Bahnhofstraße 18
38170 Schöppenstedt
Auf den Spuren des berühmten Possenreißers Till Eulenspiegel
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Till Eulenspiegel-Museum zeigt den berühmten Possenreißer aus dem Spätmittelalter, der wohl um 1300 im nahen Ort Kneitlingen am Elm geboren wurde und um 1350 in Mölln die letzte Ruhe fand, in all seinen Facetten: seine Widerspenstigkeit, seinen Witz, seine Unangepasstheit, seine Streiche, bei denen er den Menschen den Spiegel vorhielt, aber auch seine Boshaftigkeit und Betrügereien. Bekannt wurde Till Eulenspiegel durch ein um 1510 erschienenes Volksbuch mit 96 Geschichten aus seinem Leben, das rasch zum Bestseller wurde.
Die Grundlage für das Eulenspiegel-Museum schuf der Schöppenstedter Erich Leimkugel mit seiner Eulenspiegel-Sammlung, die er seit 1938 der Öffentlichkeit zugänglich machte und schließlich seiner Heimatstadt schenkte. 1996 wurde das Museum in der Nordstraße mit einem Neubau erweitert, der leicht als Narrenkappe zu erkennen ist.
Neben der Dauerausstellung gibt es Sonderausstellungen und Aktionen getreu dem Motto von Till Eulenspiegel: überraschen, irritieren, widersprechen.
Das Museum ist barrierefrei und bietet Menschen mit speziellen Bedürfnissen Unterstützung an, die Ausstellung zu entdecken.
Im Museum gibt’s übrigens auch ein Faltblatt mit Infos zu den einzelnen Stationen, die der Eulenspiegel-Rundweg verbindet. Nach der Besichtigung geht’s ein Stück durch die Stadt, vorbei an Sportplatz und Freibad, auf den Höhenweg mit der Friedenseiche und auf dem Brunnenweg zur Sambleber Straße. Rechts zweigt der Weg Twelkenmühle ab, der die Wandernden durch Feld und Flur und entlang des Amplebenerbaches in den kleinen Ort Ampleben bringt. Die Elmstraße führt zum Dorfplatz „Am Backhaus“. Hier stehen Tills Taufstein und eine Tafel mit der Geschichte. So soll Till Eulenspiegel in der Kapelle der einstigen Burg Ampleben getauft worden sein. Wer mag, kann in der Bäckerei am Dorfplatz eine Rast einlegen.
Die traditionsreiche Bäckerei-Konditorei der Familie Garbe mitten im Ort bietet Brot aus Natursauerteig und rund 40 Sorten Brötchen an sowie Kuchenspezialitäten und Torten.
Vorbei an der romanischen Dorfkirche von Ampleben, die um 1200 errichtet wurde, führt der Weg hinter der Kirche auf dem Eulenspiegel-Taufweg nach Kneitlingen und weiter über Bansleber-Holzweg, Bockslager und Ringstraße zur Dorfmitte.
Der 1,5 Kilometer lange Eulenspiegel-Taufweg zwischen den Dörfern Ampleben und Kneitlingen erzählt eine Episode aus dem Leben des berühmt gewordenen Narren. So wurde er der Erzählung nach drei Mal an einem Tag getauft: In Kneitlingen als Sohn einer Bauernfamilie zur Welt gekommen, wurde er ordnungsgemäß im benachbarten Ampleben getauft, weil sein Geburtsort damals noch keine eigene Kirche hatte. Taufpate soll der Raubritter Till von Uetze gewesen ein, der damals auf der Burg Ampleben hauste. Auf dem Rückweg ins Dorf aber ließ die Amme das Baby ins schmutzige Wasser des Baches fallen. Sie hatte bei der Tauffeier zu tief ins Glas geschaut … Das war die zweite Taufe. Zu guter Letzt wurde der kleine Till zu Hause in den Waschzuber gesteckt und sauber geschrubbt …
Das Eulenspiegel-Denkmal und Infotafeln in der Dorfmitte von Kneitlingen vor der Kirche St. Nicolai berichten darüber.
Weiter geht’s aus dem Ort hinaus mit schönstem Blick auf den Elm, einen bewaldeten Höhenzug, der zum Naturpark Elm-Lappwald gehört, durch Feld und Wald. Jetzt gilt es, 150 Höhenmeter zu bewältigen, doch zum Glück gibt’s Bänke zum Ausruhen am Wegesrand. Nächstes Etappenziel ist der Tetzelstein. Hier erinnert eine Tafel an die 31. Geschichte von Till Eulenspiegel, als er mit einem Totenkopf von Dorf zu Dorf zog, um Opfergaben zu erhalten. Ob sich die Ablassprediger diese Geschichte zum Vorbild nahmen?
Der Legende nach soll im Jahre 1518 unter dem unscheinbaren, 88 Zentimeter hohen Stein ein Ablassprediger begraben worden sein, der an dieser Stelle erschossen und beraubt wurde. Benannt wurde der Stein jedoch nach dem Dominikanermönch Johann Tetzel (1465-1519), der wohl der bekannteste Ablasshändler war. Er reiste durch die deutschen Länder und verkaufte Ablassbriefe. Damit konnten sich die Leute angeblich von ihren Sünden freikaufen, um nach dem Tode in den Himmel zu kommen. So wurden für 9 Dukaten sogar Kirchenraub und Meineid vergeben, für nur 8 Dukaten wurde ein Mord getilgt. Die Hälfte des Geldes verwendete die Kirche für den Bau der Peterskirche in Rom, die andere Hälfte nutzte der Erzbischof für sich. Martin Luther prangerte diese Machenschaften öffentlich an und löste damit die Reformation aus.
Etwa 100 Meter vom Tetzelstein entfernt wurde 1846 ein acht Meter hohes Denkmal im neugotischen Stil errichtet.
Am Tetzelstein befindet sich auch ein beliebtes Waldrestaurant.
An geschichtsträchtigem Ort bietet die Waldgaststätte auf 300 Höhenmetern im Naturpark Elm-Lappwald deutsche und international inspirierte Küche an. Es gibt klassische Wandergerichte von Erbsensuppe, Spinatknödeln bis zum Braunkohl im Winter sowie gehobene Küche mit aufwendigen und originellen Gerichten.
Das Restaurant bietet Innenplätze in Saal, in der historischen Tetzelstube, im Wintergarten, im Jagdzimmer sowie 500 Plätze im schattigen Biergarten und entlang der Tetzelwiese.
Eine Besonderheit ist das handwerklich gefertigte Eis aus der Eismanufaktur.
Das Waldrestaurant lädt auch zu verschiedenen Veranstaltungen ein und ist eine beliebte Event-Location.
Weiter geht es nun ein gutes Stück auf dem Hagenweg durch den Wald, bis ein Schild die Richtung nach Schöppenstedt weist. Auf Feld- und Wiesenwegen passieren die Wandernden schließlich die Straße zwischen Sambleben und Eitzum. Hier erzählt eine Skulptur, wie Eulenspiegel einst am Pranger stand. Dann geht es auf dem Lahweg und Am Springbrunnen hinein nach Küblingen, das heute Ortsteil von Schöppenstedt ist. Besonders reizvoll ist die Uferstraße und An der Bleiche mit den Brücken über den Fluss Altenau. Am Marktplatz von Schöppenstedt befinden sich weitere Stationen zum Leben von Till Eulenspiegel. Wer entdeckt wohl als erster die Skulptur des Narren am Rathaus? Hier schließt sich der Kreis, und es sind keine zehn Minuten mehr bis zum Bahnhof.
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