Am Bahnhof
17454 Zinnowitz
Technik und Natur zwischen Strand und Peenestrom
Eine Radtour für Familien, Naturliebhaber und Entdecker
Entspannt anreisen und Leihräder bei den Vermietern vor Ort nutzen. Die Kapazitäten für die Fahrradmitnahme in den Züge sind begrenzt und eine Mitnahme des eigenen Rads kann je nach Auslastung nicht garantiert werden.
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Beim Fahrradverleih Kruggel können Mieträder direkt vor Ort oder online gebucht werden. Geliefert und abgeholt werden die Räder inselweit, inklusive Wolgast. Im Angebot sind auch E-Bikes, Fahrradanhänger, Kinderräder und -sitze sowie Fahrradhelme.
Mit gut gewarteten Rädern radeln Sie auf der Wachsmannstraße Richtung Trassenheide und tauchen ein in den Wald unterhalb der Dünen. Am Campingplatz Pommerland halten Sie sich rechts und gelangen so auf die Zeltplatzstraße unterhalb der Dünen. Sie finden verschiedene Strandaufgänge, wo Sie auch die Räder anschließen und ein Bad im Meer nehmen können, bevor es weiter Richtung Peenemünde geht.
Der Weg führt Sie zwischen Dünen und Dünenwaldklinik, nach rechts auf die Strandstraße und später nach links auf die Strandpromenade. Dort geradeaus fahren Sie direkt auf das Naturschutzzentrum zu.
Lassen Sie sich auf die Usedomer Landschaft einstimmen. Ganz sicher sehen Sie die Gebiete zwischen Peene und Meer mit neuem Blick und entdecken vielleicht das ein oder andere Tier und Pflänzchen, das Ihnen sonst entgangen wäre.
Wer Wissenswertes über die beeindruckende Naturlandschaft der Insel Usedom erfahren möchte, ist im Naturschutzzentrum genau richtig. Verschiedene Ausstellungsbereiche sind zu besichtigen, u.a. zu folgenden Themen: Naturschutzgebiete, Peenemünder Haken, Wissenswertes über Moore, geschützte Pflanzen, Seevögel, Ökosystem Wald, technische Anlagen u.v.m. Der Eintritt ist frei!
Bleiben Sie nun auf der Promenade bis Sie den Abzweig nach links in den Kiefernweg nehmen, der in die Staße An der Düne und von dort in die Ostseestraße übergeht. So gelangen Sie direkt auf die L 264, der Sie nach Norden folgen.
Der gesamte nördliche Teil der Insel wurde 1939 gesperrt, die Anwohner wurden umgesiedelt. Es entstand in Karlshagen eine Wohnsiedlung für Führungskräfte, Wissenschaftler und Angestellte der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde. So stand die gesamte Gegend am Ende des Krieges im Visier von Bombenangriffen, denoch sind Teile der damaligen Siedlung erhalten. Bis 1945 verkehrte zwischen Karlshagen und Peenemünde eine S-Bahn im 10-Minuten-Takt. Tunnel verbanden die Siedlungsteile und dienten zugleich als Luftschutzbunker. Noch heute sind Waldgebiete gesperrt, weil sie mit Munition belastet sind.
Nach 1945 waren Einheiten der sowjetischen Armee am Ort stationiert, später die NVA, die Armee der DDR. Hinter Karlshagen endete der Weg an einem Schlagbaum und die Gegend, durch die Sie jetzt fahren, blieb bis zur Wende geheimnisumwittert.
Halten Sie sich weiter parallel zur Ostsee und folgen der L 264 und später auch der Strecke der Bäderbahn durch den Wald.
In Peenemünde geht von der L264 rechts die Bahnhofstraße ab. Auf ihr kommen Sie direkt an der Peenemünder Friedhofskapelle vorbei. Sie ist ein Nachbau der 1876 auf dem Friedhof nach Plänen Friedrich Kärgers errichteten Kapelle. Das Original verfiel in den über 50 Jahren Sperrgebietszeit und konnte 1993 nur noch nachgebaut, nicht restauriert werden. Heute erinnert sie als Gedenkstätte, an die Opfer von Peenemünde.
Linker Hand biegen Sie jetzt in die Museumsstraße ein. Hier bietet der Imbiss am Spielzeugmuseum kleine und größere Stärkungen an. Links gegenüber sehen Sie das Phänomenta Peenemünde.
Zu einer Entdeckungsreise durch die faszinierende Welt der physikalischen Phänomene und menschlichen Sinne, interaktiv und spannend für jede Altersstufe lädt die Phänomenta Peenemünde ein. Auf 2500m² wird an über 200 Stationen geforscht.
Wenn Sie sich im Phänomenta ausprobiert haben und viele gute Gründe hatten zu staunen, im Historisch-technischen Museum hört das Staunen nicht auf. Wie utopisch die Anfänge der Raketentechnik in den 1920er Jahren waren! Wie rasant sich daran anknüpfend die Technik entwickelte, mit nach heutigem Maßstab, sehr archaisch anmutenden Fertigungsmethoden!
Das Kraftwerk ist das letzte noch erhaltene Gebäude der einstigen Versuchsanstalt. Sehr berührend sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen hier dargestellt. Wer mehr über die Geschichte dieses Ortes wissen möchte, der kann im Roman „Insel ohne Leuchtfeuer“ von Ruth Kraft nachlesen, wie die Autorin, die Zeitzeugin war, Leben und Arbeit auf Peenemünde in den 30er und 40er Jahren erlebte.
Die Heeresversuchsanstalt Peenemünde war zwischen 1936 und 1945 eines der modernsten Technologiezentren der Welt. Im Oktober 1942 gelang von hier aus der weltweit erste Start einer Rakete ins All. Die Forschung diente jedoch von Beginn an nur einem Ziel: Hochtechnologie sollte militärische Überlegenheit schaffen. Nur durch den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern, KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen war die Errichtung der Versuchsanstalten und die spätere Massenproduktion der Rakete, die Goebbels zynisch "Vergeltungswaffe 2" nannte, in so kurzer Zeit möglich.
Bei der Produktion unter unmenschlichen Bedingungen und beim Beschuss belgischer, englischer und französischer Städte mit der "Wunderwaffe" verloren tausende Menschen ihr Leben. Die Ambivalenz der Nutzung modernster Technologie wird in Peenemünde deutlich wie an kaum einem anderen Ort. Zusammen mit der historischen Entwicklung bildet sie den Schwerpunkt der Ausstellung des Historisch-Technischen Museums Peenemünde, die im Kraftwerk der ehemaligen Heeresversuchsanstalt - dem größten technischen Denkmal Mecklenburg-Vorpommerns - zu besichtigen ist.
Radeln Sie die Museumsstraße weiter, kommen Sie an eine T-Kreuzung. Hier schwenken Sie links in die Hauptstraße. Nach etwa 100 Metern biegen Sie am Peeneplatz scharf nach rechts in die Feldstraße und gelangen so auf den schmalen Landstreifen zwischen Cämmerersee und Peenestrom. Am Piesesee, der nach dem Cämmerersee links des Radwegs liegt, macht der Weg eine leichte Linkskurve. Hinter dem kleinen Piesesee befinden sich in der Landschaft einige Bunkeranlagen, die man an den wallartigen Erhebungen erkennt.
Sie kommen jetzt wieder nach Karlshagen hinein, nur diesmal auf der dem Meer abgewandten Seite der Insel. Frische Luft, Bewegung und geistige Anregungen machen Hunger. Da empfiehlt sich eine Pause im Restaurant Veermaster mit Blick auf den Hafen.
Alles, was ein Segler braucht ... Der Karlshagener Hafen ist vom Deutschen Tourismusverband mit „3 Sternen“ klassifiziert, die für hohe Sicherheit auf dem Hafengelände, moderne sanitäre Einrichtungen, hervorragenden Service und ein besonders gutes Umwelt- und Entsorgungsmanagement stehen. Duschen, WCs, eine barrierefreie Toilette, Waschmaschinen und Trockner, Restaurants, ein Fischimbiss sowie Ferienappartements direkt am Hafen bieten Hobbymatrosen einen angenehmen Aufenthalt. Selbst die Verbindung mit der Welt per WLAN ist auf dem Wasser möglich – Informationen gibt's beim Hafenmeister. Der hält auch Tipps für Landgänge parat: Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß, mit dem Rad oder der Usedomer Bäderbahn bequem erkunden. Der 3 km entfernte weiße feine Sandstrand lockt mit einer Breite von bis zu 80 m und absoluter Steinfreiheit.
Aus Karlshagen heraus führt unser Radweg durch Felder und Wiesen, die von Entwässerungsgräben und von dem kleinen Flüsschen Mittelbek durchzogen sind. Sie kommen nach 4 km in die Ortschaft Zecherin und biegen dort ab Richtung Mölschow. Ab da sind es weitere 3 Kilometer bis Trassenheide. Wenn Sie die Bahnschienen überquert haben, sehen Sie links hinter dem Bahnhof schon die Anlage der größten Schmetterlingsfarm Europas, die Sie herzlich willkommen heißt. Damit nicht genug, befindet sich auf dem Areal auch ein Wachsfigurenkabinett, ein Minigolfplatz und das Trassenheider Kinderland. Wiederzukommen lohnt sich auch hier.
Jeden Morgen ab 9:30 Uhr erwacht die Anlage mit ihren außergewöhnlichen Tieren und Pflanzen zum Leben. Auf der Schmetterlingsfarm gibt es in einer riesigen tropischen Freiflughalle mit Teich, Bergen und exotischen Gewächsen tausende Schmetterlinge aus fernen Ländern zu sehen.
Bewundern Sie außerdem Otto und Koko, die beiden Papageien, ein Schildkrötengehege, die einzigartige Insektenausstellung, Vogelspinnenschau, Sonderausstellungen und im Außenbereich Armi, die elf Meter lange Ameisenskulptur.
Ergänzt wird die Farm durch eine umfangreiche Mineralien- und Fossiliensammlung. So ist für jeden Gast, von jung bis alt, etwas dabei. Aufgrund ihrer Artenvielfalt sowie der mannigfaltigen Anschauungsobjekte aus Natur und Umwelt wird die Schmetterlingsfarm besonders gern von Schülergruppen besucht.
Wer mit eigenen Rädern kam, der kann natürlich schon in Trassenheide in den Zug steigen und sich für den Heimweg gemütlich in der Bahn zurücklehnen. Wer Leihräder zurückzubringen hat, nimmt entweder ebenfalls die Bahn und fährt eine Station oder radelt von hier leicht nach Zinnowitz.
Sie schwenken vor den Bahnschienen nach rechts und folgen dem Weg, der parallel zur Bahnstrecke Richtung Zinnowitz führt. Es geht durch Felder und kleine Waldstücke. Der Weg wird bei den ersten Häusern in Zinnowitz zum Trassenheider Weg. Sie nehmen die erste Querstraße links, den Heideweg. Über die Bahnschienen hinweg und dann nach rechts kommen Sie direkt zum Bahnhof. Den Weg zu Ihrem Radverleih in der Dr.-Wachsmann-Straße kennen Sie schon.
Nach einem solch bewegten und bewegenden Tag wird Ihnen ein gutes Essen sicher schmecken. Noch in der Dr.-Wachsmann-Straße gibt es die Taverna Thallassa, ein griechisches Restaurant, an welchem Sie auf dem Weg zum Radverleih bereits vorüberfuhren. Ecke Dr.-Wachsmann-Straße/Neue Strandstraße, befindet sich das Restaurant Casa Italiana.
Von hier brauchen Sie zu Fuß nur noch 15 Minuten bis zum Bahnhof und zu Ihrem Zug. Einfach der Neuen Strandstraße Richtung Süden folgen, in die Straße Am Bahnhof rechts einbiegen – und schon sind Sie bei der Usedomer Bäderbahn, die Sie nach diesem erfüllten Tag wieder nach Hause bringt.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
ZinnowitzAm Bahnhof
17454 Zinnowitz