Bahnhof
14913 Jüterbog
Radtour auf den Spuren der Reformation rund um Jüterbog
Eine Radtour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Entdecker
Entspannt anreisen und Leihräder bei den Vermietern vor Ort nutzen. Die Kapazitäten für die Fahrradmitnahme in den Züge sind begrenzt und eine Mitnahme des eigenen Rads kann je nach Auslastung nicht garantiert werden.
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Mit der Gründung des Franziskanerklosters um 1480 begann der Kirchenbau mit dem Chor im nordwestlichen Teil des mittelalterlichen Jüterbogs nahe der alten Stadtmauer. Das Gebäude ist eine dreischiffige Backsteinhalle, die erst 30 Jahre später um 1510 fertiggestellt wurde. Kloster und Kirche konnten sich aber keiner langen Blütezeit erfreuen. Der Franziskaner Bernhard Dappen denunzierte Thomas Müntzer, der Ostern 1519 auch in Jüterbog predigte, beim Bischof von Brandenburg. Der Name "Lutheraner" wurde erstmalig benutzt. 1564 erfolgte die Übergabe des Klosters an die Stadt. Die Klosterkirche wurde evangelische Pfarrkirche und das Klostergebäude wurde Gymnasium. 1577 baute Georg Schröter aus Torgau die Kanzel in das Kirchenschiff ein. 1863 wurde die Knabenschule an der Stelle des ehemaligen Nordflügels eingeweiht. 1963 fand der letzte Gottesdienst statt. Nach einem vollständigen Umbau eröffnete hier 2005 das "Kulturquartier Mönchenkloster".
Die über 500 Jahre alte Franziskanerkirche mit ihrer wechselnden Geschichte ist ein Paradebeispiel für die sinnvolle Nutzung historischer Gebäude. Vom Franziskanerkloster zum kulturellen Zentrum beherbergt das Areal heute die Stadtbibliothek, das kulturhistorische Archiv, die Bühne, das Museum und das Standesamt der Stadt. Auf dem Klosterhof kann in den wärmeren Monaten entspannt verweilt werden. Verschiedene Sitzgelegenheiten laden zum Ruhen ein und auch Konzerte finden hier statt. Nebendran befindet sich der gut sortierte Klostergarten, wo viele Kräuter und Heilpflanzen einen Platz gefunden haben, die für die eigene Küche genutzt werden können. Für die kleinen Besucher sind ein Wassermatschplatz und andere Spielgeräte installiert.
Nun geht es über den Marktplatz, vorbei am ältesten Rathaus Brandenburgs, einem eindrucksvollen Zeugnis der norddeutschen Backsteingotik. Nach links durch die Große Straße erreichen Sie die imposante Nikolaikirche, die mit ihren zwei unterschiedlichen Turmspitzen schon von Weitem die Silhouette der Stadt bestimmt.
217 Stufen hinauf sind es bis zur tollen Aussicht aus 46 Metern Höhe auf Jüterbog und den Niederen Fläming. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Kloster Zinna.
Die Nikolaikirche, ein dreischiffiger gotischer Bau, wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet. 1307 wurde die Kirche erstmalig erwähnt. Die jetzige Kirche, eine gotische Hallenkirche, ist in drei Bauphasen errichtet worden. Die Arbeiten an den Türmen – welche heute noch bestiegen werden können – fanden erst nach 1500 ihren Abschluss. Außerdem findet sich in der Kirche neben dem Tetzelkasten in der sehenswerten Taufkapelle auch ein alter gotischer Flügelaltar und eine majestätische Orgel, die im Ursprung eine Wagnerorgel ist, Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch von Rührmann umgebaut wurde. Das Prospekt ist erhalten geblieben.
Von der Turmhöhe genießt man einen beeindruckenden Rundblick über die Stadt. Die Größe der Kirche und die prächtige Ausmalung sind eindrucksvolles Zeugnis des damaligen Wohlstandes der Stadt. Warum die Türme zwei unterschiedliche Spitzen haben, sollten Sie bei einem Besuch in Erfahrung bringen.
Weiter geht es nach rechts in die Nikolaikirchstraße mit einem Schlenker zurück durch die Gasse Planeberg. Hier befindet sich der Abtshof, der Sie auf das nächste Etappenziel einstimmt: Im Abtshof residierte nämlich im 15. Jahrhundert der Abt von Kloster Zinna. Werfen Sie noch einen Blick auf das Zinnaer Tor, dann geht es in nördlicher Richtung weiter ins knapp 8 km entfernte Kloster Zinna.
Wenn Sie sich nach der Besichtigung des Klosters für die nächste Etappe stärken möchten, haben Sie auf dem Klosterareal gleich mehrere Möglichkeiten: Im Hotel-Restaurant der Alten Försterei am König-Friedrich-Platz genießen Sie herzhafte Speisen, an Wochenenden auch Kuchen. Im Sommer lädt der weinberankte Hof und der große Garten zum Verweilen ein.
Am Eingang zum Klosterareal an der Kreuzung Berliner Straße/Wallstraße befindet sich das ehemalige Webhaus, das heute ein Café mit Biergarten beherbergt. Lassen sie sich hier traditionelle Köstlichkeiten aus dem Fläming schmecken wie den feinen Klemmkuchen. Und im Museum gibt es sogar alte Handwebstühle zu bestaunen.
Nur eine gute Autostunde südlich von Berlin, direkt an der B 101, liegt Kloster Zinna. Namensgeber des Ortes ist das Zisterzienser-Mönchs-Kloster, das Erzbischof Wichmann von Magdeburg 1170 hier gründete. In der Landschaft des Niederen Fläming legen die heute noch existierenden Gebäude eindrucksvoll Zeugnis ab vom Wirken der weißen Mönche im Kolonialland östlich der Elbe.
Das Kloster war auch bedeutender Grundbesitzer. Unter den Dörfern, die sich auf dem ca. 300 Quadratkilometer umfassenden Klosterland befanden, nahm das östlich von Berlin gelegene Rüdersdorf mit seinen Kalksteinbrüchen einen besonderen Platz ein, begründeten sie doch jenen Reichtum, der sich noch immer in den prachtvollen Abteigebäuden des 14. Und 15. Jahrhunderts widerspiegelt. Ausführlich wird die Geschichte der Zisterzienser im Museum dargestellt, das sich im ehemaligen Abtshaus befindet. Ein Modell des Klosters lässt die Dimension der Anlage erahnen. Die hochgotischen Fresken in der Abtskapelle gestatten Einblicke in das Weltbild des mittelalterlichen Mönches.
Durch die unmittelbare Nähe zu Jüterbog und Wittenberg breiteten sich die Lehren Luthers auch in Kloster Zinna aus. 1553 verließen die letzten Mönche Zinna, das Kloster wurde säkularisiert. Erst 1764, als Friedrich der Große hier, direkt an der sächsischen Grenze, eine Webersiedlung gründet, erwacht der Ort zu neuem Leben. Sowohl die Industrialisierung als auch die Veruntreuung von Bau-Geldern verhinderten den erhofften Reichtum. Dennoch errichteten die dankbaren Bürger dem "Alten Fritz" ein Denkmal mitten auf dem Markt.
Die Ortsgründung durch Friedrich II. und das alte Handwerk sind im sogenannten Zollhaus in musealer Form aufbereitet. Historische Handwebstühle und Gerätschaften lassen die Mühsal des Webens erahnen. Im ehemaligen Siechenhaus befindet sich die Kräuteressenzherstellung für den "Zinnaer Klosterbruder", ein legendärer Kräuterlikör, der mit dem Erwerb einer Eintrittskarte vor Ort verkostet werden darf.
Am Rande des Klosterareals entlang der Nuthe verläuft der Rundkurs 1 des Flaeming-Skate, dem Sie ein Stück entlang der Berliner Straße und dann nach links zum kleinen Dorf Werder folgen. Von hier geht es auf der gesamten restlichen Tour weiter auf dem Rundkurs 4 des Fläming-Skate. Sie können sich also nicht verfahren.
Auf feinstem Asphalt radeln Sie an den Naturschönheiten des Niederen Flämings vorbei und durch kleine Ortschaften: Markendorf, Fröhden, Hohengörsdorf, Bochow.
Kurz vor Oehna sind etwa 20 km und mehr als die erste Hälfte des Rundkurses nun geschafft, Zeit für eine erfrischende Badepause im Freibad Oehna. Biegen Sie etwa 3 km hinter Bochow, noch vor dem Ort Oehna, nach links in den Weg Am Freibad ein.
Genießen Sie in einem modernen Freibad eine angenehme Erfrischung mit großzügiger Liegewiese und Raum für Entspannung. Abwechslung und Badespaß bringen Wasserpilz, Bodenblubber, Wasserkanone und die große Rutsche. Der schöne Beach-Volleyballplatz, das separate Kinderbecken und viele Spielgeräte für Kinder sorgen für Unterhaltung. Für Kinder ab 5 Jahren können Schwimmkurse gebucht werden und natürlich darf auch der klassische Freibad-Imbiss für das leibliche Wohl nicht fehlen.
Für die Buchung der Schwimmkurse wenden Sie sich bitte per Mail an archiv@niedergoersdorf.de
Nach dieser Erfrischung geht es zurück auf den Rundkurs 4 des Flaeming-Skate. Kurz vor Oehna queren Sie die Bahngleise, dann geht es weiter durch den Ort und die hügelige Landschaft ins etwa 8 km entfernte Dennewitz. Vor dem Ortseingang verlassen Sie den nach links abknickenden Flaeming-Skate und fahren auf der Dorfstraße in den Ort hinein. 1813 fand hier die Schlacht bei Dennewitz statt, noch heute erinnern die Denkmäler der Napoleonischen Befreiungskriege daran sowie eine Ausstellung im Dorfmuseum (Öffnungszeiten bitte bei der Touristinformation Niedergörsdorf, Telefon: 033741-71304 erfragen).
Sehenswert sind auch die hübsche Feldsteinkirche und die Hochzeitsmühle Dennewitz. Schräg gegenüber der Kirche befindet sich in der Dorfmitte das Wirtshaus „Zum Grafen Bülow“. Hier können Sie sich für die letzte Etappe der Rundtour noch mal ausgiebig mit typischen regionalen Gerichten stärken.
Das Wirtshaus "Zum Grafen Bülow" mit dazugehöriger Pension erwartet die Gäste mit einem reichhaltigen und regional typischen Speiseangebot. Vom kleinen Hunger über herzhafte Speisen bis zum 4-Gänge-Menü können Besucher vor Ort genießen. Das Gasthaus liegt in Dennewitz, einem kleinen Dorf, das durch die Befreiungskriege und die Schlacht von Dennewitz am 06.09.1813 in die Geschichte einging. Mit direktem Anschluss an die Flaeming-Skate eignet sich das Lokal prima für einen Stopp während der Skate- oder Radtour. Im Biergarten oder in der Weinstube können Gäste erfrischende Getränke und leckere Speisen genießen. Familienfeiern und Hochzeiten werden regelmäßig auf Anfrage ausgerichtet.
Fahren Sie nun nach rechts aus Dennewitz heraus und unterqueren Sie die Bahngleise. Nun befinden Sie sich wieder auf dem Rundkurs 4 des Flaeming-Skate, der Sie zurück nach Jüterbog begleitet. Bei Niedergörsdorf erfolgt noch mal eine spürbare Steigung, dann geht es durch ein Waldstück weiter Richtung Neues Lager. An der B 102 biegt der Weg nach rechts ab. Bis zum Ziel am Bahnhof in Jüterbog sind es nur noch wenige Kilometer.
Wenn Sie bis zur Abfahrt Ihres Zuges noch Zeit haben oder gar erst den nächsten oder übernächsten Zug nehmen möchten, fahren Sie entweder gemütlich auf dem Spitzbubenweg (wie zu Beginn der Tour) oder durch die Schlossstraße wieder Richtung Altstadt. Ein Stück hinter dem Dammtor Richtung Altstadt befindet sich auf der rechten Seite der Heilig- Geist-Platz, wo Sie im gemütlichen Biergarten der Tetzelstuben die Eindrücke des Tages entspannt Revue passieren lassen können.
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