Königsbrücker Str.
01990 Ortrand
Wandern von Ortrand nach Großenhain
Eine Wandertour für Naturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im Jahr 1216 erstmals urkundlich erwähnt, ist der alte Dorfkern der sächsischen Gemeinde Schönfeld noch heute von Dreiseitenhöfen geprägt. Hinzu kommen neu errichtete Eigenheime. Der 36 Meter hohe Kirchturm gehört zur schlichten Dorfkirche an der Ligaer Straße, deren Grundmauern aus dem 14. Jahrhundert stammen.
Das bedeutendste Baudenkmal der Gemeinde ist das Neorenaissanceschloss, bis ins frühe 15. Jahrhundert Sitz des Adelsgeschlechts Schönfeld. Im 18. Jahrhundert lebte hier über mehrere Generationen die Familie des kurfürstlich-sächsischen Kammerherrn Carl Friedrich von Erdmannsdorf. Ende des 19. Jahrhunderts ließ Freiherr Maximilian Dathe von Burgk das Schlossensemble im Stil der deutschen Neorenaissance umbauen.
Heute ist das Schloss besonders bei Brautpaaren beliebt. Ein Förderverein setzt sich für die Erhaltung der Anlagen ein und lädt von März bis November immer sonntags ab 14 Uhr zu Führungen und zu Kaffee und Kuchen ein.
Weiter geht es über die Liegaer Straße und Großenhainer Straße aus dem Ort heraus, dann links in die Straße der MTS. Die Abkürzung erinnert an die Maschinen-Traktoren-Stationen der DDR, in denen Landwirte sich Maschinen ausleihen konnten.
Bald zweigt der Wanderweg mit dem grünen Punkt rechts in den Wald ab und führt zum Mühlbacher Teich. Dahinter geht es kurz links auf die Straße, dann rechts Richtung Bieberach – nicht zu verwechseln mit dem Biberach aus dem Volkslied „Auf der schwäbschen Eisenbahne“.
Ohne die Große Röder zu überqueren, schwenken Sie kurz vor Bieberach rechts auf den Röderdamm ein und halten sich die letzten 10 Kilometer bis Großenhain auf dem Wanderweg „Gelber Balken“. An der Schäferei vorbei folgt der Weg dem Lauf der Großen Röder bis Kalkreuth.
Der Ort entwickelte sich ausgehend vom Gut Kalkreuth mit Schafweiden und einem Fasanengarten, den Kurfürst Christian I. im 16. Jahrhundert ausbauen ließ. Später ging August der Starke hier auf Reiherjagd. In Kalkreuth wurden zunächst Reit- und Kutschpferde für den sächsischen Königshof, dann Militärpferde für das Großenhainer Husarenregiment gezüchtet.
Über die Wettiner und Großenhainer Straße geht es aus Kalkreuth hinaus. Der Weg folgt dem Ufer des Röderneugrabens, und bald winkt Ihnen Großenhain aus der Ferne zu. Freuen Sie sich aber nicht zu früh: Vor Ihnen liegen noch 4 Kilometer durch offene Landschaft.
Um in die Altstadt von Großenhain zu kommen, gehen Sie an der Martin-Scheumann-Straße rechts und nach Querung der Alten Röder gleich links. Wenn Sie an der nächsten Brücke abbiegen und den Röderneugraben queren, können Sie den Park der Landesgartenschau 2002 mit Blumenbeeten und Gondelteich besuchen. Oder Sie halten sich geradeaus und laufen auf das Kulturschloss zu. Vielleicht speisen Sie im Schlosskeller? Rechts auf die Frauengasse und links über den Frauenmarkt kommen Sie zum Marktplatz von Großenhain.
Im Mittelpunkt der historischen Altstadt von Großenhain findet sich der Hauptmarkt. 1443 erhielt Hayn, wie der Ort damals hieß, das Stapelrecht für Kaufmannswaren, 1489 das Waidhandelsrecht – und entwickelte sich so zum wichtigen Handelsplatz. Auf der Südseite des großen Marktplatzes stand schon 1492 ein Rathaus mit Schankkeller, Fleisch- und Brotbänken sowie einer Salzkammer.
Das heutige Rathaus, Sitz der Stadtverwaltung, ist ein imposanter Bau im Stil der italienischen Neorenaissance aus dem Jahr 1876. Anno 1872 zerstörte ein Brand das frühere Gebäude, wobei leider auch wichtige historische Dokumente des Stadtarchivs vernichtet wurden.
Auf der Ostseite des Hauptmarkts erinnert der 1916 eingeweihte Dianabrunnen, bekrönt mit der griechischen Göttin der Jagd, an die Parforce-Jagden in den Großenhainer Fluren. Auf der Westseite liegt die „Goldene Kugel“, einer der historischen Gasthöfe Großenhains, in denen einst hochrangige Gäste nächtigten. Heute ist die „Kugel“ ein Wohnhaus.
Werfen Sie noch einen Blick auf die nahe Marienkirche und führen Sie sich vor Augen, dass in Großenhain 1828 die erste deutsche Volksbibliothek eröffnet wurde. Vielleicht besuchen Sie Großenhain noch einmal für einen etwas ausgiebigeren Rundgang. Poststraße und Bahnhofstraße bringen Sie in gut fünf Minuten zum Bahnhof.
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