Bahnhofsring
16225 Eberswalde
Wanderung am Finowkanal
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die historische Adler-Apotheke ist das älteste Fachwerkhaus der Stadt. Es beherbergt heute das Museum Eberswalde und die Tourist-Information. Die Haus-, Stadt- und Regionalgeschichte bildet den roten Faden durch die Dauerausstellung. Thematische Schwerpunkte sind zum Beispiel die Industrialisierung im Finowtal oder die forstliche Lehre und Forschung im 19. Jahrhundert. Ein besonderes Ausstellungsstück ist die vollständige Kopie des Eberswalder Goldschatzes. Das Original gilt als größter, jemals in Deutschland entdeckter Goldfund der Bronzezeit.
Im Dachgeschoss befindet sich der interaktive Teil des Museums. Hier können Gäste ihre Vision für Eberswalde gestalten oder in der ”BerührBar“ wichtige Bausteine der Eberswalder Stadtgeschichte, der Region Barnim und des Baudenkmals Adler-Apotheke ertasten. Zu den Angeboten gehören wechselnde Sonderausstellungen mit Begleitprogrammen, museumspädagogische Aktionen und Führungen.
An der Kreuzung der Eisenbahnstraße und der Breiten Straße erreichen Sie den Finowkanal. Die Eberswalder Stadtschleuse wurde 1831 erbaut und ist die älteste von 13 Schleusen am 42 km langen Verlauf des Finowkanals. 12 der Schleusen sind handbetrieben, es dauert daher seine Zeit, den Finowkanal mit dem Schiff zu passieren.
Weiter geht es auf der Nordseite des Kanals links entlang durch eine parkähnliche Landschaft. Ursprünglich gab es auf jeder Seite des Kanals sogenannte Treidelwege. Hier bewegten Pferde – jeweils in eine Richtung – die an Seilen befestigten Lastkähne vorwärts. An kurzen Wegstrecken mussten sich die Treidler selbst einspannen. Während der Wanderung ist Gelegenheit, an Infotafeln einiges über die Geschichte des Kanals zu erfahren.
Der Finowkanal, mit einer Gesamtlänge von 42 Kilometern und 12 historischen Schleusen, ist die älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraße Deutschlands. Seit mehr als 400 Jahren verbindet er die Havel mit der Oder und war für einen langen Zeitraum eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen in der Mark Brandenburg.
1603 erteilte der Kurfürst Joachim Friedrich Wilhelm die Order, die Havel bei Liebenwalde über das Flüsschen Finow mit der Oder zu verbinden. 1609 konnte bereits, nach nur vierjähriger Bauzeit, eine Strecke von 22,6 km von der Havel bis zum Ort Schöpfurth befahren werden. Infolge des Dreißigjährigen Krieges verfiel dieses markante Wasserbauwerk.
Ab 1743 wurde der Kanal durch Erlass Friedrichs II. mit verändertem Streckenverlauf und stabileren Schleusen wiederhergestellt. 1749 war der Kanal wieder befahrbar. Der Finowkanal entwickelte sich zu einer der wichtigsten deutschen Binnenwasserstraßen und bestimmte die rasante wirtschaftliche Entwicklung des Finowtals als Wiege der "Brandenburgisch-Preußischen Industrie" bis ins 20. Jahrhundert. Noch heute lassen sich an den Ufern zahlreiche kulturhistorische Sehenswürdigkeiten aus diesem Industriezeitalter entdecken. Bald waren aber die Kapazitäten der Wasserstraße erschöpft. 1914 wurde der wirtschaftlich effektivere Oder-Havel-Kanal für die Binnenschifffahrt eröffnet. Der Finowkanal verlor dadurch an Bedeutung.
Der Treidelweg entlang des Finowkanals von Finowfurt bis zum Schiffshebewerk Niederfinow ist heute ein beliebter Rad- und Wanderweg und der Finowkanal Anziehungspunkt für Wasserurlauber.
Nun unterquert der Weg eine aus Ziegelsteinen gemauerte Eisenbahnbrücke. Auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals kommt ein verfallenes Gebäude in den Blick. Früher war es das Wohnhaus des Direktors einer nahen Hufnagelfabrik. Darin arbeitete eine Maschine, die das bis dahin mühsame Schmieden der einzelnen Nägel übernahm – eine Eberswalder Erfindung. Fortan gingen Hufnägel aus Eberswalde in alle Welt. Ab 1908 erleichterte ein von Borsig in Berlin gebauter Waggonaufzug den Umschlag: Er hob bis zu 25 Tonnen schwere Güterwagen vom Werksgelände auf die sechs Meter höher gelegenen Bahngleise. Das Eisengerippe dieses Lastenfahrstuhls steht nicht weit entfernt. Sie erreichen nun die Schleuse Kupferhammer.
Achtung: Die Bedienung der Schleuse erfolgt nur nach vorheriger Anmeldung beim Schleusenmanagement des Zweckverbandes Region Finowkanal unter der Telefonnummer +49 151 72438871. Bitte melden Sie sich mit mindestens 24 Stunden Vorlauf an. Paddler können ihre Boote über die Anlegestellen am nördlichen Ufer umtragen.
Die Schleuse Kupferhammer ist eine von insgesamt zwölf denkmalgeschützten Schleusen im Finowkanal, die auf einer Länge von fast 30 Kilometern einen Höhenunterschied von insgesamt 36 Metern überwinden.
Bereits beim ersten Bau des Finowkanals im Jahr 1620 wurde auf der Höhe des ehemaligen Kupferhammers eine Schleuse errichtet. Die heutige Schleuse wurde als Neubau 1875 fertiggestellt und wird bis heute vom Schleusenwärter per Hand betrieben.
Eine Umtragung von Paddelbooten ist über Anlegestellen am nördlichen Ufer möglich.
Lage: Finowkanal (Fik) km 75,90
Abmessungen: Schleusenkammer: 43,30 m lang, 9,60 m breit, Ober- und Untertor: jeweils 5,27 m breit
Hub: 4,00 m
An der folgenden Brücke wechseln Sie auf die Südseite des Kanals. Jetzt können Sie bereits eins der Wahrzeichen von Eberswalde sehen: den „Eberkran“. Er erinnert an den VEB Kranbau Eberswalde, der mit 3.000 Beschäftigten bis 1990 einer der führenden Lieferanten von Hafen- und Werftkränen in ganz Europa war. Die Schleuse Drahthammer, deren Vorgängerin bereits beim Bau des ersten Finowkanals um 1620 entstand, stammt aus dem Jahr 1877.
Sie befinden sich im Ortsteil „Eisenspalterei“. Der aus Frankreich emigrierte Hugenotte Moise Aureillon bekam die Konzession zum Bau eines Eisenhammers und einer Drahtzieherei. Das „Alte Walzwerk“ gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Gebäuden. Der größte Teil der früheren Eisenspalterei wurde zum Familiengarten umgestaltet.
Auf circa 17 Hektar erleben Sie ein gelungenes Zusammenspiel von 300 Jahren Industriegeschichte, gartenarchitektonisch kunstvoll gestalteten Anlagen und einer in der Region einmaligen zauberhaften Märchenspiellandschaft. Das Hexenhaus auf Hühnerbeinen, die Hexenküche, das Riesenspinnennetz, der fliegende Teppich und viele andere, liebevoll bis ins Detail angefertigte Spielbauten beflügeln die Fantasie und lassen Kinderherzen höher schlagen.
Mit den spannenden Angeboten des "Grünen Klassenzimmers" können zudem auch Schulklassen die Natur mit allen Sinnen spielerisch entdecken, erleben und verstehen.
Besondere Highlights sind: die unterschiedlich gestalteten Gärten, der weite Blick von der 32 Meter hohen Aussichtsplattform des Montage-Eber-Krans, die zauberhafte Märchenspiellandschaft und die Erkundung der unterirdischen Betriebsarchen mit dem Tretboot.
Im Zuge der Landesgartenschau 2002, kurz LAGA, wurden viele Attraktionen restauriert oder sogar neu errichtet und lassen somit den Familiengarten noch einmal mehr zu einem Erlebnis für die ganze Familie werden.
Angebote: Eberkran mit Aussichtsplattform, Tretbootfahren, Spielen, Spazierengehen, größte Taschenuhr der Welt, farbenfrohe Gartenwelt
Folgen Sie nun dem Treidelweg auf der nördlichen Seite des Finowkanals bis zur Schleuse Wolfswinkel von 1876. Seit der Zeit Friedrichs II. bestand in Spechthausen, südlich von Eberswalde, eine Papierfabrik, deren hochwertige Büttenpapiere mit einem Specht als Wasserzeichen versehen waren.1956 wurden die technischen Einrichtungen der Handschöpferei von Spechthausen nach Eberswalde-Finow, zur Papierfabrik Wolfswinkel, umgesetzt. Hier wurde noch bis 1994 Büttenpapier hergestellt. Weiter geht es am Kanal entlang zur Schleuse Heegermühle, die letzte auf dieser Tour. Ihr Bau wurde 1876 beendet. Es ist eine doppelbreite Kesselschleuse, allerdings wurde 1932 die nördliche Schleuse zugeschüttet, sodass nur eine Schleusenkammer zum Einsatz kommt. Der folgende Ortsteil geht auf eine Industrieanlage zurück: Messingwerk. Hier steht das Wahrzeichen des Finowtals.
Der Wasserturm Finow ist das Wahrzeichen des Finowtales und wurde 1917/18 zur Versorgung des industriellen Umfeldes durch die Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG erbaut. Den Entwurf lieferte der Berliner Architekt Paul Mebes (1872-1938), einer der führenden Wegbereiter des modernen Städtebaus. Der Turm ist architekturgeschichtlich weit überregional bedeutsam als eines der frühesten Beispiele des von gotischen Stilmotiven durchsetzten Backsteinexpressionismus in Deutschland.
Ein barrierefreier Personenaufzug bringt Besucher in 44 Sekunden bis zum Museum im zweiten Obergeschoss. Im ehemaligen Wasserbehälter wird die 300-jährige Geschichte des Werkes präsentiert. Auch Gruppenführungen durch die historische Messingwerksiedlung mit Besichtigung der Kunstwerke von Cesar Klein sind nach telefonischer Voranmeldung möglich.
Nicht zuletzt gewährt der Turm eine sensationelle Aussicht. Vom Museum führen 40 Stufen hinauf auf die 44 Meter hohe Aussichtsplattform. Der Ausblick reicht weit über das Finowtal und bei guter Sicht auch bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz.
Der Turm ist zwischen Ostern und bis nach den Herbstferien immer Sa, So und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Zurück zum Finowkanal. An einem kleinen Seitenarm des Finowkanals, der zum früheren Hafen des Messingwerks gehört, steht eine ziemlich lädierte, unbegehbare gusseiserne Brücke. Mit der hat es eine besondere Bewandtnis. Am 6. Dezember 1845 ist Theodor Fontane darüber gegangen, als er eine junge Frau von einer Geburtstagsfeier nach Hause begleitete. Das spielte sich jedoch in Berlin ab, auf der Weidendammer Brücke. In einer Laune des Augenblicks erklärte er beide für verlobt. Tatsächlich: Nach fünf Jahren wurde geheiratet und die Ehe hielt bis zu seinem Tod. Die damalige Weidendammer Brücke aber wurde 1895/96 erneuert. Die alte Eisenkonstruktion wurde zerlegt, kam an den Finowkanal und wurde dort – um einige Meter eingekürzt – wieder aufgebaut. Sie steht dort als „Teufelsbrücke“.
Für die Rückkehr bietet sich der BUS 864 ab Erich-Steinfurth-Straße an (bis Haltestelle Busbahnhof).
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Start/Ende
Eberswalde HauptbahnhofBahnhofsring
16225 Eberswalde