Chausseestr. 1
16928 Groß Pankow
Durch den Wolfshagener Auwald zum berühmten Königsgrab Seddin
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Albrecht Gottlob Gans Edler Herr zu Putlitz erbaute um 1787 die große Zweiflügelanlage auf drei Fundamenten aus dem Mittelalter, auf denen Reste von Renaissance-Gebäuden und ein barocker Baukörper zu der bestehenden Anlage zusammengefügt wurden.
Heute befindet sich in dem restaurierten Schloss ein Museum, das sich der Geschichte des Hauses und der Wohnkultur des märkischen Landadels am Beispiel der Familie der Gans Edlen Herren zu Putlitz widmet. Es gibt viele authentische Exponate (Ahnenbilder, Glas, Porzellan, Möbel, Kunsthandwerk, Kupferstiche) und darüber hinaus im Obergeschoss die größte europäische Sammlung unterglasurblau gemalten Porzellans, die Sammlung v. Barsewisch mit Gebrauchsgeschirr aus 4 Jahrhunderten. Im Souterrain gibt es u.a. ein DDR-Klassenzimmer, das an die Nutzung des Schlosses als Schule von 1952 bis 1998 erinnert, eine Gutshausküche, einen erzgebirgischen Spielzeug-Gutshof sowie eine Textilsammlung. Diese umfasst Damast-Tischwäsche, Weißstickerei, Spitzen, Perlstickerei, Bänder, Hauben, ein Schwanenflaum-Cape und andere seltene familliäre Erb-Stücke
In dem schönen Gartensaal des Schlosses finden Konzerte und standesamtliche Trauungen statt und in der Schlosskapelle werden Gottesdienste abgehalten und auch kirchliche Trauungen und Taufen durchgeführt. Die historischen Wohnräume können für feierliche private Anlässe angemietet werden, Museumsbesucher können immer auch Kaffee und von unserer Kastellanin Frau Härtel selbstgebackenen Kuchen erhalten.
Audioguides vorhanden.
Das Schloss Wolfshagen zur rechten und die inzwischen stillgelegte Wassermühle aus den 1920er Jahren zur linken Seite, führt der Weg nun über die rauschende Stepenitz, einen Nebenfluss der Elbe. Von der Brücke aus ist schon die Straßenkreuzung zu sehen, an der es jetzt linker Hand in die Wolfshagener Straße nach Seddin/Königsgrab geht. Am Dorfteich in Seddin mit Rastplatz wenden sich die Wandernden auf der Straße nach rechts. Hier bietet das Unternehmen „Seddiner Ei“ einen Verkaufsautomaten mit frischen Eiern sowie Snacks zur Stärkung.
In Seddin werden etwa 800 Legehennen in Hühnermobilen und in einem Hofstall gehalten. Dort wird sehr viel Wert auf eine bäuerliche Mischung gelegt und aktuell vier verschiedene Hühnerrassen gehalten. Durch die Art der Unterbringung habend die Tiere einen großzügigen Auslauf: Täglich picken und scharren sie auf der Wiese, können Sandbäder nehmen und leben damit ihre natürlichen Verhaltensweisen aus. Sie finden eine Vielzahl von Futterquellen, denn Gräser, Kräuter und Insekten gehören neben dem gefütterten Getreide zu ihrem Speiseplan. Ist die Wiese »abgegrast«, geht es mit dem Mobil auf die nächste Wiese! Die Freilandeier der Hühnerschar werden täglich per Hand eingesammelt und direkt am Hofverkaufsstand in Seddin und in verschiedenen regionalen Geschäften angeboten.
In der Ortsmitte zieht die Feldsteinkirche die Blicke auf sich. Der Glockenturm wurde 1910 durch einen Blitzeinschlag zerstört und südöstlich der Kirche neu erbaut und bildet heute ein malerisches Ensemble.
In der Ortsmitte von Seddin, umgeben von Linden und einer Feldsteinmauer, erhebt sich die 1266 errichtete und um 1500 erneuerte Kirche. Der Westturm des Feldsteinbaus wurde 1739 durch Blitzschlag und Brand zerstört und fast vollständig abgetragen. Der freistehende Glockenturm an der Kirche entstand 1923. Die 1885 von Albert Hollenbach aus Neuruppin gefertigte Orgel wurde durch die berühmte Orgelbauwerkstatt W. Sauer aus Frankfurt (Oder) restauriert.
An der Südwand des Chores befindet sich ein aus der Wolfshagener Schlosskapelle stammender Figurengrabstein der 1579 verstorbenen Ilse zu Putlitz. Bei der Instandsetzung der Kirche vor gut zehn Jahren wurden in der Nordwand des Chores ein weiterer, stark beschädigter Figurenstein geborgen sowie an der Ostwand mittelalterliche Wandmalereien entdeckt.
Vorbei am Pfarrhaus und an Bauernhäusern aus dem 19. Jahrhundert geht es Richtung Ortsausgang. Die Markierung am Findling weist den Weg auf der Kopfsteinpflasterstraße. An einer Weggabelung lädt eine Holzbank ein, den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen. Der bewaldete Hügel des Königsgrabes lotst bereits wie ein Leuchtturm. Am besten lässt sich der berühmte Hügel mit der Grabkammer auf dem Rundweg, der mit Infotafeln versehen ist, erkunden.
Das bronzezeitliche Hügelgrab ist mit rund 10 Metern Höhe und 100 Metern Breite das größte bronzezeitliche Grab Deutschlands und mit seinen Inhalten das bedeutendste im nördlichen Europa. Die Grabkammer liegt ungefähr zwei Kilometer von Seddin entfernt auf freiem Feld und weist aufgrund der reichlichen Ausstattung darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um das Grab eines Königs handelt. Die originalen Grabbeigaben sind im Märkischen Museum in Berlin ausgestellt. Kopien der Originale können im Museum Perleberg, dem Prignitz-Museum Havelberg und dem Schlossmuseum Wolfshagen besichtigt werden. Die Funde zeigen auf, dass der Seddiner Clan in das Netzwerk Europas Handel und Kommunikation eingebunden war und über Generationen bestand. Es ist die bedeutendste Grabanlage des 9. Jh. vor Christus im nördlichen Mitteleuropa.
Das Königsgrab Seddin ist einer von insgesamt sechs Zentralen Archäologischen Orten in der Prignitz. Über 6.000 archäologische Fundstellen sind bislang bekannt und zeugen vom reichen geschichtlichen Erbe der Prignitz. Bedeutende Funde der Zentralen Archäologischen Orte sind ausgrabungsgeschichtliche Highlights von nationalem und sogar internationalem Rang. Es handelt sich um die "Zeitschätze Prignitz".
Forschende entdeckten im Sommer 2023 in der Nähe des Grabes eine kleine Sensation: Sie stießen auf die Überreste einer riesigen Versammlungshalle, vermutlich das Herrscherhaus von „König Hinz“.
Die Tour führt nun durch die offene Landschaft und ein Wäldchen auf einen Weg am Waldessaum zurück in den beschaulichen Ort Seddin. Auf der bekannten Route geht es wieder nach Wolfshagen, um mit dem Rufbus zurück nach Groß Pankow zu fahren.
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Start/Ende
Bahnhof Groß Pankow (Prignitz)Chausseestr. 1
16928 Groß Pankow