Bahnhofstr.
04862 Mockrehna
Sagenhaftes in Mockrehna
Eine Radtour für Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Entspannt anreisen und Leihräder bei den Vermietern vor Ort nutzen. Die Kapazitäten für die Fahrradmitnahme in den Züge sind begrenzt und eine Mitnahme des eigenen Rads kann je nach Auslastung nicht garantiert werden.
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die liebevoll zusammengetragene kleine Sammlung in der alten Schule des Ortes zeigt Gebrauchsgegenstände aus dem dörflichen Leben sowie Dokumente der einstigen Schule und der Gemeinde. Das Schulgebäude wurde im Jahre 1832 mit einem Klassenraum und einer Wohnung für eine Lehrerfamilie errichtet. Nach 1945 erweitert, diente das Haus ununterbrochen bis 1998 der Gemeinde Audenhain als Schule. Danach wurde der Schulbetrieb eingestellt und im Klassenraum die Heimatstube eingerichtet.
Das Museum öffnet jeden 2. Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr, kann aber auch nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden.
Nach diesem kurzweiligen Exkurs in die Geschichte radeln Sie Am Schwarzen Graben weiter und biegen dann rechts ab in die Straße Heide. Dort, wo sie sich teilt, fahren Sie rechts weiter – und sehen bereits die Paltrockwindmühle, Ihre nächste Station.
Die Landwirtschaft prägte seit jeher das Bild des Dorfes Audenhain. Bis in die 1920er-Jahre gab es hier sechs Windmühlen und zwei Wassermühlen. Einzig die Windmühle von 1751 am Fuße des Krähenberges im Ortsteil Heide blieb erhalten und ist noch heute voll funktionstüchtig. Einst als Bockwindmühle errichtet, wurde sie 1938 zur Paltrockwindmühle umgebaut und 1991 bis 1993 rekonstruiert. 2015 beschädigte ein Sturm die Flügel derart, dass sie abgebaut werden mussten. Eine Firma aus den Niederlanden montierte noch im gleichen Jahr neue Flügel. Die Mühle mit Mühlenstube und wechselnden Ausstellungen gehört in fünfter Generation der Familie Ebbecke. Besichtigen kann man die Paltrockmühle alljährlich am Pfingstmontag zum Deutschen Mühlentag oder gern auch nach vorheriger telefonischer Anmeldung.
Fahren Sie nun wieder ein paar Meter zurück zur Heide-Kreuzung und nehmen Sie den anderen Heide-Weg, kommen Sie nach ein paar kräftigen Tritten in die Pedale zum Wildfreigehege Audenhain. Sie können eine kurze Rast einlegen, die Tiere beobachten und im Hofladen Wildwurst kosten und kaufen. Ach, da stehen sie ja – die Rentiere. Seit 2017 leben die treuen Begleiter des Weihnachtmanns hier – sie stammen aus Tierparks in Thüringen und Schweden.
Mit seinen 110 Hektar ist es das größte private Wildfreigehege Sachsens. Auf dem weitläufigen Areal leben Rot- und Damwild, Wildschweine und Rentiere. Hier gibt es auch Lamas, Schafe und Ziegen, die sich streicheln und füttern lassen. Das Gehege gehört zum Bio-Betrieb, in dem das Gatterwild geschlachtet und verarbeitet wird. Nach biologischen Richtlinien produzierte Wildwurst und Wildfleisch werden im Hofladen angeboten.
Zu besonderen Anlässen und nach vorheriger Anmeldung bietet Kuno Pötzsch Fototouren und Safaris mit historischen Fahrzeugen durch das Wildfreigehege an.
Auf zur nächsten Station! Und die heißt Gräfendorf. Fahren Sie die Heide-Straße weiter bis zum Weg Huxel, biegen Sie links ab und radeln Sie bis zur zweiten Wegkreuzung. Hier fahren Sie nach rechts, überqueren die beschrankten Bahngleise, strampeln durch ein Waldgebiet und passieren die B 87. Nun geht es wieder durch Wald, bis Sie der Waldweg rechter Hand zum Forsthaus Gräbendorf führt, wo Sie der 4 Kilometer lange Waldlehrpfad erwartet. Sie können die Räder einfach am Forsthaus stehenlassen und auf Naturexpedition gehen. Der Lehrpfad lässt sich aber auch mit dem Rad befahren.
Gräfendorf, der zu den kleinsten Orten der Gemeinde Mockrehna gehört, besticht durch seine besondere Lage, denn er ist von Wald umgeben. Hier gibt es einen 4 Kilometer langen Waldlehrpfad mit interessanten Stationen zu Themen wie Waldumbau, Kiefernheide, Hügelgräber, Leben im Reisighaufen. Vor allem für Familien mit Kindern, Kindergartengruppen und Schulklassen wurden hier Infos und Wissen verknüpft mit der direkter Anwendung in der Natur. So wird den Kindern das Ökosystem Wald spielerisch näher gebracht und sie können lesen und beobachten, fühlen und hören. Für den „Unterricht im Grünen“ steht auch ein Pavillon zur Verfügung.
Wieder eine Menge dazugelernt! Nun geht es auf dem Waldweg zurück zur Gräfendorfer Lindenallee, die Sie in den eigentlichen Ort führt … und auch gleich wieder hinaus zum Gräfendorfer Weg. Er verbindet das kleine Dorf mit Wildenhain. An der ersten Weggabelung rechts ab, gelangen Sie rasch in den Ort. Biegen Sie am Ortseingang gleich links ab in die Alte Schulstraße. Wie in so vielen kleinen Dörfern prägen auch hier die spätbarocke Dorfkirche aus dem Jahre 1782, das alte Schulgebäude von 1896 und das barocke Gutshaus, die unter Denkmalschutz stehen, das Dorfbild. Auch in Wildenhain können Sie ein Heimatmuseum besuchen. Es hat auf dem Dachboden des alten Gutshauses mitten im Dorf in der Alten Schulstraße 5 sein Domizil gefunden.
Das Heimatmuseum auf dem Dachboden des Gutshauses von 1474 zeigt eine kleine Sammlung von Haus- und Handwerksgeräten und landwirtschaftlichen Hilfsmitteln. Auch einige alte Gegenstände aus der Schule Wildenhains, die bereits 1969 geschlossen wurde, können hier besichtigt werden.
Das Museum öffnet von Mai bis Oktober jeden letzten Samstag im Monat von 10 bis 15 Uhr. Besichtigungen kann man auch zuvor telefonisch vereinbaren unter Tel. (03 42 44) 557 50
Von Wildenhain geht es zurück zum Ausgangspunkt – in den Ortsteil Mockrehna. Die Dommnitzscher Straße bringt Sie geradewegs hin. Leider hat sie keinen straßenbegleitenden Radweg. Mitten im Ort steht sie nun, die berühmte Kirche mit dem Beil im Turm. Gegenüber erhebt sich auf einem Stein die bronzene Statue eines Burschen mit dem Werkzeug in der rechten Hand, so, als wolle er es gleich kraftvoll losschleudern. Beide sind Zeugen einer unglaublichen Geschichte aus dem 17. Jahrhundert.
Im Turm der Kirche von Mockrehna steckt ein Beil, um das sich eine Sage rankt. Von einem Müllerburschen namens Pumphut ist da die Rede. Damals trugen Gesellen wohl ein Beil als Handwerkszeichen bei sich. Pumphut war boshaft und aufbrausend, weshalb er oft in Streitereien geriet. Eines Tages nun kam es zu Auseinandersetzungen mit anderen Burschen, die ihm das Beil entreißen wollten. Er lief zum Kirchhof, die johlende Menge hinterher. Ihm blieb nur noch ein Platz auf der Kirchhofmauer. Da schwang er das Beil, ein Zischen erfüllte die Luft, und mit einem großen Krach landete das Beil in der Kirchturmspitze, die wohl 13 Meter hoch war. Ehe die Burschen begriffen hatten, was geschehen war, war kein Pumphut mehr auf der Mauer. Nur noch der Schatten seines großen Hutes verschwand unter einem Stein … und der Müllerbursche tauchte nie wieder in Mockrehna auf. Noch heute aber sind der Stein und das Beil im Kirchturm von Mockrehna zu sehen. Allerdings wurde es im Jahre 1835 durch ein Eisenbeil ersetzt.
Nach dieser unglaublichen Geschichte können Sie sich nun langsam auf den Heimweg machen. Fahren Sie ein kleines Stück an der B 87 entlang, werfen Sie im Gutspark noch einen Blick auf das einstige Gutshaus und den idyllischen Teich und fahren Sie dann auf der Schildauer Straße die wenigen Meter bis zum Bahnhof. Falls Sie noch Lust auf ein Eis oder eine kleine Stärkung haben, lassen Sie den Bahnhof links liegen und radeln auf der Schildauer Straße Richtung Audenhain. Bei der Nummer 15 a lädt auf der linken Seite das Eiscafé Capri Tel. (034244 50737) zur gemütlichen Rast, bevor Sie der Zug wieder zurück nach Hause bringt.
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Bahnhof MockrehnaBahnhofstr.
04862 Mockrehna