Am Bahnhof 3
39261 Zerbst/Anhalt
Spaziergang durch ihre Heimatstadt Zerbst/Anhalt
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die fürstliche Residenz war ehemals eines der bedeutendsten Barockschlösser Mitteldeutschlands. Von 1681 an entstand in fünf Bauphasen bis 1773 das gesamte dreiflügelige Ensemble, der Ostflügel als Letzter. Bedeutende Baumeister und Künstler aus ganz Europa waren am Bau beteiligt. Das Schloss wurde in den letzten Kriegstagen 1945 von Bomben schwer getroffen und brannte vollständig aus. Wertvolle Dokumente und Kunstwerke gingen verloren. Am noch vorhandenen Ostflügel des Schlosses wird deutlich, welch gewaltige Ausmaße das gesamte Bauwerk einst besaß. Der zum Schloss gehörende Park war einstmals als Barockgarten angelegt und wurde ab 1798 in einen Landschaftsgarten umgestaltet. Heute umfasst der Schlossgarten mit dem Schlossteich noch eine Fläche von über 150.000 Quadratmetern und wird geprägt durch den erhaltenen Flügel des Schlosses.
Der Förderverein Schloss Zerbst e. V. bewahrt durch Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen die noch vorhandene barocke Bausubstanz. Von den warmen Frühjahrsmonaten bis in den Herbst hinein gibt es verschiedene Ausstellungen und Räume im Schloss zu besichtigen und Veranstaltungen zu besuchen.
In Sichtweite des Ostflügels befindet sich die ehemalige fürstliche Reithalle. Sie enthielt auch eine Empore für die Hofkapelle unter dem berühmten Komponist und Kapellmeister Johann Friedrich Fasch (1688 – 1756), einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach.
Der Barockbau wurde als Stadthalle im Inneren technisch hochmodern ausgestattet. Hier finden jetzt Bälle, Konzerte und Ausstellungen statt. Vor dem Gebäude steht das in Deutschland einzige Denkmal für Katharina die Große. Die Bronzestatue ist ein Geschenk an die Stadt Zerbst und wurde 2010 eingeweiht.
Die Ausstellungen im Schloss sind von Ende April bis Ende Oktober Dienstag bis Samstag von 11 – 12 Uhr und von 13 – 17 Uhr im Rahmen von Führungen und begleiteten Rundgängen zu sehen. Die touristische Route „Katharina die Große“ führt im und am Schlossgarten zu verschiedenen Stationen, die aus dem höfischen Leben der anhaltischen Prinzessin, ihrer Familie und der Stadthistorie erzählen.
Der Weg führt weiter durch den Schlossgarten, vorbei am Schlossteich, zum Breite-Straßen-Tor.
Anschließend geht es auf der Dr.–Martin-Luther-Promenade entlang bis zur Straße Am Plan.
An der Kreuzung geht es nach links ab und weiter durch die Bäckerstraße zum Markt. Hier befindet sich die Tourist-Information der Stadt Zerbst/Anhalt. (Tel. 03923 754225)
Mit dem Roland und der Butterjungfer, die seit Jahrhunderten über die Marktrechte der Stadt wacht, befinden sich auf dem Markt zwei sehr alte Wahrzeichen der Stadt. Als Zeichen städtischer Freiheit steht der Roland seit 1385 zunächst aus Holz und ab 1445 aus Sandstein auf dem Markt. Er ist der drittälteste Roland in Deutschland.
Der toskanische Brunnen in der Nähe stammt aus jener Zeit, als es hier noch keine Wasserleitung gab. Von den vielen reich verzierten Bürgerhäusern, die einst das Bild des Platzes prägten, sind nach dem Bombenhagel vom 16. April 1945 nur wenige erhalten geblieben.
Die Ruine der Stadtkirche St. Nicolai, einst größte Hallenkirche Anhalts, prägt noch heute das Bild des Marktes. Seit 1991 kümmert sich ein Verein um die Erhaltungsmaßnahmen und die Nutzung der Kirchenruine.
In der unmittelbaren Nachbarschaft steht die 1696 eingeweihte Kirche St. Trinitatis. Der barocke Zentralbau wurde nach Plänen des niederländischen Architekten Cornelis Ryckwaert gebaut, der auch am Schlossbau beteiligt war.
Bevor es nun ins Museum der Stadt, dem Francisceum geht, lohnt ein Abstecher zum wohl schönsten und am besten erhaltenen Stadttor von Zerbst, dem Heidetor.
Infolge seiner exponierten Lage waren das Tor sowie der angrenzende Mauerabschnitt der am stärksten befestigte Abschnitt der Stadtbefestigung.
Von hier wird ein Blick frei auf die 4,2 km lange mittelalterliche Stadtmauer, die mit Türmen und Wiekhäusern ausgestattet war und einst fünf Stadttore besaß, von denen drei noch vorhanden sind.
Die heutige Stadtbefestigung wurde um 1430 als Ring um die Innenstadt errichtet. Mit dem aufkommenden Einsatz von Feuerwaffen, erhielten die Wehrgänge ein zusätzliches Dach, Schießscharten und ein Fachwerk an der Innenseite.
Innerhalb der Stadtmauer geht es wieder zurück bis zum Stadtmuseum.
Neben dem Gymnasium Francisceum beherbergt das ehemalige Klostergebäude auch das Museum der Stadt Zerbst/Anhalt, das die über 1070-jährige Geschichte sowohl des Ortes als auch des Franziskanerklosters dokumentiert. Der Eingang zum Museum befindet sich im Westflügel. Die Sammlungen des Museums zur Ur- und Frühgeschichte, zur Stadt- und besonders zur Reformations- uns zur Bildungsgeschichte in Zerbst und ganz Anhalt sind die Schwerpunkte der Ausstellung. Neben dem Modell der Stadt vor der Zerstörung am 16. April 1945 bildet eine Dokumentation über das Anhalt-Zerbster Fürstenhaus des 17. und 18. Jahrhunderts einen weiteren Anziehungspunkt.
Das Refektorium und der Kapitelsaal mit seinen Ornamenten erinnern an die Klosterzeit und der Karzer mit seinen historischen Inschriften aus dem 17. Jahrhundert an die Universitätsgeschichte. Ein Zeitstrahl verbindet die Stadtgeschichte mit der des Landes Anhalt und europäischen Ereignissen bis zur Gegenwart.
Der Weg führt entlang der Stadtmauer über die Bundesstraße bis zu einem weiterem Stadttor, dem Frauentor.
Die Stadtmauer im Rücken lassend, führt der Weg wieder in Richtung Innenstadt bis auf der linken Seite die Straße Kleiner Klosterhof erscheint. Von hier aus führt ein Weg zu einem kleinen Durchgang in der Stadtmauer, der Marienpforte.
An dieser Stelle ist ein mit Fachwerk gebauter Wehrgang der imposanten Mauer zu sehen. Auf der anderen Seite des Durchgangs befindet sich die Puschkinpromenade. Von hieraus geht es bis zum Ausgangspunkt der Tour zurück.
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Bahnhof Zerbst/AnhaltAm Bahnhof 3
39261 Zerbst/Anhalt