Dorfstr.
16818 Netzeband
Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Künstlerdorf Netzeband, nahe Neuruppin gelegen, bietet bereits seit 1996 außergewöhnliche Kulturerlebnisse: Jährlich im Sommer werden beim "Theatersommer Netzeband" auf der großen Open-Air-Naturbühne im Gutspark, unterhalb der Temnitzkirche klassische Stücke – wie u.a. von Fontane, Brecht und Shakespeare – als Synchrontheater aufgeführt. Das Besondere daran: Die Darsteller tragen überdimensionale Masken und agieren mit großer Gestik synchron zu einer vorproduzierten Audioinstallation. Namhafte Schauspieler wie Corinna Harfouch, Tom Quaas oder Gerd Silberbauer „schenken“ dem Theatersommer dabei ihre Stimmen. Mehr als 50 expressive, phantasievolle Figuren sind bei dem mittlerweile zum Kultustück avancierten Stück „Unter dem Milchwald“ von Dylan Thomas zu erleben. Zudem steht immer ein Kinder- und Familienstück auf dem Spielplan.
Im Herbst und Frühjahr wird die Temnitzkirche selbst zum Veranstaltungsraum. Ob Kinoabende, szenische Lesungen,Theateraufführungen oder Konzerte – in Netzeband können Sie ganzjährig eine ausgewogene Mischung an Eigenproduktionen und Gastspielen der unterschiedlichsten künstlerischen Sparten erleben.
Nun geht es entlang von Feldern nach Rägelin. Laufen Sie nicht zur Hauptstraße, sondern folgen Sie den Feldwegen am westlichen Dorfrand. Dann passieren Sie eine hölzerne Mahnsäule, die der Künstler Wolfgang Dicks schuf. Sie wurde bei der 76. Protestwanderung im Jahre 2002 zur Freien Heide aufgestellt und zeigt die berühmten drei Affen, die sich Augen, Ohren und Mund zuhalten. Damals inspirierten die Proteste gegen das Bombodrom auch viele Künstler zu ihrer ganz eigenen Form des Widerstands. Die Dorfstraße führt Sie nun zur Rägeliner Dorfkirche, einem sehenswerten Fachwerkbau mit Holzturm aus dem Jahre 1697. Folgen Sie weiter der wenig befahrenen Mühlenstraße und biegen Sie nach links Richtung Pfalzheim ab. Es geht vorbei an Feldern und durch die typisch brandenburger Kiefernwälder. Dann ist der winzige Ort erreicht. Am Parkplatz mit einer Schutzhütte und Infotafeln geht es nun auf ausgeschilderten Wegen in Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide. Doch aufgepasst: Beachten Sie bitte die Warnschilder und verlassen Sie die Wege nicht. Die Stiftung hat hier zwar auf den Wanderwegen die Munition beseitigt, weite Teile sind aber noch munitionsverseucht.
Der 15 Meter hohe Heideturm auf dem Heinz-Sielmann-Hügel bei Pfalzheim bietet einen weiten Blick über die Kyritz-Ruppiner Heide. Hinweistafeln im Treppenaufgang geben detaillierte Einblicke in die spannende Geschichte der heute zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land gehörenden Landschaft.
Entwicklung der Heide
Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die Streitkräfte der Sowjetunion in einem Wald- und Heide-Areal zwischen Wittstock und Neuruppin einen Truppenübungsplatz ein, der insgesamt etwa 12.700 Hektar umfasste. Das Territorium diente als Luft- und Bodenschießplatz. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen sollte das Gelände von der Bundeswehr als Tiefflugübungsplatz weiter genutzt werden, was jahrelange Bürgerproteste schließlich verhindern konnten.
Durch die Abriegelung des Geländes und seine militärische Nutzung entstanden verschiedene Lebensräume für Pflanzen und Tiere wie Trockene Sandheiden, Dünen, Eichen- und Buchenwald. Die großflächigen Heiden bieten ideale Bedingungen für Insekten, die wiederum viele Vogelarten anlocken wie Brachpieper, Ziegenmelker, Wiedehopf und Heidelerche. So hat die Kyritz-Ruppiner Heide eine besondere Bedeutung für den Naturschutz in Deutschland.
Die Nationalen Naturerbe-Flächen werden von der Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) gepflegt und auch für die sanfte touristische Nutzung entwickelt.
Naturerlebnis
Auf 13 Kilometern Wanderwegen zwischen Pfalzheim, Rossow und Neuglienicke wurde die Munition beräumt. Wanderer, Radfahrer und Reiter können hier die Natur erleben. Rastplätze laden zum Verweilen ein, Schilder weisen den Weg und informieren über die Landschaft und ihre Entwicklung. Kutschunternehmen bieten Touren mit Kutsche und Kremser durch die Heidelandschaft an, die sich im August und September in vollster Blüte zeigt.
Öffnen Sie einfach Augen und Ohren und entdecken Sie die kleinen Wunder dieser einst geschundenen Landschaft: Ein Grasgespenst hängt regungslos und bestens getarnt an einem Grashalm. Der langbeinige Sandlaufkäfer legt einen rasanten Sprint hin, um Ameisen zu jagen. Wildbienen summen emsig von Blüte zu Blüte. Und der Wiedehopf plustert tänzelnd seine Federkrone. Schon weithin sichtbar auf dem Heinz-Sielmann-Hügel ist der Aussichtsturm – seit 2019 ist er das neue Wahrzeichen der Heide. Erklimmen Sie die 75 Stufen des mit Lärchenholz verkleideten Turms, haben Sie einen weiten Blick über die Heidelandschaft … und in den Himmel, denn der Turm hat kein Dach. Den schönsten Ausblick gibt es von Anfang August bis Mitte September. Dann verzaubert die Kyritz-Ruppiner Heide mit friedlicher Stille und violettem Blütenmeer zu Ihren Füßen. Zurück nach Netzeband geht es auf dem gleichen Weg – mit gemütlicher Wanderpause im „Clavis“.
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