Bahnhofsplatz 3
91710 Gunzenhausen
Eine Tageswanderung im Fränkischen Seenland
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Entstanden ist dieser Aussichtspunkt vor bald einem halben Jahrhundert aus Aushubmaterial beim Bau des Stausees Altmühlsee, dessen Flutung im Jahr 1985 begann. Heute ist die Erhebung mit Gras und Bäumen bewachsen. Vom Plateau bietet sich ein weiter Blick auf das Wiesmet, Süddeutschlands bedeutendstes Wiesenbrütergebiet, und auf das Städtchen Ornbau. Dessen nahegelegener Ortsteil, das Dörfchen Gern, stand übrigens Pate für den Namen „Monte Gero“.
Es ist ein kurzer Abstieg vom Monte Gero. Nur wenige Gehminuten entfernt lockt der Badestrand an der Insel direkt am Altmühlsee-Zuleiter mit Strandhaus, Bootsverleih und Biergarten. Vielleicht könnt Ihr es aber auch nicht erwarten, denn Euer nächstes Ziel Ornbau habt Ihr ja schon von oben gesehen. Ihr folgt der Beschilderung in nördlicher Richtung und gelangt über die imposante fünfbogige Altmühlbrücke in das kleine Mittelalterstädtchen.
In Ornbau könnt Ihr im Biergarten an der Insel Gern eine kleine Stärkung einnehmen (Am Anger, 91737 Ornbau, Mobil: 0170 5258936, https://kammer-events.de/biergarten-an-der-insel-gern/).
Mit seinen Toren, Türmen und Mauern versprüht Ornbau jede Menge historischen Charme. Der Ort wurde schon 838 urkundlich erwähnt. Die ursprünglichen Befestigungen der mittelalterlichen Zwergstadt gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Heute noch zu sehen sind Basteien, Torburgen, Zwinger und Mauern aus Bruch- und Quadersteinen, die im 15. Jahrhundert errichtet wurden.
Die gewölbte vierbogige Altmühlbrücke ist das Wahrzeichen Ornbaus und zweihundert Jahre jünger. Von hier aus sind die mächtige Flussfront der Stadtbefestigung, das Untere Tor und die katholische Pfarrkirche St. Jakobus gut zu sehen. Auf dem Scheitelpunkt der Brücke thront die Figur des heiligen Nepomuk, eine Skulptur von 1736. Auch die Gestalt der Altstadtbebauung entstammt überwiegend dem 18. Jahrhundert, im Kern sind viele Gebäude jedoch noch älter.
Am nördlichen Stadtrand von Ornbau führt „Der Seenländer“ zunächst ostwärts. Er streift die Naturschutzgebiete Kappelwasen und Heglauer Wasen. Die umliegenden artenreichen Feuchtwiesen sind besonders im Sommer mit unzähligen blühenden Pflanzen geschmückt. Für einen Blick über diese zauberhafte Landschaft, über Blühwiesen und Vogelbrutgebiete empfiehlt sich kurz hinter Hirschlach ein erneuter klitzekleiner Aufstieg zum Aussichtspunkt „Schnepfenbuck“. Ab dem Aussichtspunkt folgt Ihr der Beschilderung in östlicher Richtung bis nach Heglau.
In diesem Merkendorfer Ortsteil dreht sich alles ums Kraut: Jedes Jahr am dritten Sonntag im September feiert Heglau das Krautfest mit der Merkendorfer Krautkönigin, mit Krautpralinen und Krautkäse. Wer sich vorher anmeldet, kann an einer Führung durch den Betrieb der Merkendorfer Kraut GmbH teilnehmen. Auf rund zwei Hektar baut der Familienbetrieb nun schon in zweiter Generation Weißkraut, Blaukraut, Wirsing und Spitzkraut an. Das Merkendorfer Weißkraut wird frisch zu Sauerkraut verarbeitet.
Die Geschichte des Krautanbaus reicht aber noch viele Generationen weiter zurück. Merkendorfer Krautbauern belieferten zu Hochzeiten im 18. Jahrhundert nicht nur umliegende Märkte. Sie waren auch Hoflieferanten im Markgrafenschloss in Ansbach und in der Sommerresidenz in Triesdorf. Zur Blütezeit des Krautanbaus ging es sogar bis ins heutige Württemberg.
Habt Ihr im Hofladen frisches Sauerkraut mitgenommen oder ein Paket Krautnudeln mit Merkendorfer Blaukraut? Nur zu, die letzte Etappe ist nicht mehr lang. Von Heglau aus führt der Weg Euch nach Süden zurück zum Altmühlsee. Durch den Mönchswald erreicht Ihr Muhr am See. Das Wahrzeichen des Städtchens ist sein historisches Fachwerktorhaus, das zuerst 1551 erbaut und 1752 erneuert wurde. Euch aber zieht es zum AIZ und so geht Ihr die Stadelner Straße hinunter bis zur Schlossstraße, wo Ihr das Altmühlsee-Informationszentrum rechter Hand findet.
Im AIZ in Muhr a.See kommen Kultur und Natur zusammen. Seit 2004 finden auf der Freilichtbühne jedes Jahr von Ende Juni bis Ende Juli die Altmühlsee-Festspiele statt. Dann darf sich das Publikum auf Familientheater freuen, auf moderne Interpretationen klassischer Texte und auf zeitkritische Stücke.
In der Umweltstation des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) informiert eine multimediale Dauerausstellung über den besonderen Lebensraum Altmühlsee. Am See und der Vogelinsel lassen sich viele zum Teil stark gefährdete Vogelarten beobachten. Ein Überblick über aktuelle Sichtungen ist im Internet zu finden. Der LBV bietet Führungen über das Naturschutzgebiet Vogelinsel am Altmühlsee an. (Tel. 09831 4820)
Habt Ihr interessante ornithologische Beobachtungen rund um den Altmühlsee machen können? Dann könnt Ihr helfen, das Wissen über die Artenvielfalt zu vertiefen. Schreibt einfach eine E-Mail an den LBV (altmuehlsee@lbv.de).
Ist noch Zeit, bis der Zug abfährt, und Ihr wollt nach der langen Wanderung Eure Energiespeicher mit fränkischen Spezialitäten auffüllen? Dann habt Ihr die Qual der Wahl: An der Sonnenterrasse des Landgasthaus-Cafés „Zur Jägerluck“ (Tel. 09831 2833) seid Ihr eben auf der Stadelner Straße schon einmal vorbeigekommen. Oder darf es das Gasthaus „Zum Hirschen“ (Tel: 09831 3940) in der Verlängerung der Bahnhofstraße sein?
Zum Bahnhof geht es Richtung Osten von der Schlossstraße zurück auf die Kirchenstraße. An der Rosenau biegt Ihr rechts in die Bahnhofstraße und folgt ihr bis zu Eurem Abfahrtsort.
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