Antonienstraße 2
04229 Leipzig
Mit dem Kanu von der Weißen Elster in den Lindenauer Hafen
Eine Kanutour für Familien, Kulturliebhaber, Entdecker und Abenteurer
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Bootsverleih Herold in Leipzig bietet als Familienbetrieb seit über 130 Jahren alles, was man auf und rund ums Wasser braucht. Mit Ruderboot, Kajak oder Canadier lassen sich Leipzigs Gewässer auf eigene Faust erkunden, Tipps für die Routenplanung gibt es natürlich dazu. Angeboten werden außerdem geführte Bootstouren über die Weiße Elster und den Karl-Heine-Kanal. Wer einen Sportboot-Führerschein (SBF) erwerben möchte, ist in der Wassersportschule Herold richtig. Eine Reservierung ist für den Verleih nicht möglich, die Boote sind nach kurzer Wartezeit direkt vor Ort verfügbar. Der Vorteil: Wer seine Tour spontan verlängern möchte, kann das tun und einfach bei der Rückkehr nachbezahlen.
Vom Bootsverleih aus geht es links Richtung Norden auf die Weiße Elster. Gefahren wird rechts, wie im Straßenverkehr. Unter dem Limburgersteg, der sogenannten Entenbrücke, und der Industriestraße hindurch folgen Sie einfach dem Verlauf des Flusses, bis nach der zweiten Brücke links der Karl-Heine-Kanal abzweigt. Kurz dahinter erheben sich die rot-weißen Klinkerbauten der ehemaligen Buntgarnwerke, errichtet Ende des 19. Jahrhunderts. Bitte achten Sie beim Abbiegen in den relativ engen Kanal gut auf den Gegenverkehr, halten Sie sich rechts und lassen Sie Motorboote bitte zuerst fahren.
Die Buntgarnwerke sind der größte Fabrikkomplex in Leipzig-Plagwitz und gelten gleichzeitig als Deutschlands größtes Industriedenkmal der Gründerzeit. Das unverwechselbare Gebäude der Buntgarnwerke entstand zwischen 1887 und 1895 nach den Plänen der Architekten Ottomar Jummel sowie Pfeiffer & Händel. Grund für den Bau war der an Bedeutung zunehmende Handel in Leipzig. Schon der erste Eindruck des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplexes vermittelt den Prunk und das Prestige des damaligen Industriepalastes.
Einen hohen Wiedererkennungswert weist vor allem die Klinkerfassade auf, die sich in einer äußerst attraktiven roten Backsteinarchitektur mit dekorativen hellen Natursteingliederungen zeigt. Ebenso bestimmend ist die zweigeschossige Brücke aus Glas und Eisen, welche die Gebäude auf beiden Seiten der weißen Elster verbindet. Heute beherbergen die Buntgarnwerke am Ufer der Weißen Elster zahlreiche Lofts und möblierte Appartements.
Bild und Text mit freundlicher Genehmigung von: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, Augustusplatz 9, 04109 Leipzig, E-Mail info@ltm-leipzig.de, Telefon 0341 7104 260, www.leipzig.travel
Zwischen Nonnenstraße und Elisabethbrücke kommen Sie am legendären Riverboat vorbei. Das Gebäude in der markanten, tropfenförmigen Bootsform war bis 2008 Sendeort der gleichnamigen MDR-Talkshow und wird heute als „Kulturhafen“ für Veranstaltungen genutzt. Der Kanal ist nun deutlich weiter geworden und wird teilweise von Wasserpflanzen wie Seerosen bewachsen.
Drei Brücken und eine leichte Rechtskurve weiter lockt der Anleger am Stelzenhaus am linken Ufer zu einer kurzen Rast. Nur ein kurzes Stück weiter in der nächsten Biegung des Kanals ist auch rechter Hand ein Anleger zu finden. Oberhalb der Steintreppe liegen ein kleiner Spielplatz und die Helmholtzschule.
Nach vier Brücken dicht hintereinander entdecken Sie am rechten Ufer das Leipziger Kunstkraftwerk, ein weiteres Industriedenkmal.
Immersiv – digital – interaktiv – multimedial!
Das sind die Slogans des Kunstkraftwerks Leipzig. Das ehemalige Heizwerk im Stadtteil Lindenau/Plagwitz hat sich innerhalb kurzer Zeit in ein Zentrum für digitale Kunst verwandelt. Die spektakulären „Immersive Art Shows“ entführen die Besucher in künstlerische Welten. Diese immersive Kunst ist eine neue Form des Kunstexperiments, die es einem breiten Publikum ermöglicht, eine neue Sinneserfahrung zu erleben. Die Betrachter stehen nicht mehr vor dem Kunstwerk, sondern werden zum integralen Bestandteil des Werkes. Sonderausstellungen flankieren das Programm der Maschinen- und Kesselhalle des Kunstkraftwerks. Internationale Künstler zeigen Werke zeitgenössischer, medienbasierter Kunst, von Fotografie über Videos bis hin zu interaktiven audiovisuellen Installationen.
Nun wird es auf dem Kanal ruhiger und entlang der Ufer grüner. In der nächsten Biegung liegt links das Mørtelwerk, eine Gaststätte mit Biergarten im ehemaligen Industriegebäude. Hier können Sie direkt anlegen und sich eine Stärkung gönnen.
Im Mørtelwerk gibt es leckere Kuchen und eine wechselnde Karte an deftigen Gerichten. Die kühlen Drinks genießt man auf dem sonnigen Freisitz am Kanal. Gutes Essen direkt am Kanal, das ist, was man in der Wasserstadt Leipzig sucht und im Mørtelwerk findet. Direkt am Karl-Heine-Kanal und in unmittelbarer Nähe zur Leipziger Baumwollspinnerei, serviert das Mørtelwerk leckere Gerichte zwischen Hausmannskost und experimenteller Küche. Passend zu den liebevoll zubereiteten Speisen, gibt es die passenden Getränke. Das Frühstück im Mørtelwerk ist ebenso beliebt wie die Cocktails am Abend. Ob eine dampfende Tasse Kaffee zum hausgemachten Kuchen oder ein kühles Bier auf dem sonnigen Freisitz: Im Mørtelwerk ist der Genuss in der Kulisse der Leipziger Industriearchitektur zu hause.
Bild und Text mit freundlicher Genehmigung von: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, Augustusplatz 9, 04109 Leipzig, E-Mail info@ltm-leipzig.de, Telefon 0341 7104 260, www.leipzig.travel
Unter der Luisenbrücke hindurch fährt das Kanu hinein in den Lindenauer Hafen.
Der erste Spatenstich zum Bau des Lindenauer Hafens fand im Mai 1938 statt. Im Zweiten Weltkrieg stoppte das Vorhaben, ohne dass die Anbindung an den Elster-Saale-Kanal und den Karl-Heine-Kanal vollendet war. So ließ sich der geplante Hafen auf dem Wasserweg gar nicht erreichen – für die Schifffahrt war er damit nicht nutzbar. Zumindest die bereits fertiggestellten Speicher- und Lagergebäude wurden in Gebrauch genommen, verfallen jedoch seit Anfang der 1990er Jahre. Sie wurden zu einem fotogenen Lost Place.
Im Juli 2012 schließlich beschloss der Stadtrat, den Lindenauer Hafen endlich mit dem Karl-Heine-Kanal zu verbinden. Anfang 2015 konnte die 665 Meter lange Anbindung geflutet werden. Dadurch ist es mittlerweile möglich, mit dem Boot über den Karl-Heine-Kanal aus Leipzig bis in das Leipziger Neuseenland zu fahren.
Das Projekt „Wasserstadt Leipzig“ gab dem Ausbau des Lindenauer Hafens neuen Schwung. Es ist geplant, durch eine Verbindung zum Elster-Saale-Kanal den Anschluss an das europäische Wasserstraßennetz herzustellen.
Schließlich geht es zurück auf demselben Weg durch den Karl-Heine-Kanal und am Ende rechts in die Weiße Elster. Der Rückweg gegen die Strömung ist gut zu schaffen, kann aber etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen als der Hinweg. Sie sehen Wasserwege und Uferbebauung aus neuer Perspektive und geben am Ende die Boote wieder am Verleih ab.
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Start/Ende
Bootsverleih HeroldAntonienstraße 2
04229 Leipzig