Karl-Marx-Str. 1
16816 Neuruppin
Eine Etappe auf dem Seen-Kultur-Radweg durch das Stechlin-Ruppiner Land
Eine Radtour für Kulturliebhaber und Entdecker
Entspannt anreisen und Leihräder bei den Vermietern vor Ort nutzen. Die Kapazitäten für die Fahrradmitnahme in den Züge sind begrenzt und eine Mitnahme des eigenen Rads kann je nach Auslastung nicht garantiert werden.
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Tempelgarten ist ein Ort von großer historischer Bedeutung, denn hier schuf sich Kronprinz Friedrich, der spätere Friedrich der Große, einen Ort für Geselligkeit, zum Musizieren, für Gespräche im Freundeskreis und für den eigenen Anbau von Obst und Gemüse. Der Apollotempel ist das Erstlingswerk von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff.
Von Theodor Fontane wurden die Wallanlagen wie folgt beschrieben:
„Um die Stadt her, zwischen dem Rheinsberger und dem Tempeltor, zieht sich der mehrgenannte »Wall«, ein Überrest mittelalterlicher Befestigungen, jetzt eine mit alten Eichen und jungem Nachwuchs dicht bestandene Promenade der Ruppiner.“.
Die Kaufmannsfamilie Gentz hat die Anlage Mitte des 19. Jahrhunderts umgestaltet und den Apollotempel als Verehrungsstätte eingerichtet. Der Architekt Carl von Diebitsch umgab den Garten mit orientalistisch geprägten Bauwerken. Seitdem steht der Garten der Öffentlichkeit zur Verfügung und wird gern als Refugium für Augenblicke der Ruhe und als Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Der Eintritt in die Gartenanlage ist kostenfrei. Bei Veranstaltungen kann ein Eintrittsentgelt erhoben werden.
Durch den Tempelgarten und entlang der Wallanlagen erreichen Sie wieder den Bahnhof Rheinsberger Tor und biegen hier nach links auf den eigentlichen Tourenverlauf, der, die Gleise überquerend nun aus der Innenstadt in nördlicher Richtung hinausführt.
Etwa drei Kilometer geht es Richtung Alt-Ruppin. Vor der Ortschaft biegen Sie nach links in den Neumühler Weg ein, der am Flüsschen Rhin und kurz darauf am Molchowsee vorbeiführt. In Molchow können Sie sich im River Café direkt am Rhin (Heimburger Weg 1) eine kurze Rast gönnen. Dann geht es durch den Ort ein Stück in östliche Richtung nach Zippelsförde, wo die Route wieder gen Norden schwenkt.
Nach etwa 15 Kilometern erreichen Sie Rheinsberg mit dem Schloss am Grienericksee, das auch das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum beherbergt. In Rheinsberg ist aber auch das Keramik- und Töpferhandwerk seit Jahrhunderten zuhause. Wie wäre es mit einer Besichtigung des Keramikmuseums (geöffnet außer dienstags)?
Das Keramikmuseum Rheinsberg erzählt die über 260-jährige Geschichte der Rheinsberger Keramikkunst. Ihren Ursprung nahm sie 1762, als Prinz Heinrich von Preußen den Aufbau einer Fayencefabrik auf seinem Grund und Boden gestattete. Das Museum zeigt kostbare Objekte aus dem späten 18. Jahrhundert, frühe Beispiele filigraner Steingutherstellung aus dem 19. Jahrhundert sowie das berühmteste Produkt märkischer Keramik – die Rheinsberger Teekanne.
Zu den besonderen Highlights zählen historische Filmaufnahmen aus dem Jahr 1935, die das Leben und Arbeiten der Steingutwerker zeigen, sowie das Hedwig-Bollhagen-Kabinett, das die Verbindung der Marwitzer Werkstätten mit der Rheinsberger Fabrik beleuchtet. Ein charmantes Figurentheater erzählt zudem humorvoll von einem Keramik-Wettstreit zwischen Prinz Heinrich und dem Apotheker Pollnow – ein Vergnügen für die ganze Familie.
In der Museumsgalerie sind Werke des Porzellankünstlers Hendrik Schink zu sehen – Gefäße, Figuren, Schmuck und Objekte mit vielfältigen Dekorvarianten, darunter das außergewöhnliche marmorierte Achatporzellan, jedes Stück ein Unikat. Ergänzend werden in wechselnden Abständen Arbeiten zeitgenössischer Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker präsentiert und zum Verkauf angeboten.
Ein Besuch bietet Einblicke in Kunsthandwerk, Geschichte und kreative Tradition – und zeigt, wie lebendig die Keramik aus Rheinsberg bis heute geblieben ist.
Nach der Besichtigung können Sie die Räder vor dem Schloss abstellen und das Rokoko-Prachtstück mit den beiden Rundbogentürmen von seiner Wasserseite oder vom wunderbaren Schlosspark aus entdecken. Vielleicht haben Sie danach noch etwas Zeit für den liebevoll sanierten Altstadtkern. Hier gibt es auch zahlreiche Restaurants und Cafés, in denen Sie sich für die Weiterfahrt stärken können. Wie wäre es mit einem herzhaften Burger im Sommergarten des Bistros Grünzeug`s in der Mühlenstraße 12?
Vegetarisch/Veganes Bistro mit Burgern, Warps, knackigen Pommes, täglich wechselnder Suppe; meist vegan sowie kühlen Getränken und Cocktails. Im Sommer kann im dazugehörigen Garten gespeist werden.
Alle Speisen werden zum Mitnehmen/Abholen angeboten, und es gibt jede Menge köstliches Grünzeugs.
Von Rheinsberg fahren Sie nun auf dem straßenbegleitenden, hügeligen Radweg ins etwa zwölf Kilometer entfernte Menz. In dem idyllischen Ort am Roofensee liegt auch das Naturparkhaus, ein Muss für Naturliebhaber. Hier wird alles Wissenswerte rund um den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land geboten. Wenn Sie kunstinteressiert sind, sollten Sie den Künstlerhof Roofensee besuchen. In der Kunstscheune des Vierseithofs gibt es wechselnde Kunstausstellungen, entspannen Sie anschießend noch ein wenig im Hof-Cafè.
Der Künstlerhof Roofensee ist durch umfangreiche Sanierungsarbeiten ein noch vollständig erhaltener märkischer Vierseithof. Sie finden hier eine lichtdurchflutete Kunstscheune inkl. großzügiger Galerie mit wechselnden Kunstausstellungen, Events und einem gemütlichen Café. Hier stehen an den Kurstagen eine Keramikwerkstatt und ein Atelier zur kreativen Arbeit bereit.
Von Menz fahren Sie nun ebenfalls wieder auf überwiegend straßenbegleitendem Radweg ins etwa sieben Kilometer entfernte Neuglobsow am Stechlinsee. Verlassen Sie kurz vor dem Ortseingang Neuglobsow den eigentlichen Tourenverlauf, der nach rechts abbiegt, und biegen Sie hier links ein, um in den Ort zu gelangen. Sie können der Ausschilderung des Berlin-Kopenhagen-Radweges folgen. In Neuglobsow hat das Glasmacherhandwerk eine jahrhundertelange Tradition. Wäre das nicht schon ein Grund für eine Besichtigung des Glasmacherhauses?
Das über zweihundert Jahre alte Glasmacherhaus beherbergt heute neben der Tourist-Information Stechlin ebenfalls die Ausstellung "Zwölf Geschichten vom Glas". Besucher begeben sich auf eine Zeitreise und lassen das alte Handwerk des Glasblasens auflodern! Die Geschichten erzählen von der Glashüttenchefin Madame Pirl, von der Gründung Neuglobsows, über das Leben und die harte Arbeit der Glasmacher.
Fontane beschrieb die Glashütte in seinem Roman "Der Stechlin" so: ..."Das ist Kolonie Globsow. Da wohnen die Glasbläser. Und dahinter liegt die Glashütte. Sie ist noch unter dem Alten Fritzen entstanden und heißt die grüne Glashütte. Die grüne? Das klingt ja beinah wie aus'nem Märchen. Ist aber eher das Gegenteil davon. Sie heißt nämlich so, weil man da grünes Glas macht, allergewöhnlichstes Flaschenglas. An Rubinglas mit Goldrand dürfen Sie hier nicht denken. Das ist nichts für unsre Gegend"...
Heute ist das sogenannte Waldglas rar geworden. Im Museumsladen werden neben Büchern, Karten, Regionalem auch ausgesuchte grüne Glasraritäten angeboten. Auch Kinder kommen im Glasmacherhaus auf ihre Kosten! So gibt es Fibeln, eine Geschichten-Hörstation und eine liebevoll gestaltete Murmelbahn. Das Haus ist barrierefrei.
Über 112 Objekte der Ausstellung und aus dem Archiv wurden digitalisiert und sind auf www.museum-digital.de zu entdecken.
Wenn nun noch etwas Zeit ist, fahren Sie hinunter ans Ufer des Stechlinsees, wo sich eine wunderschöne Badestelle befindet. Hinterher vielleicht ein Stärkung gefällig? Im Fontanehaus (Fontanestraße 1) stehen schmackhafte Gerichte auf der Speisekarte.
Dann radeln Sie bis ans Ende der Fontanestraße und biegen nach links in den Forststeig ein, um zum eigentlichen Tourenverlauf zurück zu gelangen. Nach etwa zwölf Kilometer straßenbegleitendem Radweg, der überwiegend durch Wald und zum Teil über hügelige Abschnitte verläuft, erreichen Sie das Tourenziel: die Wasserstadt Fürstenberg/Havel, die malerisch zwischen drei Seen liegt. Nehmen Sie sich hier noch ein wenig Zeit für die imposante Stadtkirche im neobyzantinischen Stil, sie beherbergt den größten hängenden Batikteppich Europas. Durch die Bahnhofstraße geht es zurück zum Bahnhof.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start
Bahnhof Neuruppin Rheinsberger TorKarl-Marx-Str. 1
16816 Neuruppin