Am Bahnhof 4
23558 Lübeck
Die Hansestadt vom Board aus entdecken
Eine Aktiverlebnis für Kulturliebhaber, Entdecker und Abenteurer
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die SUP-Station der Surfschule „Surf-Center Lübeck“ liegt in unmittelbarer Altstadtnähe an der Wakenitz. Von hier aus lässt sich auf dem Stand-Up-Paddle-Board die Altstadt erkunden oder die Wakenitz, der „Amazonas des Nordens“, entdecken. Für SUP-Neulinge bietet der Verleih Einstiegskurse an, ferner kann man an geführten Altstadt-Touren teilnehmen.
Gutscheine für Kurse und Touren sind über die Webseite bestellbar: www.surf-center.de.
Mit dem Board unter dem Arm geht es zurück zur Trave. Von dort aus paddeln Sie in nördliche Richtung einmal links über die Kanaltrave und Trave um Lübecks historischen Stadtkern herum.
Als erstes Highlight der rund vierstündigen Altstadt-Umrundung grüßt das spätgotische Burgtor. Kurz darauf markiert der Schwerlastkran den Beginn des Hafenquartiers.
Wer schon jetzt Lust aufs Rasten verspürt, genießt von der Beachbar „Strandsalon“ einen herrlichen Ausblick auf Trave und Hansemuseum. Wenige Paddellängen später erscheinen die nostalgischen Traditionssegler im Museumshafen.
Am nordwestlichen Altstadtrand liegt malerisch der Museumshafen mit traditionellen Schiffen aus den letzten 150 Jahren. Der Museumshafen wird von einem Verein geführt. 15 maritime Oldtimer haben zwischen der Fußgängerbrücke und der Drehbrücke an der Untertrave ihren festen Liegeplatz. Bei einem Spaziergang entlang des Hafens wird ein Stück Seefahrtsgeschichte erfahrbar. Zu den ankernden Schiffen gehören mehrere Traditionssegler wie die Aglaia, ein Nachbau eines Seenotrettungskreuzers aus dem Jahr 1892.
Die Galeasse Fridtjof wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Norwegen gebaut. Sie war das Versorgungsschiff bei der Eismeer-Expedition des Polarforschers Fridtjof Nansen und wurde noch bis in die 1980er Jahre in der norwegischen Küstenschifffahrt eingesetzt.
Auf der Untertrave geht weiter Richtung Süden, vorbei an der Musik- und Kongresshalle. In der Ferne kündigt sich schon Lübecks berühmtes Wahrzeichen, das Holstentor aus dem 15. Jahrhundert, an.
Das Lübecker Holstentor gehört zu den weltweit bekanntesten deutschen Bauwerken. Es wurde in den Jahren 1464 – 1478 nach niederländischen Vorbildern als Stadttor errichtet und sollte einerseits der Verteidigung, andererseits der Repräsentation dienen. Das Holstentor gilt als stolzes Symbol einer reichsfreien Stadt und zeugt bis heute vom Erfolg der Lübecker Kaufleute, denen die Hansestadt im Mittelalter ihre Bedeutung und ihren Wohlstand verdankte. Über dem Bogen der Doppelturmanlage mit dem Durchgangstor leuchtet die vergoldete Inschrift CONCORDIA DOMI FORIS PAX: Eintracht nach innen, Frieden nach außen.
Besucher staunen immer wieder über die starke Neigung des Südturms. Im 15. Jahrhundert war man in Sachen Fundament noch nicht so erfahren wie heute. Die Türme, belastet durch den schweren Mitteltrakt, sackten langsam in den morastigen Untergrund. Durch umfangreiche Renovierungsarbeiten konnte später das Absinken gestoppt werden. Bei der letzten Renovierung von 2004 bis 2006 wurden die Schieferdächer, die Terrakottafriese und Teile des Mauerwerks erneuert.
Im Inneren des Baudenkmals ist im Museum Holstentor Interessantes über „Die Macht des Handels“ zu erfahren. Historische Schiffsmodelle, Rüstungen, Waffen, Rechtsinstrumente und Handelswaren geben einen Einblick in die Zeit der Hanse.
Gleich hinter der Holstenbrücke säumen über 400 Jahre alte Salzspeicher das Ufer. Wo einst das „weiße Gold“ Lübecks gelagert wurde, dient die romantische Backsteinkulisse heute gern Ausflüglern für ein Picknick.
Die Salzspeicher wurden in den Jahren zwischen 1579 und 1745 im Stil der Backsteinrenaissance erbaut. Ursprünglich dienten die Speichergebäude der Lagerung des aus Lüneburg über die Alte Salzstraße herangebrachten Salzes. Von Lübeck aus wurde das Salz nach ganz Skandinavien ausgeführt und verhalf so der Hansestadt zu Reichtum.
Das „weiße Gold“ kam vor allem beim Konservieren von Fisch aus Norwegen und Schonen zum Einsatz und machte damit den Heringshandel mit dem Binnenland möglich. Die Lage an Lübecks ältester Brücke, der Holstentorbrücke, markierte im Mittelalter die Grenze zwischen Seehafen und Binnenhafen, mit seiner Anbindung an die Elbe durch den Stecknitz-Kanal.
1922 erschienen die Lübecker Salzspeicher als Kulisse im Stummfilm "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" von Friedrich Wilhelm Murnau. Heute werden die Lagerhäuser von einem Textilkaufhaus genutzt.
Ein Stück weiter an der Obertrave wird es mediterran: links die flatternde Wäsche der Anrainer – oder „Schlüpferallee“, wie Einheimische augenzwinkernd sagen – rechts der Malerwinkel, eine Grünfläche mit pittoreskem Blick auf hell verputzte Altstadthäuser.
Nun geht es südlich vom Dom zurück in die Kanaltrave, vorbei an den Wallanlagen, bis zum Ausgangspunkt der Tour. Freunde des Dämmerschoppens aufgepasst: Vom alternativen Biergarten „Baustelle“ gleich neben der Anlegestelle genießen Sie den wohl schönsten Sonnenuntergang der Stadt.
Zur Rückgabe des Boards passieren Sie wieder die Falkenstraße bis zur SUP-Station. Nun laufen Sie von dort aus wie auf dem Hinweg – entlang der Kanaltrave, dann dem Ufer der Untertrave folgend über die Marienbrücke und Katharinenstraße – zurück bis zum Bahnhof.
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Lübeck HbfAm Bahnhof 4
23558 Lübeck