Am Hauptbahnhof 1
53111 Bonn
Zeitreise in eine Stadt mit Vergangenheit
Eine Wandertour für Kulturliebhaber und Entdecker
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Mitten im Herzen der Stadt Bonn befindet sich das Bonner Münster, ein Wahrzeichen der Stadt Bonn. In dem Bau aus dem 11. bis 13. Jahrhundert verschmelzen romanische und gotische Stilelemente. Auch die Ausstattung, die meist dem Barock und folgenden Epochen entstammt, verleiht der Basilika eine festliche Atmosphäre. Hier werden seit 1350 Jahren christliche Märtyrer verehrt, als Reliquien aus dem Besitz der Kaiserin Helena (um 250 – 330), der Mutter des Kaisers Konstantin, nach Bonn gebracht wurden, wodurch der Ort großen Zulauf an Pilgern erhielt. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der rund 900 Jahre alte Kreuzgang des Münsters. Er ist der besterhaltene romanische Kreuzgang nördlich der Alpen. Die drei Kreuzgangflügel besitzen eine regelmäßige Folge von schlanken Säulen, die die Bögen tragen. An den Kapitellen der Säulen sind reiche, blumenartige Verzierungen zu erkennen und Tierdarstellungen wie Drachen, Greife, Löwen, ein geflügeltes Pferd und eine Seeschlange.
Weiter geht es auf den Münsterplatz. Dort steht gegenüber dem Alten Postamt das Beethoven Denkmal, das 1845 anlässlich des 75. Geburtstages des Komponisten eingeweiht wurde. Von dort geht es durch die Remigiusstraße zum dreieckigen Markt und weiter in die Bonngasse. Hier steht das Geburtshaus eines der größten deutschen Komponisten: Ludwig van Beethoven (1770 – 1827).
Das Museum im Geburtshaus Ludwig van Beethovens zählt zu den meistbesuchten Musikermuseen der Welt. Es lädt zu einer erlebnisorientierten und emotionalen Begegnung mit dem Künstler und Menschen Beethoven ein. Dazu gehören die „Schatzkammer“ mit Originalmanuskripten, ein Musikzimmer für regelmäßige Konzerte auf historischen Tasteninstrumenten sowie ein Bereich für Wechselausstellungen. Das Gebäude ist eines der wenigen erhaltenen Bonner Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert mit niedrigen Deckenbalken und Geländern und unterschiedlichen Bodenniveaus. Im Erdgeschoss befanden sich eine Küche und ein unterkellerter Wirtschaftsraum. Im ersten Stock gab es zwei kleinere und eine etwas größere Wohnstube, im Dachgeschoss die Schlafkammern. Die Familie Beethovens wechselte noch mehrmals ihre Wohnung, jedoch ist keines der späteren Häuser erhalten.
Neben dem Museum befindet sich ein Shop. Das Angebot umfasst über 2000 Bücher und Artikel rund um Beethoven und die Musik.
Nach dem Besuch im Beethoven-Haus geht es zurück zum Markt, wo in einer Ecke das Alte Rathaus steht. Es ist ein Ort historischer Staatsbesuche in den Jahren, als Bonn die Hauptstadt der Bundesrepublik war. Im Gobelin-Saal trugen sich Staatsgäste ins Goldene Buch ein. Vor dem Rathaus wurden einige der Gäste von einer jubelnden Menge empfangen. So die Präsidenten Charles de Gaulle und Kennedy, Königin Elisabeth II. und Generalsekretär Gorbatschow.
Weiter geht es über den Bischofsplatz zum Kurfürstlichen Schloss. Das langgestreckte Gebäude ist aber nur das, was nach einem Brand im Jahr 1777 gegenüber dem Hofgarten wiederhergestellt wurde. Als französische Revolutionstruppen 1794 in Bonn einmarschierten, endete die Nutzung als Residenz der Kölner Kurfürst-Erzbischöfe. Heute beherbergt der Bau Einrichtungen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Vom Hofgarten des Schlosses, auf dem sich in den 1980er-Jahren große Demonstrationen abspielten, geht es auf dem Regina-Pacis-Weg in Richtung Rhein. Die Konvikstraße 4 ist sehr geschichtsträchtig.
In der Konvikstraße 4 wurde 1789, dem Jahr der Französischen Revolution, Peter Joseph Lenné geboren. Der spätere Gartenarchitekt und Stadtplaner war der wesentliche Schöpfer der Potsdamer Kulturlandschaft, des flächenmäßig größten UNESCO-Welterbes in Deutschland. Sicher eines seiner wichtigsten Werke finden wir im Park Sanssouci in Potsdam. Doch auch die Flora in Köln, der Schlossgarten in Brühl, der Kurpark in Bad Neuenahr tragen seine Handschrift. Ein Verein bemüht sich seit Jahren darum, das derzeit von der Universität genutzte Gebäude zu einem Museum für den Gartenkünstler auszubauen. Es soll das umfangreiche Wirken von Lenné sowie das seiner Hofgärtner-Vorfahren widerspiegeln.
Übrigens: Im Oktober 1812 besuchte Lenné zu Beginn eines Wien-Aufenthaltes Ludwig van Beethoven und überbrachte ihm Briefe aus Bonn. Bei dieser Begegnung soll der Komponist ausgerufen haben „Ach, das Peterlein!“ und bemerkt haben: „Dich versteh ich; Du sprichst bönnsch“. Beide haben den bönnschen Zungenschlag nie abgelegt.
Vorbei am Alten Zoll, dem Rest einer historischen Bastion, geht es zur Rheinuferpromenade. Ein besonders sorgsam bepflanztes Wegstück wird Lenné-Parterre genannt. Nach ein paar Metern ist der Rheinpavillon erreicht.
Der Rheinpavillon mit seiner an die Gondel eines Luftschiffes erinnernden Architektur und unmittelbaren Lage am Rhein lädt mit diversen Kaffeespezialitäten, ofenfrischem Flammkuchen und selbst gebackenen Kuchen zum Verweilen ein. Der Betrieb bietet auch Speisen & Getränke "to go" an. Geschützt hinter hohen Panoramascheiben, eröffnet der 1959 gebaute Pavillon aus erhöhter Position einen weiten Blick auf das Bonner Rheinufer und das Rheintal bis zum Siebengebirge.
Frisch gestärkt geht es weiter den Rhein flussaufwärts. Am Weg stehen die Gebäude des Bundesrechnungshofes und von Bonner Dependancen einiger Bundesministerien. Dort, wo das Gelände immer mehr parkähnliche Züge annimmt, wird es wieder historisch. Hier stehen die steinernen Zeugnisse der Bonner Republik: die Villa Hammerschmidt, die den Bundespräsidenten von 1950 bis 1994 als Wohn- und Amtssitz diente, das schlossartige Palais Schaumburg, das dem ersten Bundeskanzler als Dienstsitz zur Verfügung stand, der Kanzlerbungalow, das Wohn- und Empfangsgebäude der Bundeskanzler von 1964 bis 1999, und das Bundeskanzleramt, das von 1976 bis 1999 Amtssitz der Bundeskanzler Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder war.
Die Gebäude können im Rahmen einer Führung besichtigt werden (www.hdg.de). Am Ende dieser Reihe historischer Orte steht das Bundeshaus, in dem sich von 1949 bis 1999 der Bundestag, das Parlament der Bonner Republik, befand. Heute gehört der Gebäudekomplex zum World Conference Center Bonn und ist Bestandteil des UN-Campus. Den optischen Abschluss bildet der 162,5 Meter hohe gläserne Post-Tower am Zugang zum Freizeitpark Rheinau. Die Tour durch die Historie wird durch einen Besuch des Hauses der Geschichte Bonn abgerundet.
Das Haus der Geschichte Bonn zeigt deutsche Zeitgeschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart. Politische Entwicklungen bilden den Leitfaden, daneben begegnet man vielfältigen Objekten aus Alltag, Kultur, Wirtschaft und Weltgeschehen. Zeitzeugen berichten von ihren persönlichen Erlebnissen und Erinnerungen. Die Dauerausstellung wird derzeit neu gestaltet und Ende 2025 wiedereröffnet. Während der Schließzeit zeigt das Museum die Wechselausstellung „Nach Hitler. Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus“ und bietet Rundgänge durch das Depot an.
Das Haus der Geschichte liegt an der Museumsmeile im ehemaligen Parlaments- und Regierungsviertel. In der Nachbarschaft befinden sich das Museum König, das Kunstmuseum Bonn, die Bundeskunsthalle und das Deutsche Museum Bonn.
Vom Museum sind es nur ein paar Schritte zum Bahnhof Bonn UN Campus mit Anschluss zum Bonner Hauptbahnhof.
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Bonn HbfAm Hauptbahnhof 1
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