Hbf Bismarckallee 5-7
79098 Freiburg
Wanderung zum Waldrestaurant Sankt Ottilien
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
In nur knapp drei Minuten befördert der schienengebundene Schrägaufzug Fahrgäste vom Stadtgarten auf den Schlossberg. Auf dieser 262 Meter langen Strecke überwindet die Bahn mit der Spurweite 1.200 mm immerhin 73 Höhenmeter. In der Kabine finden 25 Fahrgäste Platz, auch Rollstühle und Kinderwagen können befördert werden. Bereits seit 1968 gibt es hier eine Bahn. Die alte Seilbahn bestand einst aus acht zweisitzigen Kabinen und war damals die einzige innerstädtische Luftseilbahn Deutschlands. Seit 2008 verkehrt der Schrägaufzug ins beliebte Naherholungsgebiet Schlossberg. Die Bergstation liegt direkt am Schlossbergrestaurant Dattler.
Die Bahn fährt je nach Bedarf und kann von den Fahrgästen selbst angefordert, gestartet und bedient werden.
Wer lieber laufen will, überquert die Mozartstraße über die Fußgängerbrücke und folgt dann den verschlungenen Wegen, die sich zur Spitze des 456 Meter hohen Schlossberges schlängeln.
Im 11. Jahrhundert errichteten die Herzöge des schwäbischen Fürstengeschlechts von Zähringen auf dem bewaldeten Berg ein Burghaldenschloss, das dem Schlossberg seinen Namen gab. Nach Eroberung der Stadt Freiburg bauten die Franzosen die strategisch günstig liegende Bergkuppe ab 1679 sehr aufwändig zur Festung aus. Mit dem Abzug der Besatzer 1745 wurde die Anlage zwar gesprengt, doch noch heute zeugen Ruinen von dieser Zeit. Reste der Festung wurden in den letzten Jahren freigelegt, um sie Interessierten zugänglich zu machen, und sind als Baudenkmal geschützt. Tafeln informieren über die Geschichte.
Ab 1900 wurde damit begonnen, den Schlossberg als Ort der Erholung mit Wanderwegen und Aussichtspunkten zu erschließen. Vom Schlossberg bietet sich ein herrlicher Panoramablick auf den Schwarzwald, die Freiburger Altstadt bis hin ins Rheintal und zu den Vogesen.
Weiter führt die Route zum Kommandantengarten. Zu Zeiten der Festung angelegt, ist davon heute allerdings nichts mehr zu sehen. Der Platz ist eher ein Aussichtsplateau mit Sitzbänken. Entlang der ehemaligen Hauptroute zum einstigen Festungseingang geht es zum sogenannten „Oberen Schloss“, das heute ein Wald umschließt. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich die gewaltige Anlage aber gut vorstellen, Infotafeln am Wegesrand helfen dabei. Die Wandernden passieren das hölzerne Peterskreuz, das seit 1998 dort steht, wo sich ehemals die Festungskirche erhob. Nun geht es auf kleinen Pfaden zum Ausflugsrestaurant St. Ottilien.
Regionale Produkte je nach Saison, Frische und nachhaltig erzeugte Zutaten sind das Credo des Teams vom Waldrestaurant St. Ottilien. Neben Gerichten mit Fleisch werden auch vegetarische und vegane Kreationen, Kuchen und Eis angeboten. Das Landhausrestaurant bietet Platz für bis zu 100 Gäste, hat einen schönen Biergarten und einen Spielplatz.
Das Restaurant öffnet je nach Witterung. Bei schlechtem Wetter ist wochentags geschlossen. Um sicherzugehen, sollten die genauen Öffnungszeiten vor einem geplanten Besuch telefonisch erfragt werden.
Gleich neben dem beliebten Ausflugsrestaurant steht eine weißgetünchte Kapelle. Sie erzählt, wie der Ort zu seinem ungewöhnlichen Namen kam. Sankt Ottilien gehört zu den ältesten Wallfahrtsstätten in Deutschland. Die Wallfahrt geht auf die Geschichte der heiligen Odilia zurück, die blind geboren wurde und später Äbtissin wurde. Dort, wo sich einst der Fels öffnete und Gott an ihr ein Wunder vollbrachte, entspringt seitdem eine Quelle, der heilende Kräfte bei Augenleiden nachgesagt werden. Die Quelle befindet sich in der Kapelle, die in ihrer heutigen Form im Jahre 1503 gestiftet wurde.
Ausgeruht und gut gestärkt geht es nun über Pfade, vorbei an der östlich gelegenen Anhöhe Hirzberg, in Richtung Innenstadt zurück. Ein letzter Anstieg führt noch einmal in das Areal der Oberen Festungsanlage und weiter zum Schlossbergturm.
Der 33,2 Meter hohe Schlossbergturm wurde im Jahre 2002 auf der sogenannten Salzbüchslekuppe errichtet. Exakt 153 Stufen führen auf die oberste der drei Aussichtsplattformen, die einen weiten Rundblick auf Freiburg, in die Rheinebene und den Schwarzwald bietet. Die Architektur des Aussichtsturmes ist eine besondere, denn hier wurden Langholz-Baumstämme wie verdrehte Mikadostäbe um einen Treppenlauf aus Stahl angeordnet.
Jetzt aber abwärts zum Kleinen Kanonenplatz. Auf dem Weg liegt der Aussichtspunkt Ludwigshöhe. Hier stand einst das 1091 errichtete Burghaldenschloss. Zu Ehren des badischen Großherzogs Ludwig I. wurde das Areal im Jahre 1820 in Ludwigshöhe umbenannt. Der Kanonenplatz empfängt die Wandernden mit einer tollen Stadtsicht und mit der Schlossberg-Kugelbahn. Wer 2-Euro-Münzen für Murmeln parat hat, kann die Bahn gleich ausprobieren. Die Tour führt nun hinab auf einem Pfad durch die Mezschen Gärten, Reste einer Anlage der Fabrikantenfamilie Mez, und vorbei an den Schlossberg-Rebhängen zum Schwabentorsteg. Diese überdachte Holzbrücke für Fußgänger ist die perfekte Verbindung zur Altstadt mit Freiburger Münster, Rathausplatz und dem Haus zum Walfisch, in dem einst der Gelehrte Erasmus von Rotterdam residierte.
Auf direktem Weg zum Bahnhof geht’s in 1,5 Kilometern über Salzstraße, Augustinergasse, Schusterstraße, Rathausgasse und Eisenbahnstraße.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Bahnhof Freiburg (Breisgau)Hbf Bismarckallee 5-7
79098 Freiburg