Bahnhofstr. 69
39104 Magdeburg
Eine Schiffstour über das Magdeburger Wasserstraßenkreuz
Eine für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die modernen Fahrgastschiffe der Weißen Flotte Magdeburg stechen von Mai bis Oktober vom Anleger Petriförder in See. In Richtung Norden geht es nach Hohenwarthe oder bis zum Wasserstraßenkreuz mit dem Schiffshebewerk. Ihre 918 Meter lange Trogbrücke ist die längste in Europa. Es werden auch Schleusungsfahrten angeboten.
In Richtung Süden führen Schiffsfahrten bis Schönebeck. Für Tagesausflügler bieten die einstündigen Stadtfahrten wunderbare Blicke auf die Silhouette von Magdeburg.
Die Fahrgastschiffe können für individuelle Touren, für Familienfeiern und Firmenevents auch gechartert werden. An Bord werden Getränke, Snacks, Kuchen und Eis angeboten
Das Motorschiff „Sachsen-Anhalt“ ist behindertengerecht ausgestattet.
Nehmen Sie am besten Platz auf dem Oberdeck und genießen Sie die Otto-Stadt Magdeburg von der Wasserperspektive aus. Schon von Weitem sehen Sie in Hohenwarthe die imposante Trogbrücke, die wenig später 18 Meter über Ihnen die Elbe überspannt.
Die Brücke über der Elbe verbindet den Elbe-Havel-Kanal mit dem Mittellandkanal und ist Herzstück des Wasserstraßenkreuzes bei Magdeburg. Mit einer Länge von 918 Metern ist sie die längste Kanalbrücke Europas. Bereits in den 1920er-Jahren geplant, begannen 1934 die Bauarbeiten, die durch den Zweiten Weltkrieg 1942 jedoch eingestellt wurden. Mit dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit nahm das Bauprojekt ab 1993 neue Fahrt auf. Im Jahr 2003 wurde die Kanalbrücke, deren Bau ca. 130 Millionen Euro kostete, für den Schiffsverkehr freigegeben. Damit sparen die Schiffe einen 12 Kilometer langen Umweg mit ca. 3 Stunden Fahrzeit ein.
Der Trog hat eine Breite von 34 Metern (32 Meter Nutzbreite) bei einer Wassertiefe von 4,25 Metern. Von sehr großen Schiffen kann die Trogbrücke jeweils nur in eine Richtung befahren werden, Schiffe aus Richtung Hohenwarthe haben dabei Vorrang. Eine Besonderheit ist die Luftsprudelanlage, die die Brücke im Winter eisfrei hält und damit ganzjährig befahrbar macht.
Weiter geht’s zur Landzunge an der Elbe mit dem Leuchtturm Niegripp. Sie schippern vorbei in den Niegripper Verbindungskanal zur Schleuse Niegripp und damit in den Elbe-Havel-Kanal. Nur wenige Meter sind es zur Doppelsparschleuse Hohenwarthe, dem nächsten beeindruckenden Bauwerk.
Die Schleuse verbindet den Mittellandkanal mit dem Elbe-Havel-Kanal, der rund 18,5 Meter tiefer liegt. Der rege Schiffsverkehr auf den Wasserstraßen machte eine doppelte Schleuse notwendig. Die parallel nebeneinander liegenden Schleusenkammern haben eine Nutzlänge von 190 Metern und eine Breite von 12,5 Metern. Getrennt werden die Kammern von einer 12,5 Meter breiten Mittelmauer. Beim Bau wurden auch ökologische Aspekte berücksichtigt und u.a. Wassersparbecken errichtet, die im Vergleich zu herkömmlichen Schleusen rund 60 Prozent Wasser einsparen.
Die Schleuse wurde, wie auch die Kanalbrücke Magdeburg, im Jahre 2003 eröffnet. Zuvor stand hier ein Bauabschnitt des Doppel-Schiffshebewerks Hohenwarthe, das im Zweiten Weltkrieg aber nicht fertiggestellt wurde.
Auf dem Elbe-Havel-Kanal passieren Sie schließlich die Kanalbrücke. Schauen Sie hinunter auf den Elbestrom und genießen Sie den einmaligen Ausblick. Nach wenigen Metern – nun auf dem Mittellandkanal – erreicht das Fahrgastschiff das historische Schiffshebewerk Rothensee. Eigentlich wird das Schiffshebewerk nicht mehr benötigt, denn gleich nebenan überbrückt seit 2001 die für größere Schiffe ausgelegte Schleuse Rothensee den Höhenunterschied zwischen Mittellandkanal und Rothenseer Verbindungskanal, der in die Elbe führt. Zwischenzeitlich stillgelegt, wird das technische Denkmal aber wieder als touristisches Highlight in der Sommersaison genutzt. Freuen Sie sich also auf die 20-minütige Schleusung nach unten!
Das Schiffshebewerk wurde 1938 für die Schifffahrt eröffnet. Bei normalem Wasserstand gleicht das Schiffshebewerk in nur 3 Minuten Hubzeit einen Höhenunterschied von 16 Metern zwischen dem Mittellandkanal und der Elbe aus.
Schiffe bis zu 1.000 Tonnen Gewicht können in den 85 Meter langen und 12 Meter breiten Trog mit einer Wassertiefe von 2,5 Metern einfahren. Schwimmkörper halten den Trog samt Schiff und Wasser in der Schwebe und sorgen dafür, dass bei der Hubbewegung nur sehr wenig Energie verbraucht wird. Das technische Prinzip mit beweglichen Schwimmern in dieser Größenordnung war zu damaliger Zeit einmalig und ist bis heute eine ingenieurstechnische Meisterleistung. Da die Schiffe im Laufe der Zeit immer größer wurden, legte man das Schiffshebewerk im Jahre 2006 schließlich still. Durch großes Engagement vieler Akteure dient das Schiffshebewerk seit Sommer 2013 in der Saison dem Wasser-Tourismus.
Der Elbe-Abstiegs-Kanal führt vorbei an den riesigen Gebäuden des Magdeburger Hafens. Er ist der größte Binnenhafen Mitteldeutschlands, denn das Magdeburger Wasserstraßenkreuz verbindet Hamburg mit Prag und das Ruhrgebiet mit Berlin. Nun geht es durch die Hafenschleuse in die Elbe – hier schließt sich der Kreis, und der Anleger Petriförder ist nicht mehr weit. Nach diesen interessanten und erholsamen vier Stunden geht es nun auf dem gleichen Weg zurück zum Bahnhof. Oder Sie nutzen den Ausflug noch für einen kleinen Landgang durch Magdeburg.
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