- und das Westportal machen deutlich, dass hier Baumeister mit höchstem Können am Werk waren. Der Innenraum ist nüchtern gestaltet und auf den Marienaltar ausgerichtet. Neben dem Gotteshaus ist der historische Kirchhof mit Gräbern von Stiftsdamen erhalten.
Beim Verlassen der Klosterkirche fällt der Blick bereits auf die Heiliggrabkapelle, das Wahrzeichen des Klosterstifts zum Heiligengrabe.
Das Kloster Stift zum Heiligengrabe wurde an einem einstigen Richtplatz errichtet und brachte es so nach und nach zu einer Wallfahrtsstätte. Angeblich wurden dort Kranke gesund und Sünder erhielten Ablass. Um möglichst viele Pilger nach Heiligengrabe zu locken, entschloss man sich, an die Stelle eines bescheidenen Vorgängerbaus eine prachtvolle Kapelle für die Pilger zu setzen: Die 1512 geweihte Heiliggrabkapelle ist heute noch das Schmuckstück der Klosteranlage. Der Staffelgiebel an der Westseite gehört zum Schönsten der norddeutschen Backsteinkunst.
Nach der Reformation, die das Ende des Wunderglaubens brachte, wurde die Heiliggrabkapelle zunächst als Kornspeicher genutzt. Erst seit 1840, als König Friedrich Wilhelm IV. ihre denkmalpflegerische Sanierung veranlasste, diente sie wieder als Andachtsstätte. Die Innengestaltung stammt aus den Jahren 1903/04 und stellt die Klostergeschichte im Pomp der Kaiserzeit dar.
Das Kloster Stift bietet Frauen die Möglichkeit, eine Woche in Abgeschiedenheit zu verbringen, lädt ein zu Einkehrtagen, zum Fasten oder zum meditativen Schweigen. Aber auch sehr weltliche Themen stehen auf dem Programm: Schreib-, Back-, Kräuter- und Stickseminare, Yoga-, Tanz- und Meditations-Kurse. Hinzu kommen Ausstellungen, Klostermärkte und ein Klosterladen. Organisiert wird das alles von den Stiftsfrauen und ihren Helferinnen. Und noch etwas: Im restaurierten Kreuzgang befindet sich das Standesamt der Gemeinde Heiligengrabe.
Der Weg zum Bahnhof führt wieder zurück über die Blesendorfer Straße.
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