Bahnhofstr. 1
17489 Greifswald
Von Greifswald in das Fischerdorf Wieck
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Wiecker Holzklappbrücke verbindet die beiden Ortsteile Wieck und Eldena der Hansestadt Greifswald. Sie wurde im Jahre 1887 nach holländischem Vorbild erbaut. Die Klappbrücke führt über den Fluss Ryck. Der Fluss mündet in die Dänische Wiek, einen Teil des Greifswalder Boddens. Die Brücke ist nur für Radfahrer und Fußgänger zugänglich und wird nur bei Bedarf geöffnet. Während des ca. 10minütigen Brückenzuges können Interessierte die Funktionsweise des alten Denkmals beobachten.
Schlendern Sie über die Brücke auf die Wiecker Hafenseite mit den pittoresken Reetdachhäusern und ehrwürdigen Kapitänsgebäuden. Wenn Sie rechts der Straße "Am Hafen" entlang der Kaikante folgen, kommen Sie zum alten Zollhaus, Sitz des Hafenamtes. Zwei Höhenmarken neben der Eingangstür erinnern an die Sturmfluten 1872 und 1995. Spazieren Sie bis zur äußeren Hafenmole für einen traumhaften Blick über den Greifswalder Bodden. Unbeschreiblich schön sind hier die Sonnenuntergänge. Es wird vermutet, dass Caspar David Friedrich sein Gemälde „Lebensstufen“ hier am „Utkiek“ ansiedelte. Ausfahrende und heimkehrende Schiffe stellen darauf ein anrührendes Gleichnis des menschlichen Schicksals dar.
Zurück geht es "Am Hafen", erster Abzweig rechts, dann links – etwas im Zickzack – über die Dorfstraße in die Kirchstraße – hier steht die Pfarrkirche des Dorfes.
Eine Wiecker Kirche wurde erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Sie befand sich jedoch nicht auf dem heutigen Kirchplatz, sondern im Zentrum des Dorfes. Nachdem auch ein weiterer Kirchenbau durch Sturmflutschäden unbenutzbar wurde, wurde der mehrfach verschobene Neubau am Ende des 19. Jahrhunderts verwirklicht. Die neoromanische Kirche wurde im Jahre 1883 vollendet. Sehenswert im Inneren der Kirche sind die Mehmel-Orgel, die Kanzel und die Schiffsmodelle, die an die Seefahrertradition erinnern, die den Ort Wieck jahrhundertelang prägte.
Folgen Sie der Kirchstraße zurück zur Dorfstraße, die Sie über die Holzbrücke in den Ortsteil Eldena bringt. Kutter und Bootshäuser zeugen von der bis heute lebendigen Tradition des Fischfangs. Das Ergebnis dieser Arbeit – schmackhafte Scholle, Zander, Hering und vieles mehr – serviert man Ihnen fangfrisch zubereitet in den urigen Fischrestaurants.
Wenn Sie ausreichend Zeit mitgebracht haben und einen schönen Sommertag erwischt haben, lohnt sich ein Besuch im Strandbad. Folgen Sie dazu dem Yachtweg etwa 100 Meter bis zum Eingang.
Das Strandbad an der Dänischen Wiek ist Dank seiner ausgedehnten Flachwasserzone besonders für Familien mit Kindern zum Baden und Schwimmen geeignet.Es verfügt über einen großzügigen Liegebereich mit Strandsand und Rasen, Spielgeräte, Ballsportmöglichkeiten, moderne Sanitäranlagen, Imbissmöglichkeiten und Grillplätze, die gemietet werden können.Die Sanitäranlagen sind behindertengerecht.Geöffnet hat das Bad kostenfrei von Mitte Mai bis Mitte September.
Zwischen dem Eingang zum Strandbad und dem Parkplatz führt Sie der Boddenweg in den Wald. Nach 500 Metern entdecken Sie den Hinweis darauf, dass Caspar David Friedrich in seinem Skizzenbuch von 1815 das maritime Treiben an der Mündung des Rycks festhielt. Auf vielen seiner Gemälde sind Motive aus Eldena und Wieck zu erkennen. Berühmt geworden ist so zum Beispiel die Klosterruine Eldena, die in verschiedenen Variationen auftaucht. Eines der bekanntesten Bilder ist die „Abtei im Eichwald“, auf dem die Westfassade der Ruine zu sehen ist.
Wenn Sie dem Boddenweg weiter nach rechts und der Wolgaster Landstraße noch einmal nach rechts folgen, stehen Sie vor den verwunschenen Überreste einer längst vergangenen Zeit.
Mit seinen Gemälden und Zeichnungen machte Caspar David Friedrich (1774–1840) die Ruine des mittelalterlichen Zisterzienserklosters Eldena weithin bekannt. Die Überreste des einst bedeutenden Klosters sind eingebettet in eine Parkanlage mit altem Baumbestand, darunter 180-jährige Eichen, welche die Ideen Friedrichs verbildlichen und die romantische Atmosphäre der Anlage prägen. Den Hauptakzent der Ruine bildet die imposante Westfassade der ehemaligen Klosterkirche mit der hohen spitzbogigen Fensteröffnung.
1199 erfolgte die Gründung des Klosters Hilda (Eldena), nachdem Zisterziensermönche in Folge kriegerischer Auseinandersetzungen ihr Kloster in Dargun aufgeben mussten. Das neue Kloster wurde östlich der späteren Stadt Greifswald, an der Mündung des Flusses Ryck in die Dänische Wiek errichtet. 1248 wird unter den Besitzungen des Klosters das „oppidum Gripheswald“ erstmals urkundlich erwähnt und 1250 dem heutigen Greifswald das Stadtrecht verliehen. Die Klosterruine liegt im Ortsteil Eldena, in unmittelbarer Nähe zum Fischerdorf Wieck und dem Greifswalder Bodden.
Im Mittelalter war Eldena das bedeutendste Kloster der Region, wirtschaftliches und geistliches Zentrum des Gebiets und erreichte um 1400 seine Blütezeit. Es wurde vom frühen 13. Jahrhundert bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts seiner Bedeutung entsprechend baulich ausgestaltet. Das Kloster bestand bis zur Reformationsbewegung in der Region im Jahr 1533 und verfiel in der Folgezeit.
1634 erhielt die Universität Greifswald vom letzten Pommernherzog Bogislaw XIV das Amt Eldena und damit das Klostergelände sowie zugehörige Ländereien. Nach Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg durch kaiserliche und schwedische Truppen verfielen die Überreste der mittelalterlichen Klosteranlage mehr und mehr. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden sie sogar als Steinbruch für Festungs- und Greifswalder Universitätsbauten genutzt.
Die Rettung der Anlage ist wesentlich dem Eingreifen des von romantischen Ideen begeisterten preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1795–1861, späterer König Friedrich Wilhelm IV.) zu verdanken. 1827 fand er die Ruine in einem verwahrlosten Zustand vor. Daraufhin erfolgten von 1828-1832 erste Aufräum- und Sanierungsarbeiten sowie die Anlegung eines Parks zur Erschließung des Geländes. Anstelle der fehlenden Langhauspfeiler des Kirchenschiffs wurden Eichen gesetzt. Das Verschmelzen der ewig wiederkehrenden Natur mit den ehrwürdigen baulichen Zeugnissen einer unwiederbringlich vergangenen Zeit trägt eine tiefgründige Symbolik in sich, die auch den heutigen Besucher zu allen Jahres- und Tageszeiten in ihren Bann zieht.
Der 1774 in Greifswald geborene Caspar David Friedrich machte die Klosterruine Eldena weltberühmt. Er gilt inzwischen als bedeutendster Maler und Zeichner der deutschen Früh-Romantik und nutzte Skizzen der Klosterruine unter anderem in seinen Gemälden „Winter“, „Klosterruine im Riesengebirge“ und „Abtei im Eichwald“ als Vorlagen. Einige seiner Arbeiten sind im Pommerschen Landesmuseum ausgestellt. Im Caspar-David-Friedrich-Zentrum in der Greifswalder Innenstadt können Sie Leben und Wirken des Malers eindrucksvoll erleben.
Aus der nachreformatorischen Geschichte der Anlage sind der Ausbau des Amtsgutes und die Gründung einer Landwirtschaftsakademie 1835 hervorzuheben, die bis 1876 bestand. Die noch vorhandenen Klostergebäude wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt.
Seit 1937 ist die Klosterruine im Besitz der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Heutzutage ist die Klosterruine und der sie umgebende Park ein beliebtes Naherholungsgebiet, Wahrzeichen der Stadt und Kulisse für Filmaufnahmen und verschiedenste Veranstaltungen. Im Sommer finden regelmäßig Theateraufführungen, der Eldenaer Klostermarkt (seit 2014), das Jazzfestival Eldenaer Jazz Evenings (seit 1981) sowie weitere Konzerte und Events statt. Die Klosterruine ist Station auf dem Caspar-David-Friedrich-Bildweg und der Europäischen Route der Backsteingotik.
Parken & Anfahrt: https://www.greifswald.de/de/freizeit-kultur/veranstaltungen/maerkte/klostermarkt/anfahrt-klosterruine-eldena/
Route der Norddeutschen Romantik: Klosterruine Eldena – Friedrichs Lieblingsmotiv
Caspar David Friedrich wurde am 5. September 1774 in Greifswald geboren und gilt als bedeutendster Maler und Zeichner der deutschen Früh-Romantik. In seinen Gemälden "Winter" und "Abtei im Eichwald" nutzte er Skizzen der Klosterruine Eldena als Vorlagen und machte sie damit weltbekannt. Während seiner Heimatbesuche entdeckte Caspar David Friedrich die Architektur der Klosterruine stets neu. Er zeichnete sie aus allen Perspektiven. Die hohe Westfassade war für ihn von besonderem Interesse, bildet sie auf vielen seiner Werke den Mittelpunkt. Durch seine Bilder rückte die Ruine in den Fokus der Öffentlichkeit. Hier ist der Start- bzw. Zielpunkt der Themenradroute "Route der Norddeutschen Romantik".
Haben Sie nicht so viel Zeit eingeplant, laufen Sie die Wolgaster Straße weiter und rechts über den Studentensteig zur Holzbrücke zurück. Andernfalls sei ein kleiner Abstecher über die Wolgaster Straße zum Nachbau der Bockwindmühle von Eldena empfohlen. Die erste Mühle an dieser Stelle ist schon für das Jahr 1533 nachgewiesen. Von Mai bis September ist die Eldenaer Bockwindmühle sonntags von 11 bis 13 Uhr für Besucher geöffnet.
Die Bockwindmühle in Eldena - eine der ältesten Windmühlen entlang der Ostseeküste - wurde erstmals 1533 erwähnt und ist ein beeindruckendes Zeugnis der Mühlengeschichte Mecklenburg-Vorpommerns.
Nach einer langen Nutzungsphase bis in die 1930er Jahre fiel die Mühle 1972 altersbedingt in sich zusammen.
Dank der unermüdlichen Arbeit des Fördervereins Eldenaer Mühle e.V. wurde sie jedoch originalgetreu wiederaufgebaut.
Heute ist die Mühle ein lebendiges Denkmal der alten Müllertradition. Besucher erwartet eine spannende Reise in die Vergangenheit: Sie können die eindrucksvolle Mechanik und die historische Bauweise der Mühle aus nächster Nähe erleben und erfahren, wie das Müllerhandwerk damals betrieben wurde. Regelmäßige Führungen bieten interessante Einblicke in die Funktionsweise der Mühle, und das Highlight für viele Gäste ist die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und Getreide zu mahlen.
Neben der Technik bietet die Mühle auch eine idyllische Kulisse in direkter Nähe des Fischerdorfes Wieck und der Klosterruine Eldena, was sie zu einem beliebten Ausflugsziel für Kulturliebhaber macht und durch die nahegelegene Gastronomie am Ryck zum Verweilen einlädt.
Der Mühlenverein organisiert zudem Events und Aktionstage, um das Wissen um dieses besondere Kulturgut lebendig zu halten.
Ein Besuch der Eldenaer Bockwindmühle ist ein Erlebnis für die ganze Familie, das Geschichte, Handwerk und Natur auf einzigartige Weise miteinander verbindet.
Biegen Sie in die Straße An der Mühle ein, die am Ryck entlang zurück zur Klappbrücke führt. Kurz bevor Sie diese erreichen, weist Sie ein Schild auf das Aquarell Caspar David Friedrichs hin, das die damals noch unverbaute Sicht über den Fluss auf Greifswald zeigt. Es entstand während seiner Hochzeitsreise – vermutlich zeigte er seiner jungen Frau seine Heimat auf einer Flussfahrt.
Kurz vor der Klappbrücke legt der mehr als 100 Jahre alte, aber immer noch fitte Dampfer MS Stubnitz von Ostern bis Oktober dienstags bis sonntags zur Rückfahrt in den Museumshafen Greifswald ab. Auf dem ca. 30-minütigen Wasserweg können Sie – auch wenn die Ansicht heute sehr verändert ist – ein wenig den Blick des Malers nachempfinden. Alternativ bringt Sie die Buslinie 2 in rund 20 Minuten zurück zum ZOB am Bahnhof Greifswald. Oder Sie wählen die sportliche Variante und laufen wieder über den Treidelpfad in die Stadt.
Ob per Schiff oder zu Fuß – auf jeden Fall kommen Sie im Museumshafen an und können nun wieder durch die Wallanlagen oder einmal quer durch die Altstadt und über den Marktplatz zurück zum Bahnhof gehen. Das sind jeweils etwa 20 Minuten Fußweg zusätzlich. Nach so viel Tradition freuen Sie sich vielleicht umso mehr, dass komfortable und moderne Züge Sie wieder zurück zu Ihrem Urlaubsort oder nach Hause bringen.
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